Part III: Kostbarkeiten

Kapitel 1

Übersetzt von scherzi – Vielen Dank!

Wer hätte gedacht, dass es so eine große Sache sein würde. Überall Soldaten… Alles ist verwüstet… Als ich dich zum ersten Mal traf, war alles so friedlich. Und nun… war das nicht erst vor acht Tagen? Na klar, erst vor acht Tagen. In der Zeit ist alles passiert. Ich weiß überhaupt nicht mehr, was gerade los ist. Ich kann es einfach nicht glauben. Dad hat völlig aufgegeben. Na ja, du ja auch…

Daddy, ich möchte das haben.”

Dajh zog an seiner Hand und Sazh hielt an, ohne weiter darüber nachzudenken. Wenn Kinder etwas von ihren Eltern haben wollen, dann ziehen und rennen sie herum, bis sie es bekommen. Sein Sohn Dajh war erst sechs Jahre alt, aber er konnte einen Erwachsenen wie Sazh ohne Probleme herumziehen.

Warum kaufen wir es nicht auf dem Rückweg?”

Sazh hatte Dajh zum Ewleede Canyon gebracht. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann es war, aber Dajh hatte gesagt, er wolle einen fal’Cie sehen. Wenn man auf Cocoon einen fal’Cie sehen wollte, gab es nur einen Ort dafür: Ewleede. Dort lebt der fal’Cie Kujata. Sazh hatte lange gesucht, bis er einen freien Platz bei einer für ihn und seinen Sohn perfekten Reiseveranstaltung gefunden hatte. Ein Familienurlaub: “Besuchen Sie Ewleede und Browdam“, war der Tourname gewesen. Das Luftschiff und das Hotelzimmer würden für Sie reserviert sein und man würde ihnen Zeit geben, die Umgebung selbst zu erforschen. Der Preis für Kinder war zudem noch ermäßigt und alles in allem klang es lustig.

Deshalb gingen sie nun von der Ewleede – Station aus zur Energie – Anlage. Die Straße war voller Touristen und an jeder Ecke gab es Souvenir – Läden. Sazh wusste von vornherein, dass Dajh irgendwo anhalten würde. Er würde irgendeinen Ballon in Form eines Tieres wollen, oder irgendwelche bunten Süßigkeiten würden ihm ins Auge fallen…

Nein! Jetzt! Jetzt!”

Dajh zog nun noch stärker an seiner Hand. So sind Kinder nun einmal. Sie bestimmen, was sie wollen und wann sie es wollen. Sazh erinnerte sich daran, dass er als Kind genauso gewesen war und sich jedes Mal riesig gefreut hatte, wenn er das bekam, was er wollte.
Aber es gab etwas, was er als Kind nicht bemerkt hatte. Die Erwachsenen, die den Kindern gaben, was sie wollten, waren sogar noch glücklicher.

Schon gut! Schon gut! Nur dieses eine.” Schon allein diese Worte brachten Dajh zum lächeln.

Also, was willst du?”

Sie standen vor einer Zoohandlung. Das Geschäft war nicht bloß ein kleiner Laden im Ort, sondern gehörte zu einer großen Kette, die überall Filialen hatten.

Ich möchte den gelben haben!”

Na dann, wo ist er denn?”

Vor dem Geschäft standen jede Menge Käfige. Nur um zu beweisen, dass der Laden wirklich groß war, hatten sie hier nicht nur normale Hunde und Katzen im Angebot, sondern führten auch Monster, deren Gene so verändert worden waren, dass sie keine Bedrohung mehr darstellten.

Der Gelbe… welcher Gelbe?” Endlich sah er etwas Gelbes.
Nicht. Du meinst doch nicht… das da?”

In einem der Käfige war ein riesiger gelber Pudding, der einfach nur dasaß. Der Pudding reckte seinen Körper, um bösartiger auszusehen.

He Kleiner, du meinst den Gelben, nich?” Der Ladenbesitzer lächelte Dajh an und flatterte mit den Händen.

Ja, genau der!” Dajh nickte eifrig und machte die gleichen Bewegungen wie der Ladenbesitzer. Es sah aus, als würden sie einen Vogel imitieren.

Alle Kinder meinen das, wenn sie sagen “der Gelbe” da.” Der Ladenbesitzer zeigte auf ein Schild, auf dem stand: “Babychocobos im Angebot!

Oh, nur ein Chocobo.” Er hatte Panik bekommen, als er den Pudding gesehen hatte, aber mit einem Chocobo hatte Sazh kein Problem.

Also gut, wir nehmen dann einen von den Gelben.”

Dajhs Gesicht fing an zu strahlen, als er das hörte. Der Kleine liebte Chocobos. Sein Lieblingsbilderbuch handelte von einem Chocobo und er besaß sogar ein Handtuch mit einem Chocobo drauf.

Großartig. Dann kommen Sie doch bitte in den Laden.” Der Ladenbesitzer wollte Dajh an die Hand nehmen.

Nein. Ich warte draußen!”, sagte Dajh. Er war sehr stolz darauf, dass er allein warten durfte, wenn sein Vater etwas zu erledigen hatte. Jetzt wollte er immer alleine warten.

Also gut. Aber du darfst dich nicht von der Stelle bewegen. Verstanden?”

Dajh nickte und verzog das Gesicht. Natürlich hatte Sazh geahnt, was sein Sohn vorhatte, weshalb er ihm immer sagte, er solle sich nicht bewegen. Neuerdings war Dajh nicht mehr zufrieden damit, nur auf seinen Vater zu warten Er hatte ein Spiel daraus gemacht. Er wartete so lange, bis sein Vater in ein Geschäft gegangen war und versteckte sich dann in einer dunklen Ecke. Wenn Sazh dann aus dem Laden kommt, wartet er ganz aufgeregt, bis er gefunden wird.

Als Sazh den Laden betrat, machte der Besitzer gerade den Käfig auf. Sofort flog einer der Chocobos heraus und direkt auf Sazh zu.

Hey! Sieht aus, als würde der Sie mögen.” Er lächelte und schloss den Käfig wieder, als er sah, dass der Chocobo immer um Sazhs Kopf flog.

Ach wirklich? Ich kenn mich da nich so aus.” Als Sazh nach oben sah, trafen sich seine Augen mit denen des Babychocobos. Der Chocobo legte den Kopf schief. Gerade als Sazh dachte, er währe süß, blitzten die Augen des kleinen Tieres auf. Im nächsten Moment setzte der Vogel zum Sturzflug auf Sazh an.

Au!” Der Chocobo war direkt auf Sazhs Kopf gelandet.
Hey, Vorsicht mit den Krallen!” Der Chocobo zwitscherte zur Antwort. Sazh konnte nicht sagen, ob er sagte Okay!” oder Sehe ich so aus, als würde mich das interessieren?”. So oder so schien das kleine Tier glücklich zu sein.

Nachdem Sazh gezahlt hatte, verließ er eilig das Geschäft mit dem Chocobo auf seinem Kopf, um seinen Sohn so schnell wie möglich das Tier zu zeigen.
Zumindest war das der Plan, als er das Geschäft verließ. Allerdings war Dajh nirgends zu sehen. Na ja, so war es irgendwie immer.

Hey Dajh! Spielst du Verstecken?” Er tat so, als würde er sich umschauen. Natürlich hatte er sich nur irgendwo in den Schatten versteckt. Schon bald würde er Dajh irgendwo in der Nähe lachen hören. Kleine Kinder verstecken sich nicht, damit man sie nicht findet. Sie verstecken sich, damit sie gefunden werden und eine riesige Umarmung folgt.

Hey, sieht aus, als hätte ich verloren. Ich kann dich nicht finden!”, sagte er. Sazh tat so, als würde er aufgeben, aber er konnte Dajh immer noch nicht lachen hören.

Dajh…?”

Er sah sich um. Er suchte die ganze Umgebung ab, aber Dajh blieb verschwunden. Aber vielleicht… die Energie – Anlage war ganz in der Nähe.

Du bist da nicht einfach reingelaufen, oder?”

Sazh rannte zum Eingang der Anlage. Kinder machen ein und dieselbe Sache immer und immer wieder, ohne dass ihnen langweilig wird, aber irgendwann probieren sie dann was Neues aus. Kinder sind sehr gut darin. Das ist die Art, wie sie aufwachsen. Ich werde ihm eine Weile nicht erlauben, allein zu warten, dachte Sazh. Dajh hatte sich wohl beim Warten überlegt, dass es lustiger wäre, alleine woanders hinzugehen.

Als er am Eingang der Anlage war, sah er noch mal auf den Platz zurück, nur um Sicher zu gehen. Da waren jede Menge Kinder in Dajhs Alter, aber seinen Sohn konnte er nicht entdecken. Er muss wirklich allein in die Anlage gegangen sein. Sazh fing langsam an, sich wirklich Sorgen zu machen.

Plötzlich passierte es. Die Erde bebte, als wäre etwas wirklich Schweres heruntergefallen. Irgendwo in der Ferne hörte er Luft ausströmen. Die Kinder auf dem Platz begannen zu schreien und zu weinen.

Dajh!” Sazh rannte weiter auf den Eingang zu. Etwas Schreckliches passierte gerade, da war er sich sicher.
Dajh, wo bist du?”

Eine Alarmsirene ging an, ein entsetzlicher Lärm, der das Schreien übertönte. Touristen liefen zum Ausgang der Anlage so schnell sie konnten. Sazh wollte weiter hinein, um nach Dajh zu suchen, aber die Massen an Menschen ließen ihn nicht vorwärts kommen. Er versuchte trotzdem, sich einen Weg zu bahnen. Die Leute schrieen ihn an und beschwerten sich, aber dafür hatte er jetzt keine Zeit.
Es dauerte etwas, aber schließlich hörte er die Durchsage des Anlagenpersonals, die die Touristen aufforderten, Ruhe zu bewahren und die Anlage vernünftig zu verlassen. Die Durchsage hatte wohl so lange auf sich warten lassen, weil sie ebenso überrascht wurden wie der Rest.

Er konnte immer noch das leichte Beben des Bodens fühlen. Weißer Rauch breitete sich aus, sodass er nicht sehen konnte, was drinnen vor sich ging. War es ein Feuer oder eine Explosion?
Dajh! Wo bist du Dajh?” Sazh atmete aus Versehen den Rauch ein, musste aber nicht husten. Es schien kein Rauch zu sein, sondern eher eine Art Nebel. Was ging hier nur vor?
Es gab kaum Menschen auf dem Gang. Wahrscheinlich hatten alle die Flucht ergriffen. Ob Dajh auch geflüchtet war? Nein, das konnte nicht sein. Es fühlte sich für ihn so an, als ob sein Sohn ganz in der Nähe war.

