Part II: Freunde

Kapitel 1

Übersetzt von Rena12 – Vielen Dank!

Anrufe am späten Abend sind meistens nicht willkommen. Man Erwartet immer zu viel von ihnen.
Aber wenn man nur seit 14 Jahren lebt ist es vielleicht ein wenig zu früh um Erwartungen in so einen Anruf zu setzen.
Er ruft an…”, dachte Hope während er auf den Rücken seiner Mutter schaute, die den Telefonhörer in den Händen hielt.
Nein, Nein. Es ist in Ordnung. Mach dir keine Sorgen darüber! Wir zwei haben mächtigen Spaß. Es ist ein wunderschöner Ort. Wir hatten keine Probleme mit der Reservierung für die Wohnung… Und das Meer ist auch wirklich faszinierend.”
Sein Vater war am Telefon. Hope wusste es schon in dem Moment, als das Telefon anfing zu klingeln. Und der kleine Junge konnte schon ahnen, wieso sein Vater anrief. Er wandte seinen Blick zu dem Fenster, das vor seiner Mutter ragte. Es war schon Abend… Das konnte er an dem Sonnenuntergang erkennen, es dämmerte schon fast.
Ich… Ich verstehe… Das ist wirklich schade…”
Bingo!”, dachte der er. Hope konnte an der enttäuschten Stimme seiner Mutter erkennen, dass seine Vermutungen richtig waren. Sein Vater wurde sicherlich in die Arbeit gerufen, er war zu beschäftigt und würde morgen sicher nicht in der Lage sein, seinen Arbeitsplatz zu verlassen. Das war sicherlich das, was sein Vater seiner Mutter gesagt hatte.
Dies hier sollte ein Familienurlaub werden… Zehn schöne Tage am Strand. Seine Mutter hatte diesen Urlaub schon seit einem halben Jahr voraus geplant…. Nur um sich auszuruhen und Spaß zu haben, nichts Besonderes. Das war eher das, was sie sagte. Lasst uns Spaß haben, nur wir drei. Es ist schon so lange her…”
Aber er erkannte die wahre Bedeutung hinter den Worten seiner Mutter. Mit einem so vielseitig beschäftigten Mann und einem Sohn der gerade in einem schwierigem Alter, der Pubertät, steckte, lebten sie sich immer und immer weiter auseinander. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Seine Mutter dachte wohl, wenn sie an einem anderen Ort waren, irgendwo, nur nicht zu Hause, dann würden sie wieder Zeit haben um miteinander sprechen zu können. Na ja… das würden die meisten Leute wohl hoffen.
Hope hatte sich nicht auf diesen Urlaub gefreut. Er wusste nicht, was er in den ganzen zehn Tagen mit seinem Vater unternehmen sollte. Ihm wurde schon mulmig wenn er nur daran dachte… So fühlte er sich auch erleichtert als er hörte, dass sein Vater auf Geschäftsreise ging. Sein Vater sagte zwar, dass er sich später mit ihnen treffen wollte, aber Hope glaubte ihm nicht. Wahrscheinlich würde er dieses Treffen in letzter Minute absagen. Sein Vater würde sagen er müsse zu einem wichtigen Treffen gehen. Jemand vom Sanctum würde dort sein… Sein Vater würde sich Ausreden suchen. Es war immer so. Egal wie klein die Versprechungen waren, sein Vater würde sie immer für seine Arbeit brechen.
Es ist in Ordnung. Mach dir keine Sorgen darüber! Wir werden keine Zeit haben um uns zu langweilen. Hier gibt es so viel zu sehen.”
Seine Mutter zwang sich dazu, fröhlicher zu klingen. Wie immer… Hope wollte ihr sagen, dass sie es nicht so sehr versuchen müsste, fröhlich zu klingen.
Wann auch immer sein Vater seine Versprechen brach, Hopes Mutter gab ihm nie die Schuld dafür. Sie dachte sich immer Gründe und Entschuldigungen aus. Die Arbeit deines Vaters ist hart…”, würde sie vermutlich sagen. “Er hat eine riesige Verantwortung…“, “Wichtige Personen des Sanctums vertrauen ihm…“, Er arbeitet für uns alle hart…”
Es war so traurig wie seine Mutter nie ein Wort gegen ihn erhob. Aber egal wie sehr sie sich anstrengte seinen Vater zu verteidigen, er dankte es ihr kein einziges Mal.
Es interessiert meinen Vater nicht…” dachte Hope. Es interessiert ihn nicht, wie nett sie zu ihm ist… Er interessiert sich ja nicht mal für mich…”
Er konnte sich nicht sicher sein, ob seine Mutter dies wirklich nie realisierte, oder ob sie versuchte die Wahrheit zu verdrängen. Es machte so oder so keinen Unterschied. “Mein Vater ist derjenige, der schlecht ist…”, sprach Hope zu sich selbst.
Morgen? Na ja, morgen gehen wir nach Ewleede, wie geplant. Ja, sie haben es bereits geschafft nach diesem Unfall aufzuräumen.”
Vor drei Tagen gab es einen riesigen Unfall bei den Energie Plantagen in Ewleede Canyon. Ein Teil wurde während eines Tumultes zerstört und die meisten Plantagen sind bis heute noch stillgelegt. Sie haben es erst seit kurzem geschafft, alles neu aufzubauen. Heute hatten sie alle benachrichtigt, dass sie Besucher morgen wieder in das Sperrgebiet hineinlassen würden….
Alles wird gut. Ich meine… Die Fal’Cie haben entschieden das es dort sicher ist. Das sollte ein guter Grund dafür sein morgen einen Trip dorthin zu unternehmen, nicht wahr? Du bist so ein Angsthase.”
Als würde er sich Sorgen machen…”, dachte sich Hope. Natürlich sprach er es nicht aus. Er wusste, dass es seine Mutter traurig stimmen würde. Sein Kopf wusste es… Aber sein Herz…?
Er wird nicht kommen, oder? Natürlich nicht.” Diese harten Worte rutschten aus seinem Mund just in dem Moment als seine Mutter auflegte.
Es gibt nichts, was er dagegen tun könnte. Es gab ja diesen Unfall in Ewleede, dass weißt du ja auch… Jeder im Sanctum geriet in Panik als sie es erfuhren… Und das wiederum beeinflusste den Job deines Vaters. Oh! Aber er sagte, er würde bis zum Feuerwerks Festival hier sein.”
Wieder eines der Versprechen, dass er nie einhalten würde. Er sollte am liebsten keine machen, dann wäre alles besser…
Wie auch immer, lass uns nicht über ihn reden. Ich meine… Ob er hier ist oder zu Hause… Er würde sowieso nur die gleichen Sachen sagen. “Wie war die Schule…?”, “Lernst du viel…?”. Nichts anderes. Er ist wie ein…
… Wie ein Diktiergerät, wollte Hope sagen. Aber er sah die Traurigkeit in den Augen seiner Mutter.
Oh! Da fällt mir ein… Du hattest mich doch gefragt, ob ich dir etwas helfen könnte?” sagte er, im Versuch die Konversation in eine andere Richtung zu lenken. Es war doch albern sich den Mund über jemanden zu zerreißen, der überhaupt nicht hier war.
Oh ja, richtig. Würdest du vielleicht das Gemüse für mich waschen?”
Gemüse?”
Naja… Da wir hier in einer Eigentumswohnung sind, die auch eine Küche hat… Wäre es doch eine Verschwendung jeden Tag außerhalb zu essen…”
Hopes Mutter holte ein großes Papierpäckchen heraus. Es stank nach Dreck. Ein Geruch, denn man niemals in einem Lebensmittelladen auffinden würde.
Wann hattest du die Möglichkeit dieses Zeug zu kaufen?”
Heute morgen. Ein Einwohner hat sie mir gegeben.”
Oh, natürlich. Heute Morgen ist sie auch früh aufgestanden…”, dachte Hope. Er war wieder eingeschlafen während sie aus dem Haus ging um eine Runde spazieren zu gehen. Das musste dann gewesen sein, als sie dieses Zeug gekauft hatte.
Sie sagten mir es wäre eine Zutatenmischung die sie in ihrem Kaffee verkaufen. Es gibt einige Dinge die sie vom Markt bekommen, aber sie erzählten mir, dass sie das Gemüse selbst anpflanzen. Hier, wasch es.”
Seine Mutter sortierte das Gemüse während sie ihm klumpige, Kartoffel-Ähnliches Dinge rüber reichte. Seine Mutter hielt ein paar durch Insekten zerfressene Blätter in ihren Händen. Höchstwahrscheinlich würde man so etwas niemals in einem Lebensmittelladen in Palumpolum finden, geschweige den irgendwo auf der ganzen Welt.
Dir passieren immer die merkwürdigsten Dinge…” sagte Hope leicht seufzend während er den Wasserhahn anmachte. Es war nicht das erste Mal, dass seiner Mutter so etwas passierte.
Aber es war so aufregend! Der Feldarbeiter war ein moderner, gut aussehender junger Mann, weißt du? Als er mir sagte, dass er in einem Kaffee arbeitete kam mir alles nicht mal mehr so seltsam vor. Ach! Und da war auch noch ein kleinerer, jüngerer Junge… Ich glaube er war so ungefähr in deinem Alter… Naja, vielleicht doch ein wenig älter als du.”
Es ist trotzdem merkwürdig in einem Feld zu arbeiten.”
Wirklich? Sie sahen so aus, als hätten sie riesigen Spaß.”
Jemand der sich selbst versorgte… Hope konnte es nicht wirklich verstehen. Es gab Essens-Produktions-Plantagen die pingeligst genau von den Fal’Cie geführt wurden. Diese Produzierten eine riesige Anzahl von hoch qualitativen Essen, dass billig verkauft wurde. Er wusste nicht, wie viel Gemüse Samen kosteten… Wohl wahr. Aber wenn sie ungefähr so viel wie die der Blumen-Samen kosteten, die er in einem Geschäft gesehen hatte… Dann war es möglich das selbst aufgezogenes Gemüse teurer war als das Essen im Lebensmittelgeschäft.
… Und dann kam dieses Mädchen… Sie fingen an sich zu unterhalten… Und dann drückte mir dieser Mann einfach das Gemüse in die Hand.”
Du bist mir vielleicht Eine…”
Ich bin eine Mutter, ich bin stark.”
Sie lachte und fing an die kaputten Blätter zu waschen. Es war als hätte sie das Telefongespräch von vor ein paar Minuten total vergessen. Wenn wir doch einfach schon von Anfang an ohne ihn in Urlaub gegangen wären…”, dachte Hope. Dann müsste sie sich nicht so viele Gedanken machen… Und wir hätten die Möglichkeiten mehr miteinander zu lachen… Das ist der Grund, wieso ich meinen Vater hasse. Ich hasse Anrufe am Abend…”
Er schrubbte den Dreck wütend vom Gemüse ab. Wenn ich doch nur alles so einfach wegschrubben könnte…”dachte er.

Kapitel 2

Übersetzt von Rena12 – Vielen Dank!
Ewleede Canyon war ein sehr beliebtes Touristenziel. Die Energieplantagen dort hatten sogar Ruten für Feld-Ausflüge und Besucher. Es wurde sogar gemunkelt, dass die Natur um die Felder herum eine der schönsten Umgebungen in ganz Cocoon war.
Die Tatsache das man Kujata, einen fal’Cie dem die Plantagen gehörten, sehen konnte, war auch verlockend. Die fal’Cie waren schon immer sehr wichtig für Cocoon’s Bürger und deren Lebensgeschichte. Doch war es nicht üblich, dass normale Leute einen fal’Cie aus nächster Nähe betrachten konnten.
Dies war der Grund wieso viele Leute die Bowdam besuchten, auch einen Ausflug nach Ewleede Canyon unternahmen. Man würde die modernsten Maschinen in den Plantagen sehen, die wunderschöne Gegend begutachten und einen fal’Cie hautnahe erleben können. Es waren diese drei Dinge die dieses Gebiet so reizvoll für Besucher machte.