Dajh! Hier ist Dad! Antworte mir!” Er befand sich direkt vor dem fal’Cie Kujata. Er schrie lauter. Der weiße Nebel war hier noch stärker als zuvor und er konnte entweichende Luft hören. Er suchte weiter sorgfältig die Umgebung ab.

Dann sah er endlich die vertrauten Farben von Dajhs Sachen.
Dajh!”
Dajh lag ausgestreckt auf einer Parkbank. Er rannte hinüber und nahm den Jungen in seine Arme.
Daddy…?”
Es ist gut. Alles ist gut. Bist du verletzt?” Er sprach mit beruhigender Stimme, während er sich Dajhs Arme und Beine anschaute.
Huh? Was ist das?”
Da war ein seltsames Symbol auf Dajhs Handrücken, welches er noch nie zuvor gesehen hatte. Zunächst dachte er, es wäre ein Aufkleber, aber es war etwas anderes. Es sah aus wie die Körperbemalung, die einige Jugendliche so gern trugen. Trotzdem, wie konnte das…?
Nein! Später würde es Zeit geben, darüber nachzudenken. Jetzt mussten sie erst einmal weg von hier an einen sicheren Platz. Er nahm Dajh auf den Arm, um ihn zu tragen, als er Schritte hörte.

Hey! Geht es ihnen gut?”
Es war ein Soldat des Sicherheitsdienstes. Er konnte sie bestimmt an einen sicheren Platz bringen.

Mein Sohn, er…”
Ist er verletzt? Hat er sich den Kopf gestoßen?”
Ich weiß es nicht. Wir wurden getrennt und dann…”
Im Handbuch für Sicherheitskräfte steht wohl geschrieben, dass man sich nicht die ganze Geschichte anhören muss. Sie klappten eine Trage aus und legten Dajh darauf. Ein weiblicher Soldat war in der Nähe und sah Dajh ins Gesicht.
Du brauchst keine Angst zu haben. Alles wird wieder gut.”
Sie wollte wohl, während sie sprach, sehen, ob der Kleine bei Bewusstsein war oder nicht. Sie ging hinüber zu den Soldaten und nickte.
Bringt ihn auf die Krankenstation! Sir, folgen Sie mir bitte.”

Wir sind gerettet, dachte Sazh. Alles wird wieder gut. Er nickte und folgte ihnen.

 

Die Krankenstation war überfüllt mit Touristen, die sich bei der Flucht verletzt hatten, oder sich einfach nicht wohl fühlten. Als Dajh auf der Trage lag, war er ganz ruhig geblieben, aber nun, da er im Bett lag, hielt er es nicht mehr aus. Dajh begann, sich zu bewegen, unfähig noch länger still zu halten. Er sah zu Sazh hinauf.
Hey, Daddy–”
Shhhh.”, sagte er und legte eine Hand auf Dajhs Schulter. Du musst still sein, bis dich der Doktor untersucht hat.”
Okay…”, Dajh nickte traurig.

Draußen gab es einen Aufruhr. Brachten sie gerade einen Notfall herein? Die Tür zur Krankenstation wurde aufgestoßen und ein Trupp Soldaten kam herein. Man sah sofort, dass sie nicht zu den örtlichen Sicherheitstruppen gehörten. Nicht nur die Kleidung war ein Indiz dafür, sondern auch ihr kaltes Auftreten.

Wir befinden uns in einer Notsituation. Von jetzt an stehen die Anlage und die Gebete rund um Ewleede unter dem Kommando der PISCOM. Sie werden unseren Befehlen folge leisten.”
Eine junge Frau stand vor den Soldaten. Sie trug stolz ihre Schönheit und ihre Intelligenz zur Schau. Vielleicht lag es an ihrer Brille, aber sie wirkte kalt und hart.

Momentan ist der Flugbetrieb nach Ewleede eingestellt worden. Draußen auf dem Platz werden wir ein Zelt aufstellen lassen, welches für Sie als Wartebereich dienen wird. Jeder, der von einem Arzt untersucht wurde, hat sich dort einzufinden. Jeder, der bisher noch nicht untersucht wurde, findet sich beim medizinischen Personal im Krankenzelt ein. Von jetzt an ist dieser Ort Sperrzone.”

In der Krankenstation wurde es für einen Moment laut. Dann teilten die Soldaten, auf Befehl der Frau hin, die Leute in Gruppen auf und wiesen sie an, sich in einer Reihe aufzustellen, um sie dann herauszugeleiten. Die ganze Sache läuft reibungslos ab, dachte Sazh. PISCOM war schon immer gut bei solchen Sachen.
Sazh und Dajh gingen zum Ende der Schlange für das Krankenzelt. Plötzlich fühlte er eine Hand auf seiner Schulter.

Ist das das Kind, welches vor dem fal’Cie in Ohnmacht gefallen ist?”
Es war die Frau mit der Brille, die die Soldaten anführte. Sie flüsterte, als sie mit Sazh sprach.
Mein Name ist Jihl Nabaat von der PISCOM. Ich möchte mit ihnen über ihren Sohn sprechen. Bitte kommen sie mit mir.”
Über meinen Sohn?”

Sie hob einen Finger vor ihren Mund als Aufforderung für Sazh, ruhig zu sein.
Ich weiß, dass Sie gleich darüber sprechen wollen, aber folgen Sie bitte meinen Anweisungen. Ich werde Ihnen alles erklären, aber hier… sind einfach zu viele Menschen.”
Ihre Worte bedeuteten mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen war. Was ging hier nur vor? Was ist mit Dajh passiert? Es gab so viele unbeantwortete Fragen, aber das war nun mal die PISCOM. Sie war jemand, der einen hohen Posten bekleidet. Sazh blieb nichts anderes übrig, als zu nicken.

Kapitel 2

Übersetzt von scherzi – Vielen Dank!

Sie taten so, als wären wir Notfallopfer, trugen uns weg und verfrachteten uns auf ein Luftschiff der PISCOM. Ab und zu kam ein hohes Tier der PISCOM vorbei und beobachtete uns. Diese Nabaat – Frau sagte die ganze Zeit, es wäre ein “glücklicher Unfall” gewesen oder so was in der Art. PSICOM’s Spezialität war es… nun ja, man nannte sie “Die Drohung von Pulse”. Ich fragte mich, was so gut daran gewesen sein soll, dass PSICOM zu dieser Anlage gekommen war.
Nein, eigentlich war es mir ziemlich egal, solange es Dajh gut ging. Solange er in Sicherheit war. Ohne weitere Erklärungen brachten sie uns nach Eden ins Militärkrankenhaus. Sie hatte gesagt, sie würde alles später erzählen, aber mit dem ganzen medizinischen Personal um uns herum, war dafür gar keine Zeit.
Da sie sagten, “Die Sicherheit ihres Sohnes hat höchste Priorität.”, nahm ich alles hin.

Dad war total durcheinander. Ich hab total vergessen, dich Dajh zu zeigen. Aber dazu warst du auch nicht wirklich in der Lage, oder? Du hattest dich in Daddys Haaren versteckt, zu geschockt, um dich überhaupt bewegen zu können, nicht? Als du endlich herauskamst war es bereits Nacht und ich wollte gerade ins Bett gehen.
Sie hatten mich und Dajh in separaten Zimmern untergebracht. Ich war völlig allein und hab fast einen Herzinfarkt gekriegt.
Natürlich konnte ich nicht schlafen. Ich konnte nicht aufhören darüber nachzudenken, was Lieutenant Nabaat gesagt hatte: “Das Zeichen der l’Cie”.

Am nächsten Tag änderte sich nichts. Sazh wusste immer noch nicht, was vor sich ging. Er stellte ein Mitglied des medizinischen Personals zur Rede, aber der sagte nur, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen waren. Ein anderer sagte, dass Lieutenant Nabaat alles zu einem späteren Zeitpunkt erklären würde. Wenn er danach fragte, wo sie sei, konnte oder wollte ihm niemand Auskunft darüber geben. Er hatte das Gefühl, jemand würden etwas vor ihm verbergen, aber das Personal hier schien wirklich keine Ahnung zu haben. Sie waren nicht für die Untersuchungen von Dajh zuständig. Darum kümmerte sich ein Spezialist.

Vielleicht tat ihnen Sazh leid, der vor lauter Sorge völlig neben sich stand. So versuchte auch das medizinische Personal bald herauszufinden, wo sich Lieutenant Nabaat aufhielt. Leider konnten auch sie nicht mehr herausfinden als Sazh selbst. Der Lieutenant befand sich angeblich auf einer Mission und konnte nicht erreicht werden.

“Lieutenant Nabaat ist eine sehr wichtige Person. Sie gehört zu den wenigen, auf die sich die Heilige Regierung wirklich verlässt. Es gibt nichts, was wir tun können.”

Die junge Frau, die alles getan hatte, um ihm zu helfen, sah ihn entschuldigend an. Ihren Angaben zufolge, hatte Nabaat ihre Ausbildung als Klassenbeste abgeschlossen. Danach hatte sie sich schnell bis zum Lieutenant hochgearbeitet und es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis sie die Kariereleiter noch weiter nach oben klettern würde.
Wenn jemand wie sie in den Vorfall verwickelt war, dann war das, was in Ewleede passiert war, nicht nur ein simpler Unfall. Es schien eher so, als wären er und Dajh in eine sehr ernste Situation hineingeraten. In diesem Punkt war sich Sazh absolut sicher.

“Wir werden uns mit ihr in Verbindung setzen, damit Sie so bald wie möglich eine Erklärung bekommen. Ich kann verstehen, dass Sie besorgt sind, aber bitte gedulden Sie sich noch ein bisschen.”
“Ich verstehe, es ist nur… so bald es Ihnen möglich ist, bitte.” Sazh dankte ihr und ging zurück in sein Zimmer. Es war kein Krankenzimmer, sondern extra für die Familienmitglieder einzelner Patienten gedacht. Es sah aus wie ein Hotelzimmer. Es hatte sogar eine Computer, mit dem man unter anderem Einkäufe tätigen konnte.
Als er vor der Maschine stehen blieb, flog der Babychocobo aus seinen Haaren. Das kleine Tier schien die Situation erst genau beobachtet zu haben, bis es für sich entschied, dass es sicher war herauszukommen.

“Spiel soviel du magst. Ich werde versuchen, ein paar Antworten zu finden.” Er machte den Computer an und ging in die Onlinebibliothek. Er wollte mehr über dieses “Zeichen der l’Cie” herausfinden, von dem Nabaat zuvor gesprochen hatte.

Natürlich hatte er schon von den l’Cie gehört. Dies gehörte zu den Dingen, die jedes Kind wusste. Jeder, der auf Cocoon lebt, kennt die alten Geschichten und Märchen.