Neben der Plantage gab es einen Platz voll mit Souvenir Geschäften, Reihe an Reihe, die nur auf Touristen warteten. Schulkinder würden sich in Gruppen bei den Feldern versammeln um einen Ausflug durch die Plantagen zu starten. Ihre begeisterten Ausrufe waren nie zu überhören. Dies war der Elweede Canyon, den jeder kannte. Aber heute war er anders…
“Es ist total anders als in diesen Videos…”, murmelte Hope. Sie hatten Elweede endlich erreicht. Der Platz mit den vielen Souvenirgeschäften war geschlossen. Ein Band, das um den Eingang gewickelt war, machte dies deutlich. Bewaffnete Soldaten wachten auf dem Platz. Es gab keinen Ort an dem Essen oder Trinken verkauft wurde… Keinen Ort an dem Ballons neue Besitzer fanden…
“Hier gab es einen großen Unfall… Ich kann nicht glauben dass es hier nun mehr Soldaten als Touristen gibt.”
Seine Mutter schien Spaß zu haben. Nichts störte sie sonderlich, aber sie konnte ihre Überraschung darüber, dass dieser Ort so sehr bewacht wurde, nicht verstecken.
“Es muss hart für die Soldaten aus Browdam sein…. Und sie werden auch genug zu tun haben wenn das Feuerwerks Festival anfängt.”
“Nein, dass ist nicht ihre Uniform… Das ist die Uniform der PSICOM… Vermute ich mal. Aber diese Menschen dort drüben sind normale Soldaten, glaube ich.”
“Wirklich?”

“Wahrscheinlich schon. Ich habe diese Uniform auf einem Bild gesehen, dass mir Kai einmal gezeigt hat.”
Kai’s Traum war es, ein Flugschiffpilot für die Armee zu werden. Selbstverständlich wusste er viel darüber. Wenn Kai hier gewesen wäre hätte er sicherlich jedes Gewehrkaliber erkannt, welches die Soldaten mit sich trugen. Hope hatte ihn schon seit fast 3 Jahren nicht mehr gesehen. Kai war fortgezogen, seine Eltern hatten wo anders einen Arbeitsplatz gefunden. Auch, wenn sie nur ein wenig weiter weg gezogen waren, nämlich in die Nachbarsstadt, waren ihre Schulzeiten unterschiedlich. Die beiden sprachen nicht mehr viel miteinander. Am Anfang hatten sie noch miteinander telefoniert und sich E-Mails geschrieben, aber der Kontakt wurde nach einer Weile immer und immer weniger…
“Hey, ist das nicht der gleiche Tierladen den wir in Bowdam gesehen haben?”
Hope stoppte seine Gedankenflut um dahin zu sehen, wohin seine Mutter zeigte. Das vertraute Logo war vor dem Geschäft über die geschlossenen Fensterläden gespannt.
“Ist das nicht derselbe Laden, in dem sie diese Baby Chocobos verkaufen?”
“Ja, das ist er. Sie sagten, dass ihr Laden in Ewleede völlig ausverkauft war…. Ich kann nicht glauben, dass das alles hier passiert ist.”
Das war an dem Tag, an dem sie in Bowdam ankamen. Nachdem sie sich in ihrer Eigentumswohnung eingerichtet hatten, hatte Hope’s Mutter ihm erzählt, dass sie sich gerne in dem Einkaufszentrum umsehen wollte. Wer hätte denn in diesem Moment daran gedacht, dass in Elweede ein Unfall geschehen würde? Ein paar Kinder rannten an Hope vorbei. Sie waren sicher auf einem Feldausflug.”, dachte sich Hope. “Nein, halt… Alle Schüler haben jetzt Ferien… Also gibt es wahrscheinlich nur eine Art von Spezial-Veranstaltung für Kinder.”
Beeilt euch! Wir sind ohnehin schon zu spät.”
Da war ein Mädchen, wie es wahrscheinlich eines dieser Sorte in jeder Klasse gab, das immer versuchte jeden dazu zu bringen die Regeln zu befolgen. So ein Mädchen gab es auch in Hope’s alter Klasse. Es war wahrscheinlich unmöglich, dass es überhaupt eine Klasse gab, dass kein solches Mädchen beeinhaltete.
Dies war wohl beinahe genauso unmöglich wie ein Cocoon ohne einen fal’Cie möglich war.
… und dann bin ich zu diesem Wartungs-Ausflug gegangen.”
Oh, der in Sanles?”
Ja, genau der.
Er wandte sich der Stimme zu. Das kleine Mädchen sprach stolz vor sich hin.
“Sie redet sicherlich von dem observations Feld-Ausflug des Sanctums.”, dachte Hope. Das Sanles Flussufer war eines der wenigen Naturschutzgebiete. Seitdem es wegen ökologischen Nachforschungen gewartet wurde war es Bewohnern normalerweise nicht erlaubt sich dort aufzuhalten. Die einzige Zeit, in der es erlaubt war es zu betreten, war, wenn das Sanctum eine Wartungsausflug durchführte. Sie machten diese Ausflüge nur einpaar mal im Jahr und ließen meistens nur Schüler oder andere Gruppen daran teilhaben. Diejenigen, die mitgehen durften wurden durch eine Auslosung ausgesucht. Auch, wenn man sich für einen Ausflug angemeldet hatte war es gut möglich, dass man durch diese Tatsache nicht ausgewählt wurde. Nur Glückskinder bekamen die Möglichkeit nach Sanles zu gelangen. Es war also kein Wunder, wieso das Mädchen so darüber prahlte.
Kai hingegen prahlte sicherlich auch damit, dass er mit seiner alten Klasse einen Ausflug nach Sanles unternommen hatte.
“Ist irgendwas, Hope?”
Seine Mutter lief nun ein kleines Stückchen vor ihm. Sie blieb stehen und wandte ihren Blick zurück, in Hopes Richtung.