Aber was haben diese Märchen mit der Realität zu tun? Er konnte sich nicht vorstellen, auf welche Art sie mit Dajh und dem Unfall in Ewleede zu tun haben sollten. Vielleicht hatte er sich verhört und es war ein anderes Wort gewesen… nicht wirklich l’Cie. Wenn das der Fall war, was war es dann gewesen? Er wollte unbedingt wissen, was Nabaat ihm sagen wollte.

Er nahm an, dass seine Suche nur die Titel von Kinderbüchern bringen würde, aber er irrte sich. Es wurden mehr Geschichtsbücher aufgezählt, als er sich jemals hätte vorstellen können. Es gab Kopien alter Texte und Videos von weiteren Einrichtungen, die sich mit dem Thema auseinander zu setzen schienen.

Sazh überlegte gerade, welchen Text er zuerst lesen sollte, als der Babychocobo angeflogen kam und sich auf die Tastatur setzte. Das Bild auf dem Computer änderte sich.

“Hey, fass den Computer nicht an! Wenn du spielen willst, dann geh da rüber.” Er wollte gerade zurück auf den Startbildschirm, als er bemerkte, was da auf dem Schirm erschienen war. Es war das Bild eines alten Textes. Der Text beinhaltete seltsame Symbole und war in Stein gemeißelt worden.

“Was um alles in der Welt ist das?”
Er erkannte eines der Symbole. Um genau zu sein, hatte er es erst vor einem halben Tag gesehen. Es war das Zeichen, was sich nun auf der Rückseite von Dajhs Hand befand. Sazh lass den Text, der dem Bild als Erklärung hinzugefügt worden war, und erbleichte.

Das “Zeichen der l’Cie”, von dem Nabaat gesprochen hatte… er hatte sich anscheinend nicht verhört.

Kapitel 3

Übersetzt von scherzi – Vielen Dank!

Ich habe nie den Ausdruck “alles wurde schwarz” verstanden. Bis jetzt. Irgendwie war der Ausdruck sehr passend. Es war zwar nicht wirklich schwarz um mich herum, aber irgendwie war ich nicht in der Lage, etwas zu sehen. Völlig egal, was ich mir gerade ansah, ich registrierte es gar nicht erst.
Ich erinnere mich daran, dass ich mir die Informationen von so einer Forschungsgruppe irgendeiner Universität oder was es war, angeschaut habe, aber ich erinnere mich nicht mehr dran, was da überhaupt stand. Ich erinnere mich daran, dass ich es gelesen habe, da bin ich mir sicher. Ich glaube, es ging um die “l’Cie der Heiligen Regierung” oder so was in der Art.
Aber all diese Informationen waren nicht das, was ich wissen wollte. Sie waren nicht das, was ich hören wollte. Du weißt, was Dad hören will, nicht? Nur eine Sache. Eine einfache Information. Mit seinem Sohn soll alles in Ordnung sein.
Ich weiß nicht, warum ich glaubte, dass Lieutenant Nabaat mir das sagen würde. Ich hatte einfach nur Angst. Jedes neue Detail, was ich lass, war einfach nur unglaubwürdig. Ich will es einfach nicht glauben. Ich dachte, eine Soldatin, die als Klassenbeste abgeschnitten hatte, würde mir etwas anderes sagen können. Allein dieser Gedanke war meine Rettungsleine, an der ich mich verzweifelt festzuhalten versuchte.
Ein paar Tage später konnte ich sie endlich treffen. Drei Tage nach dem Unfall…

“Es tut mir leid, dass Sie drei Tage warten mussten.” Nabaat verneigte sich tief. “Ich bin mir sicher, Sie haben sich große Sorgen gemacht.” Ihr Gesichtsausdruck war kummervoll.

Sie waren in einem medizinischen Überwachungsraum und sahen sich einen Monitor an der Wand an. Der Bildschirm zeigte Dajh, wie er mit einer Art Puzzle spielte. Sie sagten, dass dieses Spiel ebenfalls zu ihren Untersuchungen gehörte. Sazh durfte ihn noch nicht besuchen, aber Nabaat hatte diesen Raum für ihn vorbereiten lassen, damit er wenigstens sehen konnte, dass sein Sohn in Ordnung war.
“Was solls. Mir ist das egal. Aber Dajh, mein Sohn…” Lassen Sie uns nach Hause gehen, wollte Sazh sagen, tat es aber nicht. Er sah Dajh auf dem Monitor zu, wie er fröhlich die Hände zusammenklatschte. Da war das Symbol… direkt auf Dajhs Handrücken. Ich kann noch nicht fragen, dachte er. Ich muss erst etwas dagegen unternehmen. Danach können wir nach Hause.

“Sie haben es vielleicht schon bemerkt, aber…”

Nabaat sah aus, als hätte sie etwas sehr schwieriges zu sagen. Sie holte tief Luft und sagte dann, was sie sagen wollte:
“Ihr Sohn wurde von dem fal’Cie Kujata zum l’Cie erwählt.”

Die letzten drei Tage lang hatte Sazh sich über alles zum Thema l’Cie informiert, sofern es seine Zeit gestattete. Leider hatte das nur dazu geführt, dass er immer verzweifelter geworden war. Nabaat war sein letzter Funken Hoffnung. Er war sich sicher, dass sie sagen würde, “Sie haben das alles falsch verstanden. Ihr Sohn kann unmöglich ein l’Cie sein.” und würde seine Sorgen weglachen.
Aber nach ihren Worten machte sich Verzweiflung in seinem Herzen breit. Er merkte nicht einmal, dass er schrie.
“Wie können Sie darüber Witze reißen. Die l’Cie sind nur ein altes Ammenmärchen…”
“Ich verstehe, wie Sie sich fühlen müssen.” Nabaat schloss ihre Augen kummervoll. Sazh fehlten einfach die Worte. Sollte er ihr sagen, “Sie verstehen gar nichts!”, oder sollte er ihr sagen, “Haben Sie gefälligst kein Mitleid mit mir!” So oder so würde es nichts ändern. Nichts, was er sagte, würde etwas ändern. Er schluckte seinen Ärger und seine Verzweiflung runter.
Ich verstehe das nicht. Ich verstehe gar nichts. Sazh ballte seine Fäuste aus Frustration.

“Wir waren ebenfalls Überrascht.”, fuhr sie leise fort.
“Nach unseren Unterlaen wurde seit hunderten von Jahren kein l’Cie mehr erwählt…. nicht mehr seit dem Offenbarungskrieg.”
“Also warum? Warum ist meinem Sohn so etwas passiert?”

Warum ausgerechnet Dajh? Da waren noch so viele andere Kinder. Viele davon waren in Dajhs Alter gewesen. Moment! Musste es unbedingt ein Kind sein? Da gab es auch Erwachsene. Es wäre genauso möglich gewesen, einen von ihnen zu erwählen. Warum also Dajh?

“Um ehrlich zu sein, wir wissen es nicht. Wir können nur annehmen, dass der fal’Cie die für ihn beste Wahl getroffen hat.”
“Ein sechsjähriges Kind? Das ist doch Wahnsinn!
“Mr. Katzroy…” Sie öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen, drehte sich dann aber weg und verkniff sich die Antwort. Sie weiß etwas, dachte Sazh. Sie versteckt immer nochetwas vor mir.

“Was wird PSICOM… die Heilige Regierung nun mit Dajh machen?”
Nabaat hatte auf dem Luftschiff gesagt, dass Dajhs Sicherheit enorm wichtig wäre. Allerdings wusste Sazh ganz genau, dass sich die Armee nicht für ein Zivilistenkind soviel Mühe machen würde.

“Wenn Sie das, was ich Ihnen sage, vertraulich behandeln…”
Bingo, dachte Sazh. Nabaat sah ihm direkt in die Augen.
“Eine große Gefahr kommt auf Cocoon zu. Wir haben Pulse beobachtet und wissen, dass eine Invasion kommen wird.”
“Huh?”

Was meint sie damit? Eine Invasion? Aus Pulse? Das war einfach zu groß für ihn.
“Die Heilige Regierung hat bisher eine öffentliche Stellungnahme vermieden, aber was in der Anlage geschehen ist, war kein Unfall. Es war das Werk von Feinden aus Pulse.”

Dieser weiße Nebel, das Beben der Erde… die Heilige Regierung hatte verkünden lassen, dass es nur ein Unfall war. Das alles soll in Wahrheit ein geplanter Anschlag von Pilse gewesen sein?!
“Der Grund, warum so wenig zerstört wurde, ist Dajh. Er wurde vom fal’Cie zum l’Cie erwählt.”
“Unmöglich. Wie kann ein sechsjähriges Kind etwas ausrichten?”
Es war unfassbar. Wie kann ein kleiner Junge etwas gegen Feinde aus Pulse anrichten?

“Es ist die Wahrheit.” Nabaat unterbrach seine Gedanken.
“Leider sind die Angreifer entkommen. Wir glauben, dass sie sich bereits neu formieren und der nächste Angriff nur eine Frage der Zeit ist. Wir können nicht sagen, wann oder wo sie das nächste Mal zuschlagen werden. Daher brauchen wir ihre Hilfe.”
“Hilfe?”
Für Sazh war das alles nur ein grauenvoller Scherz. Hilfe? Wie denn?

“Dajh wurde auserwählt. Er ist der Schlüssel für die Rettung von Cocoon. Er wird sich seiner Kräfte noch nicht bewusst sein, aber die Heilige Regierung wird ihn unterstützen. Er wird sich der Invasion aus Pulse in den Weg stellen. Also bitte Mr. Katzroy, helfen Sie uns.”
“Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Es ist einfach zu viel…”
Er wollte eine genauere Erklärung haben. Er verstand nichts von alledem. Die Invasion aus Pulse war ihm völlig egal. Er wollte nur wissen, wann er Dajh wieder mit nach Hause nehmen konnte.
… gab es überhaupt noch die Möglichkeit, wieder ein normales Leben zu führen?

“Ja, ja ich verstehe.” Nabaat nickte mehrere Male hintereinander. Sie wirkte nicht wie ein Soldat, sondern eher wie eine Lehrerin, die mit einem kleinen Kind redete.
“Wir bitten Sie nicht darum, etwas Bestimmtes zu tun. Wir möchten nur, dass Sie auf ihn aufpassen.”
Ich sehe bestimmt gerade aus wie ein eingeschnapptes Kind, dachte Sazh.

“Wir wissen nicht, welche Aufgabe bzw. Kräfte Dajh erhalten hat. Wir versuchen immer noch, diese Punkte so schnell wie möglich zu klären. Leider können wir Ihnen noch nicht gestatten, ihn zu besuchen, aber natürlich weiß ich, dass Sie besorgt sind. Also bitte…”

Aufgabe? Oh, natürlich. Falls ein l’Cie seine Aufgabe nicht erfüllt, verwandelt er sich in einen Cie Corpse. Das war es, was sie sagte. Das Wichtigste war jetzt erst einmal herauszufinden, was seine Aufgabe war. Das verstand er. Sein Kopf verstand es, aber sein Herz…

“Ich werde sehen, was sich tun lässt, damit Sie ihn vielleicht schon morgen sehen können. Für heute jedoch müssen wir noch so viele Tests wie möglich durchführen. Also warten Sie bitte noch einen Tag.”

Es gab nichts, was Sazh dagegen sagen konnte.

Kapitel 4

Übersetzt von scherzi – Vielen Dank!

Sie hatte nicht gelogen, als sie morgen sagte. Es war zwar bereits Abend, aber ich durfte endlich Dajh sehen. Ich habe dich im Zimmer gelassen, weil ich befürchtete, dass Dajh nicht herausfinden könnte, was seine Aufgabe eigentlich war.
Sei nicht böse! Dad möchte euch einander wirklich vorstellen. Aber der Lieutenant hatte Recht, wenn es um Kinder ging. Wenn etwas ihre Aufmerksamkeit erregte, vergessen sie alles um sich herum. Zu dieser Zeit hatte ich immer noch nicht wirklich verstanden, was sie mit “Aufgabe” meinte. Allerdings machte es mir Angst. Nicht nur zu diesem Zeitpunkt, sondern eigentlich die ganze Zeit. Ich war einfach nur so… besorgt.
Was versteht schon ein sechsjähriger Junge? Kann er es verstehen?
Das war alles, woran ich denken konnte…

Als sie Sazh zu sich bat, brachte sie ihn in einen anderen Raum als gestern. An Stelle eines Monitors gab es ein riesiges Fenster. Man konnte den Nachbarraum ohne Probleme einsehen. Anscheinend konnte man von der anderen Seite wiederum nicht in diesen Raum hineinsehen, sonst hätte Dajh Sazh bemerkt und wäre sofort zu ihm gelaufen. Sie nutzten diesen Raum wohl zur Überwachung ihrer Testobjekte.

“Möchten Sie ihn erstmal sehen? Oder wollen Sie erst hören, zu welchen Ergebnissen wir gekommen sind?”
“Ihre Ergebnisse… bitte.”
Er wollte Dajh wirklich gerne sehen, aber er sorgte sich um die Ergebnisse der Tests. Wenn er darüber nachdenken würde, während er bei seinem Sohn war, würde er ihn nur ängstigen. Er hielt es für das Beste, erst die Ergebnisse zu erfahren.

Im anderen Raum spielte ein Officer mit Dajh. Der Mann war vielleicht Anfang 30. Sein silbern schimmerndes Haar und die Narbe auf seiner Stirn sahen aus, als müssten sie Kinder erschrecken, aber Dajh schien ihn zu mögen. Vielleicht mochte der Mann Kinder. Sein Gesicht wirkte grimmig, während er mit Dajh spielte. Vielleicht nahm er einfach seine Aufgaben sehr ernst.

“Dajh ist ein guter Junge. Er ist überhaupt nicht schüchtern und hört auf andere.” Nabaat lächelte, während sie durchs Fenster sah.

“Nun ja, seine Mutter starb, als er noch sehr klein war. Er musste zu Babysittern und in die Kindertagesstädte, also ist er es gewohnt, mit anderen Erwachsenen zu spielen. Deshalb habe ich von Langstrecke auf Kurzstrecke gewechselt. Ich wollte ihm ein besserer Vater sein.”
Vor dem Tod seiner Frau vor drei Jahren, war ihm sein Job sehr wichtig gewesen. Es war immer sein Traum, Pilot zu werden und irgendwann hatte er es endlich geschafft, für eine Langstrecke eingestellt zu werden. Jeder Tag war wunderbar.
Als er für seinen Sohn auf eine Kurzstrecke wechselte, zeigten sich alle überrascht. Sogar Sazh hatte das Gefühl, dass es seltsam war. Er hatte so hart für seinen Traum gearbeitet und dann gab er ihn so einfach auf. Allerdings fühlte sich seine Entscheidung völlig richtig an. Es war das erste Mal, dass er erkannte, was es bedeuten konnte, Zeit mit seinem Kind zu verbringen. Es machte Spaß und erfüllte sein Herz mit Freude.
Er wollte nicht, dass Dajh einsam war, jetzt wo seine Mutter nicht mehr da war. In den letzten drei Jahren hatte er gearbeitet und sich um Dajh gekümmert, so gut er konnte. Aber wenn er ehrlich war, war es Dajh, der ihn gerettet hatte. Sein Lächeln und seine fröhliche Natur waren Sazhs Lebensinhalt geworden.

“Was haben sie gefunden? Können sie ihn von diesem… l’Cie – Dings heilen?” Ich will Dajhs Lächeln nicht verlieren, dachte Sazh. Nabaats Augen wurden traurig.

“Mit unserer menschlichen Technologie… Es tut mir leid, aber das ist uns nicht möglich.”
“Nein…” Sazh Stimme war dünn und schien aus weiter Ferne zu kommen. Wenn Dajh nicht seine Aufgabe erfüllte, würde er zu einem Cie Corpse werden, einem Monster. Wenn er seine Aufgabe erfüllte, würde er zu einem Kristall werden. Der alte Text hatte gesagt, “Die l’Cie, die ihre Aufgabe erfüllt haben, werden zu Kristallen. Ihnen wird die Ewigkeit geschenkt.” Für Menschen war dies aber das Selbe wie der Tod.

Sazh sah auf die andere Seite der Scheibe. Der Officer nahm Dajh huckepack. Dajh lachte und klatschte mit den Händen vor Freude. Sein Lachen war wie immer, obwohl er nun ein l’Cie war. Nur wegen einer blöden Zeichnung auf seiner Hand sollte es ihm nie wieder möglich sein, ein normales Leben zu führen…

“Und wenn sie das Zeichen entfernen würden? Wenn es nur eine Hautveränderung wäre und Sie es entfernen könnten?”
Selbst wenn sie ihm die Hand entfernen müssten, wäre das immer noch besser, als zu einem Monster oder einem Kristall zu werden. Selbst wenn er seine Hand nicht mehr gebrauchen könnte, wäre er immer noch in der Lage, ein glückliches Leben zu führen.

“Das ist nicht möglich. Wir wissen nicht, was dann mit Dajh passieren würde. Es gibt so vieles, was wir über die l’Cie nicht wissen… um genau zu sein, wissen wir so gut wie gar nichts.”
“Aber…”
“Es tut mir leid, dass es nichts gibt, was wir dagegen tun können, aber jetzt müssen wir erst einmal herausfinden, welche Kräfte Dajh hat und was seine Aufgabe ist. Wir sollten die Entfernung des Zeichens als allerletzte Möglichkeit sehen. Wir sollten nichts überstürzen.”

Das war einfach zu sagen, aber sie wussten nicht, wie viel Zeit ihnen überhaupt blieb. Ob nun das Zeitlimit für die Erfüllung seiner Aufgabe bereits morgen ablief, oder den Tag darauf, das konnten sie nicht wissen. Es konnten zwar auch ein oder zwei Jahre sein…
“Zumindest gab es einige Fortschritte.”
“Fortschritte? Wovon reden Sie?”

“Nun ja, bisher ist es nur eine Hypothese,” Nabaat begann zu erklären, “Es sieht so aus, als ob Dajh in der Lage ist, Leute aus Pulse zu spüren. Er müsste in der Lage sein, uns zu sagen, wo sich die Angreifer aus Pulse und die fal’Cie, die sie kontrollieren, verbergen.”
Das kleine bisschen Hoffnung verwandelte sich nun wieder in Verzweiflung. Er konnte sagen, wo sich diese Leute aus Pulse aufhielten. Aber was sollte das bringen? Er verstand einfach nichts davon. Er spürte, dass das der Unterschied zwischen ihm und der PISCOM war. Für die Leute, die Cocoon vor Pulse schützten, würde diese Fähigkeit sicher von Vorteil sein. Sie waren genauso wie die fal’Cie. Sie wollten Dajh nur benutzen.
Er wusste nicht genau, was er von der PSICOM oder der Heiligen Regierung erwartet hatte. Er würde sich nicht auf Nabaat oder irgendjemand anderen von der PSICOM verlassen. Der einzige, der etwas für Dajh tun würde, war er selbst.

“Bitte… lassen Sie mich zu Dajh. Lassen Sie mich meinen Sohn sehen.”
“Natürlich. Hier entlang bitte.” Nabaat stand auf und lächelte. Er wusste nicht, ob es daran lag, dass sich seine Einstellung geändert hatte, aber er schien etwas Kaltes hinter ihrem Lächeln zu sehen.

“Dajh war sehr aufgeregt, als wir ihm sagten, dass Sie kommen würden.”
Wozu wollte sie ihn bringen? Er konnte ihr nicht trauen.

“Daddy!”
Dajh rannte durch die Tür, kaum das diese offen war.

“Dajh!”
Dajh sprang ihm entgegen. Sazh fing ihn auf und hielt ihn fest. Er fühlte sich an wie immer. Als er ihn im Arm hielt, merkte Sazh, wie schwer es für ihn wäre, sollte Dajh einmal nicht mehr sein. Er wollte dieses Gefühl und Dajhs Wärme nicht verlieren. Er würde ihn mit allen Mitteln verteidigen.

“Hey, Daddy…”
Schnell wischte e sich die Tränen aus den Augen, bevor er seinen Sohn herunter ließ.
“Was ist los?” Er kniete sich nieder und schaute in Dajhs Gesicht.
“Ich will Feuerwerk sehen! Ein richtig großes!”
“Feuerwerk?”
“Ja, ein richtig großes. Ganz viel davon am Himmel! So etwa”, sagte Dajh und malte mit seinen Händen einen riesigen Kreis in die Luft.
“Na ja, sie sind noch nicht mit den Tests durch, also nicht jetzt gleich…”
“Nein! Feuerwerk! Ein großes Feuerwerk!”
Er wollte Dajh jeden Wunsch erfüllen, aber er glaubte nicht, dass PSICOM sie einfach so gehen ließen. Jetzt da sie wussten, welche Kräfte er hatte, würden sie solange weiter testen, bis sie seine Aufgabe gefunden hatten.
“Wie wäre es nach den Tests?”
“Nein! Dann wird das Feuerwerk weg sein!”
Dajh war fordernder als sonst. Normalerweise gab er irgendwann nach und tat das, was man ihm sagte. Sazh wünschte sich nun noch mehr, ihm geben zu können, wonach er verlangte.
“Aber jetzt werden noch Tests durchgeführt…” Er sah zu Nabaat herüber. Dajh war ein gutes Kind. Wenn man ihm erklärte, dass die Tests wichtig waren, würde er es verstehen. Er würde zwar traurig sein, aber trotzdem gehorchen. Seltsamerweise sagte Nabaat etwas völlig unerwartetes.