“Nein. Diese Kinder, die eben vorbeigelaufen sind, haben über Sanles gesprochen. Ich habe mich an die alten Zeiten erinnert.”
“Oh richtig. Deine Schule hatte die Verlosung dafür gewonnen. Wann war das noch einmal? Vor fünf Jahren, oder?”
“Sechs.”

… Als Kai und Elida noch in seiner Klasse waren. Die drei waren immer zusammen gewesen. So auch in Sanles. Er erinnerte sich, wie er lachend mit ihnen durch das Feld streifte… Und Hope fragte sich ob sie sich auch noch an die Abenteuer erinnerten, die die drei dort erlebt hatten.

Kapitel 3

Übersetzt von Rena12 – Vielen Dank!

Im Inneren des Luftschiffes erhoben alle Passagiere ihre Stimmen. Sie waren überwältigt. Vor ihnen verstreute sich ein glitzerndes Bündel Licht über der Oberfläche des Sees. Alles war in verschiedenen Varianten von grün erhellt. Sie hatten gerade das Resdidential Area von Sunleth Waterscape, welches nahe dem größten Wald in ganz Coocon lag, überquert.
Ist das der Shela See?”
Hey, was ist das für ein großer Baum dort drüben?
Ist das ein Berg?
Die Stimmen der Kinder waren so laut, dass es einem beinahe so vorkam als würden sie die Fenster des Flugschiffes zerspringen lassen.
In Ordnung! Könntet ihr dann bitte alle leise sein?”
Die Stimme ihrer Lehrerin übertönten beinahe die Stimmen der Kinder. Wenn man schon zehn Jahre lang Lehrer war störte es einen anscheinend nicht mehr so sehr kreischende Kinder um sich zu haben. Doch die Flugschiffbesatzung schaute die Kinder misstrauisch an. Dieses Luftschiff transportierte normalerweise nur Passagiere, die die hohen Preise der Flugtickets bezahlten. Was wiederum bedeutete, dass sie normalerweise nur hochrangige Leute aus dem Sanctum sahen. Auf kleine Kinder aufzupassen war nicht in ihrem Fachgebiet mit inbegriffen.
Das Naturreservat war in einem Gebiet, welches man nur mithilfe eines speziellen Access Point, für das sie modernste Zivilisten-Schiffe angestellt hatten, erreichte. Das Resultat daraus war, dass die Angestellten des Luftschiffes nur ein paar mal im Jahr diese Landesituation hatten. Deswegen war diese Landesituation auch eher ungewöhnlich für sie. Das Flugschiff verlor allmählich an Flughöhe und der Shela See wurde immer größer und kam immer näher. Die Oberfläche des Sees füllte nun den ganzen Ausblick der Fenster. Die Kinder fingen nun wieder an aufgeregt miteinander zu reden. Ihre Lehrerin klatschte in die Hände und erhob die Stimme. Hört mir zu!” und alle wurden wieder leise. “Das Flugschiff wird bald landen. Wir werden nicht neben dem See landen, und es gibt auch nur eine vorrübergehende Landezone. Also gebt darauf acht sie nicht zu verpassen. Wenn ihr es verstanden habt, dann hebt eure Hände.”
Okay!” erwiderten die Schüler, die ihre Hände gleichzeitig in die Höhe streckten. Hope hörte eine Stimme neben ihm sagen “Oh wow…” Es war Kai. Hope hielt weiterhin leise seine Hand in die Höhe während er ihn leise fragte: Was ist?”
Es ist wirklich schwer an einem Platz zu landen der keine Landebahn hat.”
Oh?”
Und dieses Flugschiff ist riesig! Nur ein sehr guter Pilot kann es hier landen.
Hope wusste nicht so richtig über was Kai da redete. Kai wollte schon ein Armeeflugpilot werden seitdem er ganz klein war. Also war es selbstverständlich, dass er wirklich alles über so ein Flugschiff wusste, Hope aber nicht. Wenn Kai sagte, dass der Pilot fantastisch war, musste dies auch stimmen.
“Über was redet ihr zwei?”, fragte Elida. Sie stand neben Kai und lehnte sich über ihn.
“Du bist zu laut.” murmelte er ihr zu. Elida war die beste Sängerin in der Klasse, aber sie hatte auch die lauteste Stimme von allen.
Die drei hatten sich bei der Einschulungsfeier in der Grundschule zum ersten Mal getroffen. Die Lehrer hatten ihnen auch immer einen Platz nebeneinander zugewiesen. Im Klassenzimmer saßen sie auch immer zusammen und lernten sich immer besser kennen. Die Drei machten immer alles zusammen. Ihre Interessen, Hobbys und Persönlichkeiten waren völlig unterschiedlich, doch manchmal war äußerlicher Zusammenhalt wichtiger als innerlicher. Sie wohnten alle Drei nahe beieinander und gingen oft gemeinsam nach der Schule nach Hause. Hope und Elida waren beide Einzelkinder. Kai hingegen hatte noch einen kleineren Bruder der drei Jahre jünger war als er. Sein Name war Hal. Die Vier spielten oft miteinander. Mit jedem weiteren Jahr landeten sie immer in derselben Klasse. Doch saßen sie nicht immer zusammen. Aber bei solchen Ausflügen und Ereignissen waren sie immer beisammen.
“Er sagt, der Pilot ist verdammt gut.”
Hope lehnte sich an Elida, um ihr diese Botschaft zuzuflüstern.
“Verdammt gut? Wer?” Elida neigte ihren Kopf schräg.
Kai wollte gerade anfangen eine genaue Erklärung zu erläutern, doch dann rannte schon die Lehrerin auf sie zu.
“Hey, ihr da drüben! Hört auf zu reden und nehmt eure Hände runter.”
Nur noch die Drei hatten ihre Hände hoch in die Luft gestreckt. Sie ließen ihre Hände schnell beschämt sinken während die anderen anfingen zu lachen.
“Das ist alles deine Schuld!” sagte Elida schnaubend.
Das geschah während draußen die Landschaft plötzlich stillstand. Hope hatte nicht einmal ansatzweise ein Ruckeln bei der Landung des Flugschiffes bemerkt. Er wusste überhaupt nichts von Flugschiffen, aber eines wusste er: Der Pilot musste wirklich verdammt gut sein.
“Verflixt gut, was?” sagte Kai als wäre er derjenige gewesen, der das Flugschiff zum Landen gebracht hatte.
Das Erste, das die neugierigen Blicke der Kinder auf sich lockte während diese aus dem Flugschiff ausstiegen, lag unter ihren Füßen. Sie hatte so etwas noch nie gefühlt oder gar gesehen. In Palumpolum gab es nur Asphalt, überall. Selbst in Parks gab es Stellen, an denen die Erde von wo anders exportiert wurde. Sie waren überrascht über das merkwürdige Gefühl unter ihren Füßen. Und als sie sich genauer umschauten und ihre Blicke endlich von dem grünen Gras entfernen konnten, waren sie noch überraschter von der Landschaft, die sie erblickten. Grünes Gras und Bäume waren nicht gewöhnlich… Und diese hier waren sogar immer von einer Menge an Steinen umgeben. Sie hatten wirklich noch nie so viel Grünes gesehen wie an diesem Ort hier. “In Ordnung. Hört mir mal alle zu! Erinnert sich jemand von euch noch an die Ausflugs-Regeln die wir gestern gelernt haben?”
Jeder streckte die Hand in die Luft.
“Okay, was sind denn die drei wichtigsten Regeln? Lasst uns sie gemeinsam aufsagen!”
“Wir dürfen nicht rennen, herumkaspern oder drängeln.”

“Sehr gut! Hier ist es nicht so wie in der Stadt. Es ist leicht auszurutschen, also solltet ihr nicht rennen. Die Monster hier in der Umgebung sind normaler Weise sehr friedfertig. Aber wenn ihr herumschreit oder laute Geräusche von euch gebt könnte es sein, dass ihr sie erschreckt und sie euch vielleicht angreifen. Also lasst uns alle ganz leise sein, okay?” Sie hatten dieses Thema schon hunderte Male durchgekaut seitdem sie wussten, dass sie ausgesucht worden waren. Die Kinder wussten alle, dass es nichts brachte Leuten zu sagen dass sie leise sein sollten. Also trommelten sie es in ihren Händen.
Soldaten hatten sich wohl schon um die gefährlichen Monster gekümmert und diese von dem Weg, den sie nehmen würden, weggelockt. Die einzigen Monster, die noch hier waren, waren die friedvollsten und sanftesten. Aber selbst diese wurden auf sanfterer Art und Weise davon abgebracht, auch nur in die Nähe der Besucher zu gelangen.
Dies zu tun nahm wahrscheinlich mehr Zeit in Anspruch als die Monster einfach eiskalt zu ermorden. Da diese Monster in Sunleth zu Studienzwecken benötigt wurden, konnte man sie auch nicht umbringen. Das hatte Hope von seinem Vater erfahren.
“Und da gibt es noch eine wichtige Sache, an die ihr euch erinnern solltet. Hier gibt es eine Menge Schluchten und Klippen. Was heißt, dass es hier sehr gefährlich ist! Heute haben sie extra Podeste und Seile für uns hergerichtet. Aber das auch nur in bestimmten Gegenden. Verlasst niemals das Observations- Gebiet! Diese Forscher werden unsere Gruppe leiten… Also seit brav und hört ihnen gute zu. Habt ihr das verstanden?”
Jeder erhob wieder seine Hand und Hope schaute zu dem Weg den sie gleich nehmen würden.
Er konnte steile, zerklüftete Klippen und scharfe Steine durch das dichte Baumgewächs erkennen. Hope wurde etwas nervös. Sie würden über einen Weg laufen, der “sehr gefährlich” betitelt wurde…
Dem Plan entsprechend würden sie von dem Shela See weiter durch den Rainbow Pass gehen und entlang des Forest Trail spazieren, bevor sie zurück gehen würden. Wenn sie dann erst mal wieder das Seeufer erreichten würde es sicher Mittagessen geben und jeder bekam ein wenig Freizeit. Hope dachte daran, dass nur Leute die diesen Weg laufen wollten, dies auch tun sollten. Leute, die diesen Weg nicht machen wollten sollten die Möglichkeit bekommen, hier zu bleiben.
Die Umgebung des Shela Sees war wunderschön. Blumen mit den verschiedensten Farben blühten überall auf. In der Nähe der Blumen waren riesige Bäume die Schatten spendeten. Diese Schatten sahen sehr kühl und ruhig aus.
Hope bevorzugte es im Haus zu spielen als außerhalb. Er mochte es zu Hause Konsolenspiele zu spielen oder rüber zu Kai’s Haus zu gehen um sich Bilder von Waffen der Armee und ihren Maschinen anzusehen. Aber seitdem Kai und Elida lieber draußen spielten, spielten sie nur noch an regnerischen Tagen drinnen, oder wenn Hal sich zu krank fühlte um raus zu gehen. “In Ordnung. Wir werden euch jetzt klassenweise teilen. Der Weg ist schmal, also bildet bitte eine kleine, dünne Linie!” Jede Klasse hatte einen Forscher der sie herumführte. Diese waren es, nicht so wie die Lehrer, gewohnt, die Stimme zu erheben. Jeder von ihnen trug ein kleines Megafon mit sich. Die Linie, die aus Kindern bestand, bewegte sich nur langsam voran. Bei etwa hunderten von Leuten war die Linie logischer weise ziemlich lang. “Diese Blumen sind wunderschön.” Elida streckte ihre Hand aus um eine einzige, rote Blume zu pflücken. Doch Hope stoppte sie. “Das darfst du nicht. Es heißt, dass wir nicht berechtigt sind die Pflanzen hier anzufassen oder gar zu pflücken. Sie sagten uns doch auch das es welche gibt, die uns in einen Rausch versetzen könnten.”