“Wenn du von Feuerwerk sprichst, meinst du dann das Festival?”
Richtig, in ein paar Tagen fand dieses Feuerwerksfestival in Browdam statt. Er fragte sich, ob Dajh die Poster in Browdam bemerkt hatte, als sie hindurchfuhren, um den fal’Cie zu sehen.

“Warum willst du da hin? Magst du Feuerwerk?”
Dajh schaute nach oben, als ob er nach der Antwort suchen würde. Er presste die Lippen aufeinander.
“Was ist los Dajh?”
“….. es ist dort.” Er flüsterte und klammerte sich an Sazh.
“Was ist dort?”
Er presste die Nase gegen Sazhs Schulter und schüttelte den Kopf.
“Okay, Dajh. Wir gehen alle zusammen hin und schauen uns das Feuerwerk an.” Nabaat sagte dies, während sie Dajh den Rücken rieb.Meint sie das ernst?

“Lieutenant, sind Sie sicher, wir sollten…”
“Ich glaube, wir sollten es prüfen.” Sie schob mit der Fingerspitze ihre Brille hoch und nickte dem Officer zu.

“Wir haben Dajh bisher noch nie so etwas sagen gehört. Es ist möglich, dass seine Kräfte, Leute aus Pulse zu orten, aktiv sind und etwas auf dem Festival in Bowdam passieren wird.”
Natürlich hat man für seine Familie andere Gefühle als für andere Personen. Sazh sagte nichts. Diese Leute wollten vielleicht, dass Dajh seine Aufgabe so früh wie möglich erfüllte, doch Sazh wollte seinen Sohn nur zum Feuerwerk mitnehmen.

Er hatte genug davon, dass Dajh als Versuchskaninchen hinhalten musste.

Kapitel 5

Übersetzt von Toro Inoue – Vielen Dank!

Wir werden das Feuerwerk sehen. Dajh war so glücklich, er rannte schreiend und springend durch den Raum. Wahrscheinlich wegen all den Tests, die ihn so erschöpft gemacht haben. Auch wenn PSICOM Offiziere oder spezialisierte Kinderpsychologen mit ihm spielen würden, wäre er trotzdem wie ein Vogel im Käfig.
Sie haben ihn immer und immer wieder getestet, dennoch konnten sie seinen Fokus nicht herausfinden. Das Einzige, was sie wussten, war, dass er die Gegenwart von Dingen aus Pulse spüren konnte. Nein, was ich mir gedacht habe, war falsch. Ich dachte, dass sie mir nur Lügen erzählten, weil die PSICOM nicht ihre Ergebnisse bekamen, von denen sie hofften.
Ich glaubte nichts, bis wir mit dem Flugschiff nach Bowdam geflogen sind. Du warst auch mit im Flugschiff. Erinnerst du dich, als Dajh dich das erste Mal sah? Nur in der Erinnerung kann ich mich recht entsinnen, als ich ihn so lächeln sah…

Sazh beobachtete wie Dajh den Weg im Flugschiff auf- und abrannte – seine Gedanken waren in Aufruhr. Der kleine Chocobo jagte ihm nach. Als die zwei Jungs, nein…als sich der Junge und der Chocobo zum ersten Mal sahen, wurden sie sofort Freunde. Die Kabine wurde durch die zwei in Leben versetzt. Als keine anderen Fluggäste mehr an Bord waren, ließ Sazh sie machen, was sie wollten. Als er daran dachte wie Dajh für lange Zeit im Raum eingesperrt wurde meinte er, sein Sohn habe das Recht sich freizubewegen und Spaß zu haben. Er könnte ihn stoppen. Nabaat schien sich dadurch nicht beunruhigt zu fühlen. Tatsächlich befahl sie einem Untergehörigen Dajh und den Chocobo spielend aufzunehmen. Möglicherweise brauchte sie es für andere Tests.
,,Daddy, ich habe Durst.” sagte Dajh, als er zu Sazhs Platz rannte. Er war bestimmt wegen dem ganzen Spielens müde geworden. Natürlich war der kleine Chocobo direkt hinter Dajh und benutzte Sazhs Kopf als Landeplatz. Sazh öffnete eine Kanne Saft für ihn und sein Sohn trank es mit einem großen Schluck hinunter. Kein Wunder, dass er so durstig war – er rannte und jubelte unentwegt.
,,Was meinst du, wir sollten dem kleinen Kerl doch einen Namen geben?”
Als sie sich zum ersten Mal trafen, jagte der kleine Chocobo sofort ihm nach. Sie hatten keine Zeit ihn zu benennen.
,,Uhmm, einen coolen Namen. So einer wie aus dem Fernsehen!”
Er sprach über das Kinderprogramm, das er jeden Tag schaute. Der Held war ein kleiner Chocobo, welcher für Gerechtigkeit kämpfte. Babychocobos wurden durch die Sendung in der Gegenwart sehr populär.
,,Aber was ist wenn er ein Mädchen ist? Was würdest du denn tun?”
Man sagt, dass sogar Chocoboexperten das Geschlecht nicht identifizieren können. Sie sind wirklich mysteriöse Kreaturen. Sie können die menschliche Sprache verstehen und besitzen ein großes Heimfindevermögen. Das ist alles was man über sie weiß.
,,Okay, dann soll es ein cooler, süßer Name sein!”
,,Das ist ganz schön schwierig, aber du hast ja noch viel Zeit. Er wird schon nicht weglaufen.”

Wie viel Zeit Dajh wirklich vergeudete, war eher das Problem. Sazh wurde depressiv. Was für einen Fokus könnte ein sechsjähriges Kind schon haben? Einer, der nichts anderes kann als nur springen, schreien und spielen?
,,Daddy, Daddy, was ist das?” sagte Dajh, während er aus dem Fenster zeigte.
,,Hm, lass mich sehen. Oh, das sind die Ruinen von Bowdam. Das heißt, dass wir bald da sind.”
Dajh drückte seinen Kopf gegen die Fensterscheibe und blickte auf die Ruinen. Sazh dachte, dass er sie schon im Zug nach Ewleede gesehen hat. Vielleicht gaben sie Dajh einen Blick von oben einen ganz anderen Eindruck.
,,Ich will dort rein.”
,,In die Ruinen? Zu schade, das geht nicht. Es gibt keine Tür. Und auch keiner weiß, was sich darin befindet. Es ist nur ein komisches Objekt aus Pulse…”
Dann erinnerte sich Sazh. Ein merkwürdiges Objekt aus Pulse? Was ist, wenn Nabaat recht hatte? Meinte sie nicht, dass Dajh in der Lage wäre, Dinge aus Pulse wahrzunehmen?
,,Es ist dort drinnen.”
,,Dajh…du…”
Er hatte zu viel Angst, mehr zu sagen.
,,Dajh, gibt es dort irgendetwas?”
Plötzlich stand Nabaat neben ihnen. Sie musste zugehört haben.
,,Ich weiß nicht. Aber es ist dort.”
,,Ich verstehe. Du weißt nicht, was dort drin ist, aber du weißt, dass da etwas ist?”

Aus dem Fenster schauend nickte Dajh.
,,Danke sehr. Du bist so ein guter Junge.” sagte sie und tätschelte Dajh auf dem Kopf. Sie guckte Sazh in einer Weise an, um zu wissen, was Dajh Stärke ist.
Aber er konnte es nicht glauben. Solche Ruinen sahen komisch aus. Dajh war nur interessiert an ihnen, weil er sie betreten wollte.
,,Wir werden ein Forschungstrupp aufstellen und diese Ruinen untersuchen. Möglicherweise ist dort der Pulse…”
,,Machst du Witze? Es kann nicht möglich sein!” Sazh schrie ohne es zu begreifen. Dajh sprang und schaute nach ihm. Sein Vater beruhigte sich.
,,Keine Angst, Daddy war nur etwas überrascht. Es tut mir Leid, dass ich geschrien habe und ich dich so überrascht habe.” Er schnappte sich Dajh und ließ ihn überholen. Er wollte nicht, dass er durch das Fenster schaute.

Ich wollte nicht glauben, dass er wirklich Dinge aus Pulse wahrnehmen kann. Ich denke, irgendwo tief im Inneren, dass sie Unrecht haben. Es kann nicht sein, dass Dajh ein l’Cie ist. Als er auf die Ruinen sah, konnte ich nicht tatenlos zu sehen.
Ich überzeugte mich und glaubte, dass Dajh nur das Feuerwerk sehen wollte. Das hatte nichts mit Pulse zutun. Ich war mir sicher, dass er das nur von Leuten aus dem Zug von Bowdam nach Ewleede aufgeschnappt hat. Ich habe es Dajh nie erzählt, Dajh wusste, dass das Feuerwerk in Bowdam Menschen Wünsche gewähren lassen.
,,Hey, erinnerst du dich, was du dir wünschen wolltest?” ,,Ich wünsche mir, dass Daddy wieder glücklich wird”, sagte er. Ich wusste, dass ich danach nicht so traurig gucken durfte, sogar wenn ich in beunruhigte. Ich beschloss, dass ich nie wieder traurig oder besorgt gucken werde, wenn Dajh in meiner Nähe ist. Ich gab mein Bestes, oder nicht? Auch nach dem, was der Leutnant sagte…

Es war so hell wie zum Mittag. Das Ende des Feuerwerks nahte und viele Raketen wurden schon entzündet. Jeder hat sich sicher schon Dinge gewünscht. Die Menschen haben schon in den Himmel geschaut und ihr ,,Ohh” und ,,Ahh” wiedergegeben. Dajh hielt Sazhs Hand. Er sprang auf und ab, lachend und lächelnd.
,,So Leutnant Nabaat. Wie war es?”
Sazh und Nabaat waren die Einzigen, welche sich von den anderen Menschen unterschieden. Nabaat wartet im Flugschiff auf das Ergebnis des Untersuchungstrupp. Wenn sie jetzt hier wäre, bedeutete dies…
,,Ich habe eine Nachricht vom Untersuchungstrupp erhalten.” sagte Nabaat mit einer tiefen Stimme.
Sazh hielt den Atem an und wartete, bis sie fortsetzte.
,,Es gibt einen Pulse fal’Cie in den Ruinen.”
Der Lärm verschwand. Das Knallen des Feuerwerks, die Grüße der Menschen, alles verschwand. Das Einzige was blieb, was Nabaats Stimme.
,,Es ist wirklich erstaunlich. Diese Ruinen gibt es schon seit hunderten von Jahren, aber das Saktum war unfähig, damit etwas anzufangen. Wir verdanken Dajh sehr viel.”
Dajh war sich nicht bewusst, was Nabaat über ihn erzählte. Seine Hände streckte er in den Himmel, springend, als ob er das Feuerwerk berühren wollte.
,,Ich meine, er sagte nur, dass er nach Bowdam wollte, weil dort etwas wäre. Aber wer hätte das gedacht…”
Wer hätte gedacht, dass in Bowdam ein Pulse fal’Cie ist. In den Ruinen ohne Ein- oder Ausgang.
,,Jetzt sind wir uns sicher. Dajh kann Dinge aus Pulse wahrnehmen.”
,,Das ist mir egal. Was ist sein Fokus? Dinge aus Pulse wahrzunehmen?”