“Das weiß ich doch. Ich wollte doch nur ein Foto machen…” sagte Elida während sie eine Spielzeugkamera aus ihrer Tasche herausnahm. “Ich frage mich ob Mama wohl auch ein Bild von einer Blume haben will…” Hope holte nun auch seine Spielzeugkamera heraus.
Diese Kameras würden die Bilder automatisch versenden. Sie waren unverzichtbar für Ausflüge wie diese. Im Vergleich zu normalen Kameras hatten die Spielzeugkameras ein bisschen Speicherplatz für die Bilder. Wenn man den Speicher vollgefüllt hatte, würde die Kamera die Daten automatisch zu dem nächst gelegenem Computerterminal verschicken.
Genau am selben Tag würden dann die Bilder auf Papier gedruckt und unverzüglich nach Hause geschickt werden. Die Kamera an sich war billig und auch nur für den einmaligen Benutz gedacht. Also waren diese Spielzeugkameras perfekt für Kinder die sie verlieren oder kaputt machen würden.
In der Lage zu sein den Speicher an einem einzigen Tag voll zu bekommen machte das Ganze noch praktischer.
Hope richtete seine Kamera auf die blassrote Blume. Er machte auch noch ein Foto von der weißen Blume die nahe der roten stand. Ihre dünnen Blütenblätter wehten im Wind. Davon machte er auch ein Foto. Hier waren Blumen die man niemals in der Stadt zu Gesicht bekommen würde. Und nicht nur Blumen… Die Monster, die er aus der Ferne betrachten konnte, sprachen Sunleth noch mehr Charme zu. Hope war wie hypnotisiert. Er betätigte immer und immer wieder den Knopf, um Fotos zu schießen. Er hatte nicht einmal richtig bemerkt, wie er einen Hügel hinaufkletterte. “Hey… Hast du nicht auch das Gefühl das der Wind hier irgendwie merkwürdig… riecht?” sagte Elida zu ihm. Hope hatte es auch bemerkt als sie das Seeufer verlassen hatten und losgegangen waren um durch den Pass zu laufen. Er hatte es schon dann gerochen.
“Es riecht nach.. urgs…Medikamenten.” Kai schnüffelte und zog eine Grimasse.
“Nein, nicht wie Medikamente… Eher… nach Kräutern?”
“Ja… Es riecht so wie das Zeug das Opi trinkt.”
Wahrscheinlich hatte die weibliche Forscherin ihr Gespräch mit angehört. Sie drehte sich nämlich um und lächelte. “Das ist der Geruch von Dreck und Gras.”
Alle Kinder aus dem Umfeld tauschten gegenseitig Blicke aus. Sie hatten Dreck in der Stadt. Sie hatten Topfpflanzen und andere Pflanzen, die aus diesem Boden wuchsen. Aber sie hatten noch nie so etwas wie das hier gerochen. “Ungepflegter und verunreinigter Dreck riecht so. Und die Pflanzen, die in ihm wachsen.” “Wenn man es genau bedenkt…”
, dachte sich Hope “…riechen die Blumen hier auch anders als die Anderen. Nicht wirklich anders… Nur… Intensiver.”
Er kam den Blumen zwar nur so nahe, sodass er ein Bild von ihnen machen konnte, doch der intensive, süße Geruch der Blumen hatte ihn auch dann schon erreicht. Das hatte ihn wirklich überrascht. Hope fragte sich ob es wegen dem vielen Dreck hier so roch.
“Schaut! Ein Monster!” schrie jemand.
Als er danach schaute, sah er etwas entlang der Ecke von einer Schlucht kriechen. Es sah durchsichtig und matschig aus.
“Das ist ein Vegetapudding. Die frisch geschlüpfte Brut ist essbar, wisst ihr?”
Jeder rümpfte geschockt und angeekelt die Nase.
“Ich glaube ich erzähle euch lieber nicht, was aus ihnen hergestellt wird. Es wäre wohl ein Problem wenn Kinder sich davon ekeln und es nie wieder essen würden.” Sie winkte ihnen scherzend ab.
Ihr Feldausflug war gerade dabei sich in eine Diskussionsrunde rund um die Vegetapuddinge zu entwickeln. Die Kinder fragten sich, während sie den Rainbow Pass erreichten, was man wohl aus diesen ekligen Monstern zu essen herstellte.
Das hatte die Forscherin wohl von Anfang an geplant als sie anfing, über die essbaren Vegetapuddinge zu berichten. Als sie den höchsten Punkt des Passes erreicht hatten, radierten sich alle Gedanken von diesen Monstern aus dem Kopf der Kinder. Der Ausblick war beeindruckend. Ein Regenbogen erstreckte sich über den ganzen Himmel und Licht schien aus den Lücken von der aufgebrochenen Wolkendecke. Hope hörte das klicken von einer Kamera. Seine Mitschüler hatten sich anscheinend wieder daran erinnert, dass sie eine hatten. Das war das Startsignal. Jeder packte nach seiner Kamera und beeilte sich um ein Bild von dem wunderschönen Anblick vor ihnen zu machen.
“Es gibt noch einen Haufen anderer, schöner Orte. Also passt auf das ihr noch ein wenig Speicherplatz auf euren Kameras frei haltet.” Bei diesen Worten hörte das wilde Geklicke auf. Hope konnte sich kaum beherrschen um mit dem Fotografieren aufzuhören. Er hatte schon beinahe seinen ganzen Speicherplatz verbraucht. “Wenn ich doch nur noch eine Kamera gekauft hätte…”, sprach Elida enttäuscht. Wahrscheinlich dachten das in diesem Moment alle. Doch die Regeln besagten das jede Person auch nur eine Kamera mitbringen durfte. “In Ordnung. Schaut mal dort rüber, bitte.” Die Forscherin sprach durch ihr Megafon zu den Kindern. Sie hatte wohl mit ihrer Anrede gewartet bis auch der letzte Schüler sein Foto geschossen hatte. “Wie jeder von euch ja schon weiß, wird das Wetter in Cocoon von einem fal’Cie gesteuert. Ihr kennt auch sicherlich die strikte Regel, dass die fal’Cie uns nie etwas über das Wetter am nächsten Tag berichten.” Aber es gab auch Ausnahmen. Für Stürme, starke Gewitter, orkanmäßigem Wind oder schlechtem Wetter sanden die fal’Cie dem Sanctum Hinweise. Das Sanctum wiederrum informierte die Bewohner, so konnten sie sich auf die Unwetter gut vorbereiten. Diesen Ansagen konnte man vertrauen, denn die Vorhersagen der fal’Cie waren bisher alle richtig gewesen. Sie lagen mit ihren Prognosen nie daneben. Im Gegensatz zu den so genannten “Wetterstationen”, wo Menschen die Daten des Himmels bestimmten und somit das Wetter ausrechneten. Es gibt sie immer noch, doch sind sie auch jetzt noch nicht genau und die Wettervorhersagen auch des öfteren nicht korrekt.
Nicht so, wie der Rest von Cocoon, wird das Wetter hier in Sunleth durch seinen eigenen fal’Cie beeinträchtigt. Der Grund dafür ist, dass wir hier viel mit Regen, Wind und anderem Wetter herumexperimentieren. So sehen wir, welche Wettereinwirkungen am besten auf die Pflanzen und Monster wirken.”
Elida hob ihre Hand. Sie wollte eine Frage stellen.
“Gibt es irgendwelche Monster, die Regen nicht mögen?”
Sie hasste Regen. Vielleicht war gerade dies der Grund, wieso sie so eine Frage stellte.
Natürlich gibt es Welche. Aber es gibt auch andere Monster, die Regen lieben.”
Elida verzog das Gesicht. Sie sah aus, als würde sie sich wünschen lieber nie danach gefragt zu haben. Hope und Kai mussten sich beide ein Lachen verkneifen. “Der Weg ist nicht in unsere Tour eingeplant, aber hinter diesem Kliff hier gibt es ein Talgebiet in denen wir die Monster die Regen hassen und lieben aufbewahren. Wir kontrollieren den Regen in diesem Gebiet um zu sehen, wie die Monster darauf reagieren. Das ist auch der Grund wieso ihr hier oft einen Regenbogen bewundern könnt.”
“Hatte mein Vater nicht einmal gesagt das die Reflektion des Sonnenlichtes und die der Wassertropfen in der Luft einen Regenbogen erschaffen?”, dachte sich Hope. “Ich sollte ihn über die essbaren Vegetapuddinge fragen… Er wird das sicher wissen.”
“In Ordnung! Lasst uns weiter gehen. Das nächste Gebiet vor uns wird “The Tree Shaded Path” genannt. Dort wachsen viele ungewöhnliche Sonnenlicht feindliche Pflanzen. Aber es ist sehr rutschig, also passt auf das ihr nicht ausrutscht, wenn ihr Fotos macht.” Dies war alles, was die Forscherin im Moment zu sagen hatte. Somit schaltete sie das Megafon wieder aus.
So formten die Kinder wieder eine kleine Linie und liefen den Weg wieder weiter. Die Straße vom Flussufer bis hin zur Spitze des Rainbow Passes war einst ein Hügel gewesen, doch nun war es nur noch ein sanfter Abhang nach unten. Trotzdem war es schwierig, darauf zu laufen. Hope hatte nie gewusst wie rutschig nasses Gras mit Verbindung von Dreck sein konnte. Der Weg war breit, mit nur wenigen Steinen, und dennoch fiel er beinahe des öfteren hin. Was wohl passierte, wenn er hinfiel? Höchstwahrscheinlich war er danach mit Dreck zugedeckt.
Das Informationsblatt, dass er für diesen Feldausflug bekommen hatte, besagte:
“Bringt Schuhe mit, in denen ihr gut laufen könnt und außerdem auch Klamotten, die ruhig dreckig werden können.” Nun wusste er, was dies bedeutete. Als er sich umsah war er froh, dass er noch etwas freien Speicherplatz auf seiner Spielzeugkamera hatte. Er vergaß seine Erschöpfung während er Bilder von dem sanften Licht, dass auf die Steine leuchtete, oder von dem Gras, das transparent wie Kristall war, knipste.
Als sie am Ende des Weges ankamen, schoss Hope sein letztes Foto.
Die Anzeigeleuchte, die immer aufleuchtete wenn die Daten versendet wurden, fing an zu blinken und schaltete ab. Jetzt war diese Kamera nichts mehr als eine leere, kleine Kiste. Während er sie in seine Tasche packte, fühlte er sich unsicher. Jetzt hatte er nichts mehr zu tun. Seine Schritte wurden immer schwerer.
“Ugh, können wir nicht endlich nach Hause gehen?” sagte er etwas jammernd.
“Wirklich wahr…” sprach Elida, die gerade völlig aus der Puste war.
“Aber wenn wir erst zurück zum Shela See kommen haben wir Freizeit!”
Seine Hände und Klamotten waren zugekleistert von Dreck.
“Kai, du musst vorsichtiger sein. Was ist, wenn du dir wehtust?”
Er war wohl der Einzige, der sich noch voller Elan fühlte. Ab und zu hinzufallen störte ihn nicht besonders.
Er erwiderte nur, dass es ihm gut ging und flog wieder auf seinen Rücken. Unbeeindruckt sprang er wieder auf und lief weiter…
Wenn er sagt, dass es im gut geht, wird es ihm wohl auch gut gehen…” sagte Elida seufzend.

Nach dem Essen und ein bisschen Verschnaufpause fühlte sich Hope wieder wie neu geboren. Als er zurück zum Seeufer gelangt war hatte er gedacht, dass er sich nie wieder bewegen wollen würde.
Was sollen wir tun? Wir haben noch massig viel Zeit.”
Hier konnten sie herum rennen und schreien, so viel sie wollten. An diesem Ort würden sie keine Probleme dadurch bekommen.
Lasst uns auf den großen Baum dort klettern… Ich will von dort oben ein Foto knipsen.”
Du hast es noch nicht geschafft deinen Kameraspeicher voll zu kriegen, Kai? Normalerweise belegst du ihn doch sofort.” Überrascht schaute Elida zu Kai.