Nabaats Ausdruck wurde düster. ,,Wir sind uns nicht sicher, ob es das ist.”
,,Aber warum nicht? Ich meine, er hat es für dich gefunden. Warum könnte es das nicht sein?”

,,Entschuldige, aber es gibt zu viele Dinge, über die wir nichts wissen. Aber ich vermute, dass es nicht so etwas Einfaches ist, wie einen Pulse fal’Cie zu finden…” Sie unterbrach sich selbst. Es schien so als würde sie darüber nicht mehr sprechen wollen. Wenn Dajh Fokus darin liegen würde, einen Pulse fal’Cie zu finden, hätte er sich in einen Kristall verwandelt. Das heißt, dass es nicht sein Fokus ist.
Musste er auch die l’Cie finden, die sich verstecken? Oder vielleicht musste er sie nicht finden, sondern auch noch bezwingen. Wie dem auch sei, für einen sechsjährigen Jungen wäre das zu viel.
,,Daddy, hey, Daddy!” Dajh zog an seinen Arm.
,,Oh ‘tschuldige, was ist los?”
,,Lass uns als Nächstes zum Nautilus Park gehen!”

Sazh und Nabaat sahen sich einander an. Der Nautilus Park war ein Freizeitpark, welcher durch das Saktum betrieben wurde. Dieser war das Zentrum von Nautilus City. Nahm Dajh Dinge von Pulse wahr? Es war möglicherweise der Pulse l’Cie.
,,Ist dort irgendetwas?”
Er schaffte es kaum, seine Stimme vom Schütteln abzuhalten. Wenn dort ein Pulse l’Cie sein würde, hieße das, dass Dajh sich in einen Kristall verwandelt.
,,Yeah, dort gibt es viele Chocobos und flauschige Dinge!”
Sazh fühlte sich erleichtert. Sein Sohn wollte nur Chocobos und Schafe sehen. Und ja, sie haben im Zug nach Ewleede über den Park gesprochen. Er hat sich möglicherweise daran erinnert.
,,Es scheint als habe es nichts mit Pulse zutun.”
Sazh nickte langsam.
,,Nimm mich, nimm mich!”
Sazh versuchte ihn zu überzeugen, dass sie erst später dorthin gehen können, aber Nabaat mischte sich ein. Er dachte, dass sie enttäuscht sein muss, da ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden, aber ihr Ausdruck war freundlich.
,,Bitte sag mir Bescheid, wenn du irgendwo woanders hingehen möchtest, okay?”
Oh, natürlich. Auch wenn die Zeit unpassend scheint, gibt es immer noch ein nächstes Mal. Möglicherweise dachte sie das. Oder vielleicht dachte sie, dass ein Kind, welche die tragende Last eines l’Cie trägt, etwas Spaß braucht und sie ihm geben möchte. Nein, das passt nicht zu ihr. Definitiv nicht.
,,Ich werde dich wo immer du hin willst hinbringen!”
,,Nautilus Park!”

,,Okay, okay. Das nächste Mal werden wir alle gemeinsam gehen. Versprochen.”
,,Okay!”

Wenn jemand ihnen beobachten würde, hätte er sicherlich vermutet, dass es freundlich von ihr ist. Jemand, der nicht die Wahrheit kennt. Sazh blickte umher und erkannte ein bekanntes Gesicht. Der silberhaarige Soldat. Wie war sein Name? Leutnant Rosch, dachte er.
,,Leutnant Nabaat”, seine Stimme war streng. Sazh erreichte ein schlechtes Gefühl. Nabaat stand. Dajhs Gesicht wurde freundlicher, weil er vermutete, dass er gekommen wäre, um zu spielen. Sazh nahm Dajh an sich. Worüber sie sprechen würde, wäre sicherlich nicht für Kinderohren geeignet.
,,Der Entschluss steht fest.”
Sazh hörte ihnen zu, als er Dajh von ihnen wegbrachte.

Kapitel 6

Übersetzt von Purity – Vielen Dank!

Der “Entschluss“, von der Leutnant Rosch gesprochen hat, war die Abschottung von Bowdam und seinen Einwohnern. Sie kamen einen Tag nach dem Feuerwerkfestival. PSICOM arbeitet schnell. Aber wirklich schnell war, wie sie die Blockaden um die Bowdam Ruinen gezogen haben. Ich hörte davon erst später.

Das Forscherteam, das in die Ruinen geschickt worden war, kam nie zurück. Nicht ein Einziger. Nachdem das Team eine drahtlose Mitteilung gesandt hat, in dem sie von den fal’Cie berichteten, haben sie ihre Position verloren. Statt ein Rettungsteam zu ihnen zu schicken, haben PSICOM die Ruinen blockiert. Auch wenn sie da drin noch leben könnten. Naja, die Soldaten könnten damit vielleicht umgehen, aber nicht die Zivilisten. Denkst du die könnten das einfach so akzeptieren? Nein, natürlich nicht. Mir ging es genauso. Keine Erklärungen, ich wusste nur, dass wir nicht aus der Stadt kamen. Wer würde sich da einfach hinsetzen und Nichts tun?

Besonders an jenem Tag, als es nicht nur die Einwohner von Bowdam betraf. Touristen aus ganz Cocoon waren da. An diesem Tag, nachdem Feuerwerkfestival, war alles total verrückt.

Als das Festival zu Ende war, blieben wir die Nacht über in der Sicherheitskraft Garnison. Eigentlich wollten sie zurück ins Medizinzentrum nach Eden kehren, aber als Dajh fragte Gehen wir schon?” haben sie ihre Pläne geändert. Sie dachten, dass er etwas fühlen würde und wollten bleiben.

Die Forschercrew, die Dajh testeten, war mit zu dem Fest gekommen, aber sie konnten ihre Tests in der Garnison nicht fortführen. Es wäre schon ziemlich merkwürdig gewesen, sie in verschiedene Räume aufzuteilen, also gaben sie ihr Einverständnis, dass sie alle zusammenbleiben konnten.

Nabaat fragte schon danach, Dajh endlich weiter zu untersuchen. Sie meinte, dass jedes noch so kleine Wort, das er sagt ein versteckter Hinweis sein könnte. Sazh konnte nichts dagegen sagen. Auch wenn er sich geweigert hätte, dann hätten sie versteckte Kameras und Diktiergeräte aufgestellt. Sie würden alles mitbekommen, egal wie schwer es sein würde. Und Sazh wusste das. In jedem Fall. Dajh war glücklich. Er hüpfte zusammen mit dem Babychocobo auf dem Bett herum und rannte durch das Zimmer bis es Nacht wurde.

Sazh dachte, dass sein Sohn verschlafen würde, aber er wachte zur selben Zeit wie immer auf und sah ziemlich verschlafen aus. Er schlang sein Frühstück schnell hinunter und als er das Babychocobo spielen sah, wollte er unbedingt mitspielen, seine Müdigkeit hatte er schon vergessen. Vielleicht wollte Dajh nach Bowdam, um von diesen ganzen Tests wegzukommen. Jetzt grade sah es nicht so aus als würde er irgendeine Verbindung zu Pulse haben oder irgendwelchen Sachen aus Pulse. Er war nicht so drauf wie er war, als er sagte, dass er herkommen wollte, um das Feuerwerk zu sehen.

Daddy, ich will Fernsehen gucken!”

Was? Oh richtig, es ist schon wieder soweit.”

Es war nur ein 15 Minuten Kinderprogramm, aber Dajh schaute es sich immer an bevor das normale Alltagsgeschehen begann. Dajh schaut es sich an während Sazh sich anzog und wenn es soweit war, schaltet er den Fernseher aus und sie würden zusammen aus dem Haus treten.

Sazh dachte, dass, solange Dajh noch altersgemäß dieses Programm schauen würde, sie dieses Ritual tagtäglich wiederholen würden. Nach der Arbeit würde er ihn vom Kindergarten abholen und auf dem Weg nach Hause würden sie sich überlegen, was es zu Essen geben soll, sie würden noch bei einem Supermarkt anhalten um Sachen einzukaufen… Was mal etwas Alltägliches war schien ihm jetzt wie ein Wunder gewesen zu sein. Aber dieses Wunder war weg, sein Licht wurde kalt.

Daddy, der Fernseher spinnt” sagte Dajh traurig. Sazh schaute auf, bemerkte wo er war.

Alle Kanäle sind die gleichen.”

Das ist… die Bowdam Station.”

Das Bild zeigte Soldaten an der Bowdam Station und wie diese blockiert wurde. Eine weibliche Nachrichtensprecherin kam aus dem Off.

Letzte Nacht wurde in den Ruinen um Bowdam Bay ein fal’Cie von Pulse gefunden. Das Sanctum hat sich dazu entschlossen, die Stadt von Bowdam und die umliegenden Gebiete abzusperren.”

Das Bild zeigte nun ein Video von der Luftschiffflotte über der Station. Sazh rannte zum Fenster hinüber. Er konnte die militärischen High-Speed Schiffe abheben sehen und Soldaten liefen auf dem Boden umher. Der Himmel war voller Luftschiffe. Die Videoberichterstattung lief weiter.

Das Sanctum hat offenbart, dass der Unfall, der sich im Ewleede Canyon zugetragen hat, in Wirklichkeit von den Pulse l’Cie hervorgerufen wurde.

Bei dem Wort “Pulse” drehte er sich um. Man sah Leute, die versuchten in die Station zu gelangen aber von den Soldaten zurückgeschleudert wurden. Wahrscheinlich waren das Touristen. Wir leben noch nicht mal hier, werden sie sich wohl sagen, wir sind nur zufällig hier. Warum passiert das grade uns?

Nach den jüngsten Ereignissen steigt die Angst der Menschen in der Stadt. Manche sagen, dass sie Schutzmaßnahmen einer Quarantäne gleichen und das darf nicht sein.”

Er wollte nichts mehr hören. Er wollte keine Menschen sehen, die seine Verzweiflung teilten. Er stellte den Fernseher ab.

Kein Fernsehen heute. Du musst wohl morgen weiterschauen. Schau mal, er will mit dir spielen.” Das Babychocobo flog aus seinem Haar heraus. Dajh lachte und sie rannten zusammen durch das Zimmer. Er hat das Kinderprogramm, das er sehen wollte, schon vergessen.

Es klopfte an der Tür und es schien so, als ob es nur auf diesen Moment gewartet hätte. Wahrscheinlich haben sie gewartet. Der Raum wurde wohl per Monitor überwacht. Als er die Tür öffnete, stand Nabaat auf der anderen Seite.

Mr. Katzroy, wir wollen so schnell wie möglich los. Bitte bereiten Sie sich vor.”

Sind Sie sicher? Was ist mit den Sachen die Pulse gesendet haben soll? Oder was immer es war.”

Sie blickte über Sazh’ Schulter in den Raum. Als sie sah, dass Dajh in das Spielen mit dem Chocobo vertieft war, sagte sie mit gedämpfter Stimme:
Das Sactum hat sich dazu entschieden, alle Bewohner, die die Stadt verlassen wollen, zu bekämpfen.
Was bedeutete, dass alle Menschen, die möglicherweise aus Pulse kommen könnten und die Stadt verlassen wollen nach Pulse geschickt werden. Sie sprach so davon, als ob es das nächstmögliche wäre, nachdem man eine Stadt in Quarantäne geschickt hat.

Wir erwarten, dass es nach Bekanntgabe ein paar Aufstände geben wird.”

Das war untertrieben. Wenn man betrachtete, wie die Menschen sich schon fühlten wenn sie davon abgehalten wurden, die Stadt zu verlassen. Wenn sie dazu gezwungen werden nach Pulse zu gehen, dann würde es dazu führen, dass die Zivilisten die Soldaten angreifen würden. Das wäre nur eine Frage der Zeit.

Natürlich müssen wir uns beeilen den Pulse l’Cie zu finden, aber Dajh zu beschützen, ist das Wichtigste von allen. Wenn das Flugschiff bereit ist, werden wir losziehen.”

Nabaat drehte sich um und ging aus dem Raum, nur ihre Worte klangen nach.

Kurz nachdem haben sie die Garnison verlassen. Sie sagten ihnen nicht wann oder ob überhaupt sie zum Medizincenter zurückkehren würden. Man sagte ihnen nur, dass sie auf das Flugschiff gehen sollten. Dajh verließ den Raum ohne sich zu beschweren oder eine Szene zu machen.

Sazh dachte, dass er wieder mit dem Chocobo spielen würde, so wie er es auf dem Hinflug nach Bowdam getan hatte, aber er war ruhig. Er saß am Fenster und starrte nach Bowdam.

Daddy, etwas fliegt.” flüsterte Dajh.

Der Himmel über Bowdam wird von der PSICOM Schiffflotte besetzt, das ist keine Überraschung. Ich bin sicher da ist eine Menge… huh?”

Als er aus dem Fenster sah, erblickte er das “etwas” das Dajh meinte. Es sah aus wie ein High-Speed Flugschiff, aber seine Bewegungen waren merkwürdig.

Was machen die?”

Dann wusste er, warum es so merkwürdig war. Sie wurden von anderen Militärschiffen begleitet. Sie wurden von ihnen angegriffen. Das andere Schiff versuchte, den Angriffen auszuweichen, schlängelte sich vor und zurück, das schien ihre Flugbewegungen so merkwürdig aussehen zu lassen. Das Schiff flog in Richtung Ruinen, grade auf sie zu.

Sie fallen!” schrie Dajh. Das Schiff wurde getroffen, schwarzer Rauch strömte aus dem Hinterteil aber sie flogen weiter zur Spitze der Ruinen. Dann sprang jemand aus dem Schiff.

Ein Zivilist?”

Von hier sah es aus wie ein junges Mädchen. Sie streckte ihre Hand nach dem Schiff und rief etwas. Natürlich, deswegen wurden sie verfolgt. Einige Zivilisten haben das Schiff gestohlen. Dann wurde das Mädchen in die Ruinen gezogen, das Schiff auf dem sie flog, geriet außer Sicht. Was war passiert?

Dajh, hast du gesehen wie jemand aus dem Schiff in die Ruinen gesprungen ist?”

Nabaat stand direkt hinter ihnen. Dajh nickte.

Und hast du sie verschwinden sehen?”

Sie sind nicht verschwunden. Sie sind dort drinnen.”

Es schien so, als ob seine Augen ihn nicht getäuscht hätten, sie wurden wirklich in die Ruinen gezogen. Aber das würde bedeuten, dass Menschen, die in den Ruinen waren, vom Pulse fal’Cie gefangen gehalten werden.

Gut gemacht, Dajh.” sagte Nabaat und tätschelte ihm den Kopf. Wovon redet sie? dachte Sazh. Sollten sie nicht versuchen das Mädchen zu retten?

Ihr… ihr müsst versuchen sie zu retten!”

Nein, werden wir nicht. Diese Ruinen werden nach Pulse gebracht, geschlossen wie sie nun sind. So wie auch die Bewohner von Bowdam, also gibt es kein Problem.”

Sazh konnte nicht glauben was er da hörte. Sie wollen es nach Pulse schicken? Sagte sie das wirklich?

Nebenbei, es ist sehr wahrscheinlich, dass sie ein Pulse l’Cie war. Meinen Sie nicht?”

Die Feinde deines Sohnes, das sagte sie damit. Sie sah Dajh an. Er hat schon das Interesse an den Sachen, die außerhalb geschahen, verloren und rannte mit dem Babychocobo herum.

Dajh hat etwas anderes von Pulse mitbekommen, aber sein Fokus war immer noch nicht komplett. Auch wenn er ein Mädchen gesehen hat, das vielleicht ein Pulse l’Cie war, hat er sich nicht in einen Kristall verwandelt. Was bedeutete, dass sein Fokus Pulse fal’Cie, oder l’Cie, zu finden und zu zerstören war.

Dajh zeigte Interesse an dem Schiff, indem das Mädchen war. Also ist es wahrscheinlich das Beste, wenn wir die Ruinen nach Pulse schicken ohne darin herumzudoktorn.”

Sazh fühlte, wie etwas in ihm zuschnappte.

Oh, Sie meinen es ist das Beste? Was zur Hölle ist los mit Ihnen? Wenn wir das nach Pulse schicken…”

Wenn es nach Pulse gelangt, kann niemand auf Cocoon dorthin. Dann ist Dajh niemals in der Lage, seinen Fokus zu vervollständigen.

Wenn wir es nach Pulse schicken? Dann sind die Einwohner von Cocoon befreit von der Gefahr von Pulse.”

Das ist vielleicht okay für Sie, aber was wird aus Dajh? Sie lassen ihn sich einfach in einen Cie Corpse verwandeln? Warum haben Sie dann die ganzen dämlichen Tests an ihm gemacht?”

Nabaat zuckte nicht mal.

Natürlich machen wir das für die Menschen von Cocoon. Meinen Sie etwa, dass es etwas mit höherer Priorität gibt?”

Wa….”

Er war noch nie so wütend, die Worte steckten in seiner Kehle fest. Er ballte seine Fäuste, aber sie zitterten unaufhörlich.

Verstehen Sie mich nicht falsch, Mr. Katzroy. Es ist meine Aufgabe die Einwohner von Cocoon vor der Bedrohung Pulse’ zu beschützen..”
Ihre Worte waren so kalt wie Eis. Ein schreckliches Lächeln kräuselte sich um ihre Lippen.

Es ist nicht gut zu laut zu werden, nicht wahr? Denken Sie doch daran wie ihr Sohn sich fühlt.”

Sazh sah nach Dajh. Dies war keine Konversation, die ein Kind mitbekommen sollte. Glücklicherweise hat er nichts von ihnen mitbekommen, er kletterte über sie Sitze. Er merkte jetzt, wie ihm die ganze Energie aus den Beinen glitt, setzte sich auf den Sitz hinter ihm und hielt seinen Kopf in den Händen. Er hörte ihre sich entfernenden Schritte aber hatte keine Energie, etwas dagegen zu tun.

Es gibt nichts was ich tun kann, dachte er. Er wusste es von Anfang an. Für PSICOM und das Sanctum war Dajh nur ein Werkzeug, das sie nach ihren Wünschen benutzten. Solange wie Cocoon sicher ist war ein einzelnes Kind nichts wert. Nicht nur für Nabaat, für alle PSCIOM – nein, alle aus Cocoon dachten so.

Natürlich war Sazh ganz Cocoon egal solange sein Junge in Sicherheit war. Was bedeutete, dass er der Einzige war, der alles für ihn tun konnte. Er musste nur Dajh’s Fokus für ihn vollenden, mit seinen eigenen Händen. Es ist egal ob es klappt oder nicht, sie würden ihr altes Leben nie wieder bekommen. Das Einzige was auf ihn wartete war der Tod oder etwas Vergleichbares. Aber ein Kristall war immer noch besser als ein Monster.

Er musste die Pulse fal’Cie zerstören. Aber konnte er das? Er war ein normaler Mann. Könnte ein normaler Mann so etwas Mächtiges wie einen fal’Cie zerstören? Nein, das war nicht das Problem. Er dachte an das Mädchen, wie es an der Spitze der Ruinen stand und etwas rief. Es war unmöglich, dass sie dort sein konnte, sie sollte nicht dazu in der Lage sein, die ganzen Soldaten zu überlisten und in die Ruinen zu gelangen. Aber sie hat es geschafft. Wie Nabaat sagte, sie waren vielleicht Dajh’s Feinde. Aber sie gaben ihm Hoffnung. Auch wenn es etwas Unmögliches war, er hatte allen Grund dazu, es zu versuchen.

Dajh…” Er wollte es nur zu seinem Herzen sagen, aber es kam ihm über die Lippen.

Was ist, Daddy?”

Dajh war auf den Sitzen hinter ihm. Er sprang auf seinen Rücken und schaute in Sazh’s Gesicht.

Nichts… nichts.” Seine Vision verschwamm. Er sah aus dem Fenster. Dad versucht ein bisschen zu schlafen, ja?”

Okay.” sagte Dajh und rannte davon. Sazh lag da, mit geschlossenen Augen und lauschte dem Tschirpen des Chocobos und Dajh’s fröhlichem Schreien.

Als sie am Medizinzentrum ankamen, sollten sie in verschiedene Räume gebracht werden. Sazh wollte, dass das Chocobo mit zu Dajh geht, aber das ging nicht.

Nein! Ich will bei Daddy bleiben!”

Dajh hielt sich an dem Mantelzipfel von Sazh fest und wollte nicht gehen. Vielleicht wusste Dajh, was er vorhatte. Dass er die fal’Cie in den Ruinen zerstören würde bevor sie die Chance dazu hatten, sie nach Pulse zu schicken.

Es tut mir leid Dajh, aber wir müssen wichtige Tests machen. Du musst nur ein kleines bisschen länger warten. Morgen darfst du sogar ein wenig mit deinem Vater spielen. Wäre das in Ordnung?” Nabaat lächelte.

Dajh sah verloren aus. Er hielt sich immer noch an seinem Vater fest.

Wenn du mit den Tests fertig, bist kaufe ich dir was immer du möchtest. Was hättest du gerne? Ein Bilderbuch? Ein riesiges Chocobospielzeug?”

Wirklich?

Ja, wirklich. Was immer du willst, du musst es nur sagen.

Ich möchte zum Nautilus Park! Ich will all die Chocobos sehen!

Wieder der Nautilus Park. Er sagte das auch während des Feuerwerk Festivals. Er wollte wirklich dorthin und die Chocobos sehen. Er wollte, dass Dajh ihn um etwas bittet, so hätte er eine Ausrede gehabt um zu den Ruinen zu gelangen.

Aber Dajh fragte nie nach etwas. Er wollte an einen Ort, er wollte Zeit mit seinem Vater verbringen. Also machte er ein Versprechen. Was sollte er sonst tun?

Okay, wenn du mit den Tests durch bist, fliegen wir zum Nautilus Park.”

Das Babychocobo tschilpte als ob es sagen wollte, dass sie es nicht vergessen sollten.

Natürlich bringen wir den Kleinen auch mit.”

Okay! Du versprichst es, ja Daddy?

Ich verspreche es.”

Ein Versprechen, dass er nie einhalten würde. Wenn Sazh die fal’Cie bekämpfen würde, würde Dajh zu einem Kristall werden, noch bevor die Tests zu Ende wären. Wenn er sie nicht zerstören würde… dann würde er zu einem Cie Corpse werden.

Sei artig bei den Tests okay?”

Dajh nickte als Sazh ihn auf den Boden stellte und ihn gehen ließ. Er sah so glücklich aus, weil er bald den Nautilus Park sehen würde. Er lächelte. Dieses Lächeln hat Sazh immer aufgebaut. Es war sein Schatz. Ich werde dich nicht zu einem Monster werden lassen, das schwor er sich. Auch wenn du zu einem Kristall wirst, du sollst dein Lächeln behalten…

Er brannte Dajhs Gesicht in seinen Kopf ein und versuchte, sich selbst zu zulächeln. Er fragte sich, ob er das überhaupt konnte. Er konnte Dajh oder Jihl nicht wissen lassen, dass er grade Auf Wiedersehen sagte.

In Ordnung Dajh, willst du nun in dein Zimmer gehen? Ich bin auch bald da.”

Okay Daddy. Du versprichst es, ja?” sagte er und rannte durch die Tür. Als er dort ankam, war er verschwunden. Sazh knirschte mit den Zähnen. Es war am besten so.

Danke für die Kooperation, Mr. Katzroy.”

Uh, nein das ist…”

Anscheinend hatte sie schon vergessen, was auf dem Flugschiff passiert war. Sie bog sich zu ihm. Sie war gut, er wusste nicht, ob er dazu in der Lage wäre gegen sie anzutreten. Aber er musste einen Weg finden, ihr auszuweichen. Er tat sein Bestes sich selbst zu beruhigen bevor er sprach.

Da ist nur eins, was ich gerne wissen möchte.”

Er wusste, dass er beobachtet wurde, genauso wie Dajh. Wenn er nach Bowdam zurückkehren wollen würde, musste er sich eine Ausrede einfallen lassen.

Ich würde gerne nach Palumpolum gehen und ein Bilderbuch oder Spielzeug oder irgendwas kaufen. Sie wissen schon, für Dajh.”

Es gab einen großen Laden in Palumpolum, der nichts außer Bücher und Spielzeuge für Kinder verkaufte. Wenn er einen Piloten hatte, der eine lange Route flog, würde er dort oft anhalten und alles Mögliche an Geschenken für Dajh kaufen. In dem Moment wusste er noch nicht einmal, was ihm gefallen würde, er würde einfach das kaufen, was er als erstes sehen würde. Seine Frau würde jetzt lachen.

Naja, wissen Sie… Es muss schwer für einen so kleinen Jungen sein, so viele Tests zu durchlaufen. Ich würde ihm gerne etwas kaufen, um ihn zu unterhalten, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Wissen Sie, nur das.”

Ja, ich denke, das würde Dajh sehr glücklich machen.

Wenn ich jetzt losfliegen und mich beeilen würde, dann könnte ich morgen Spätnachmittag wieder hier sein. Aber wenn Dajh fragt, könnten Sie ihm dann nichts verraten? Ich möchte nicht das er sich Sorgen macht.”

Natürlich, ich verstehe.” sagte sie und lächelte. Dann meinte sie:

Na gut, warum schicken wir Sie dann nicht mit einem Militärschiff dorthin? Wenn Sie nach Palumpolum wollen, geht das wesentlich schneller als mit irgendeinem zivilen Flugschiff.”

Dachte ich mir schon, sagte Sazh zu sich selbst. Sie wollen ihn unter Beobachtung halten so gut es ging. Er war glücklich Palumpolum gewählt zu haben. In einer kleineren Stadt könnte er sie nicht abhängen, aber in einer so großen Stadt wie Palompolum würde das kein Problem darstellen.

Das wäre eine große Hilfe, danke.”

Es musste funktionieren. Er zwang sich zu einem Lächeln.

Kapitel 7

Übersetzt von Rena12 – Vielen Dank!

Ich habe normalerweise keine Probleme, vor Wachhunden abzuhauen. Ich bin immer zu diesem Geschäft gegangen, um Dajh Geschenke zu kaufen. Ich kannte jede Ecke, jeden Seitengang… Jeden Winkel. Das wird ihnen eine Lehre sein, einen Menschen zu unterschätzen. Als ich Palumpolum verlassen hatte, wechselte ich immer von Zügen auf mietbare, fliegende Motorräder. Ich hielt nie an. Ich konnte nicht anhalten. Der schwerste Teil lag noch vor mir. Ich musste versuchen, irgendwie in Bowdam einzudringen… Aber dies gelang mir leichter, als ich erwartet hätte. Die PSICOM – Soldaten hatten die Befehle, nichts aus der Stadt zu lassen. Nicht einmal eine Ratte. Aber sie hätten niemals vermutet, dass jemand versuchte in die Stadt zu gelangen. Ich erzählte ihnen, dass meine Frau und mein Kind in der Stadt waren und ich zu ihnen wollte. Wenn sie sie schon nach Pulse schicken würden, dann könnten sie uns auch als Familie hinschicken.
Es war so einfach… Sie machten sich nicht einmal mehr die Mühe, mich zu kontrollieren.

Das habe ich gut gemacht, findest du nicht auch?
Naja, jetzt ist es an der Zeit, dass sich unsere Wege trennen. Es wird erzählt, dass Pulse wie die Hölle ist. Aber bevor ich nach Pulse gelange, muss ich zuerst diesen fal’Cie besiegen. Also… Es tut mir leid, dass ich das sagen muss, aber… Ich kann dich leider nicht mitnehmen. Ich glaube nicht, dass mich die Soldaten aufhalten werden, wenn ich dich aus der Stadt rauslasse. Wenn du aus Bowdam draußen bist, kannst du dort hingehen, wo immer du auch hin willst. Wir waren zwar nur eine kurze Zeit zusammen, aber du hast mir sehr geholfen. Du hast Dajh auch geholfen, glaube ich… Du hattest ihm einen Grund gegeben, fröhlich zu sein. Also… Danke.”

Gwaah!”
Was zum Teufel?! Was machst du da?! Auauauauau. Wieso attackierst du mich mit deinem Schnabel?! Was ist los mit dir?Willst du… mit mir mitkommen? Also denkst du, dass ich das nicht alleine schaffe? Okay, Okay! In Ordnung! Wir werden diesen Focus gemeinsam für ihn erledigen und gemeinsam wieder zu ihm zurück kehren, Okay? Ach, da fällt mir ein… Wir haben nie über einen Namen für dich nachgedacht. Dajh war so sehr damit beschäftigt, mit dir zu spielen, dass er wohl vergessen hat, dir einen Namen zu geben. Wenn wir zurückkommen, wird das das Erste sein, was wir tun werden. Wie war das noch mal? Ein cooler und gleichzeitig süßer Name? Haha, wir werden schon so einen für dich finden. Ein versprechen zwischen zwei Männern. In Ordnung… Aber… niemand weiß, welches Geschlecht Chocobos haben… Na ja, auch egal.”

Alle Züge am Hauptbahnhof von Bowdam waren gesperrt. Außer einer. Dieser Zug war derjenige, der nach Hanged Edge, am hintersten Ende von Cocoon, anhielt. Es war der einzige Zug, der nach Pulse fuhr. Ohne Ausnahme. Er war alt und verrostet… Alles hatte sich verändert. Es war nichts mehr so, wie es gestern in den Nachrichten zu sehen war. Niemand wehrte sich gegen die Soldaten. Sie hatten alle aufgegeben, sie waren alle hoffnungslos. Nun gingen sie alle ihrer letzten Zugfahrt entgegen. Er konnte sie nicht wissen lassen, dass er wegen einem anderen Grund hierher gekommen war. Er wollte nicht nach Pulse. Sazh wollte nur zum fal’Cie, der in Pulse lebte. Er lief wie alle anderen auch, den Blick auf den Boden und die Füße gerichtet.
Selbst so fühlte er sich, als hätte er mehr Hoffnung als all diese anderen Menschen hier. Dieser Mann hatte einen Plan. Und er ging diesem Plan nach. Selbst wenn er seinen geliebten Sohn nie wieder sehen würde…

Wenn wir dort ankommen, werden wir nie wieder zurück kehren können. Bist du selbst dann immer noch dabei?”, flüsterte er zu dem Baby Chocobo, welcher sich in seinen Haaren versteckte. Er konnte ein leichtes Pieken durch seine Haare spüren.
Au! Okay, Ich hab ja schon verstanden. Wir stehen das gemeinsam durch. Lass uns los gehen.”, flüsterte Sazh, während er auf den Eingang des Hauptbahnhofes zuschritt. In den Anfang einer neuen Reise… Einer Reise ohne Rückfahrt.

Part III: Kostbarkeiten ENDE