Hope hatte ein schlechtes Gefühl. Er spürte, wie bald wohl etwas schlimmes passieren würde. So versuchte er, sich einzumischen, bevor etwas überhaupt passieren konnte.
Wir können nicht einfach so auf Bäume und Steine klettern. Wenn du dort runterfällst bist du tot.”
Weder Kai noch Elida waren in der Lage über etwas anders nachzudenken als die Tatsache, über die sie so aufgeregt waren. Es war immer Hope’s Aufgabe, sie aufzuhalten.
Wie willst du dort hinauf klettern? Ich glaube nicht, dass du das kannst.”
“Aber ich habe Hal versprochen, dass ich ihm ein wirklich cooles Bild mitbringen werde…”
Oh ja, richtig.“, dachte sich Hope. “Hal wollte auch mit auf den Ausflug kommen… Aber er ist noch nicht einmal eingeschult.” Kai hatte lange versucht, ihn zu beruhigen, zu versuchen, Hal auf andere Gedanken zu bringen dorthin zu gehen, wohin der Kleine auch gehen konnte. Doch es war vergebens. Dies war wahrscheinlich auch der Grund, wieso Kai ihm versprochen hatte ein richtig cooles Foto zu knipsen.
“Und wieso hast du dann keins von der Spitze des Rainbow Passes gemacht…?”
Das habe ich, aber es gefällt mir nicht gut genug. Ich habe auch Fotos von Monstern gemacht aber sie kamen mir auch nicht cool genug vor, versteht ihr? Deswegen will ich das letzte Bild von dem Wipfel des Baumes dort machen.”
Aber das kannst du nicht… Nicht dieser Baum.”
Du wirst es nie wissen, bis du es nicht ausprobierst.” sagte Kai während er seine Hand in seine Hosentasche führte. Er runzelte die Stirn.
Was ist los?”
Kai antwortete nicht. Er überprüfte seine Hosentasche, die auf der anderen Seite lag. Hope fühlte sich irgendwie erleichtert.
“Was? Du hast doch hoffentlich nicht deine Kamera verloren, oder?”
Er schaute in seiner Jackentasche und seinem Rucksack nach. Nachdem er überall gesucht hatte, wo er konnte, gab er auf. Hope und Elida wussten was passiert war. Das konnten sie schon an seinem Gesichtsausdruck erkennen.
Naja… ich bin sicher sie ist hier irgendwo herausgefallen.”, sagte Hope.
Es musste so sein. So schauten sie sich in diesem Gebiet um, fanden aber nichts.
Hast du sie vielleicht auf dem Weg verloren? Du bist ja oft hingefallen:” Elida zeigte auf seine dreckigen Knie.
Nein… ich hatte sie noch bei mir, als wir auf dem Rückweg waren. Ich war am überlegen ob ich noch ein Bild vom Rainbow Pass machen sollte, oder nicht. Ich weiß ganz genau, dass ich sie dann noch hatte…”
Also musste sie irgendwo zwischen dem Rainbow Pass und dem Seeufer sein. Aber sie konnten nicht mehr dorthin gelangen. Als sie zurück gegangen waren, wurde der Weg wieder geschlossen. Die Forscher wollten so wenig Störungen wie möglich zulassen.
Hey Hope, hat vielleicht deine Kamera noch ein wenig Platz übrig?”
Normalerweise würde Hope ihm letzten Endes seine Kamera leihen. Er und Elida würden doppelt so schnell wie er den ganzen Speicher auf deren Kameras verbrauchen. Danach würde Hope ihnen erklären, dass sie mehr darauf achten sollten, was sie fotografierten. Aber wenn er ihnen dies sagte, würden sie ihm wie immer antworten, dass er zu viel nachdachte. Am Ende würde seine Kamera Bilder von allen dreien beinhalten.
Aber heute war es anders.
Entschuldige aber meine Bilder sind schon abgeschickt worden…”
Es war unmöglich so viel darüber nachzudenken Fotos zu schießen. Die Umgebung von Sunleth war so schön. Das machte es umso merkwürdiger das Kai nicht mit seinem Speicherplatz auf der Kamera fertig geworden war.
Meine auch. Ich habe alle Bilder auf dem Rainbow Pass verknipst.” sagte Elida.
Kai seufzte.
“Ich glaube, dass war’s dann.”
“Mach dir keine Sorgen! Ich werde Hal auch meine Bilder zeigen.” Elida versuchte, ihn aufzumuntern. “Hope wird ihm sicherlich auch seine Bilder zeigen. Das sollte reichen, oder? Er wird das Doppelte an Bildern sehen. Ich denke er wird sich auch darüber freuen.”
Aber die Bilder würden heute Abend bei ihnen zuhause ankommen. Hal würde sie erst am nächsten Tag nach der Schule zu Gesicht bekommen.
Hope dachte an Hal. Die Vier spielten für gewöhnlich nach der Schule miteinander. Es machte Hal traurig das er der Einzige war, der nicht mitgehen konnte. Er fragte immer und immer wieder Wieso kann ich nicht mitgehen?”
Hal würde so enttäuscht sein…
Nein, sie mussten diese Kamera finden. Für Hal.
“Lasst sie uns suchen.”
Kai und Elida schauten ihn verwundert an.
“Wir sind nicht so weit vom Rainbow Pass entfernt. Lasst uns einfach so lange suchen, bis unsere Freizeit vorbei ist.”
Aber wir sind nicht befugt, den Weg entlang zu gehen.”
Es ist in Ordnung, wir müssen uns nur hineinschmuggeln.
Die Beiden strahlten sich gegenseitig an. Sie hatten nie erwartet, dass Hope jemals so etwas sagen würde.
Mein Vater sagte mir einst das man nie ein Versprechen brechen darf, egal wie klein es auch ist. Er meinte auch, dass sich die Person immernoch an das Versprechen erinnern würde, selbst, wenn du es selbst vergisst. Kai könnte zwar sagen, dass man nichts mehr tun konnte, und die Sache wäre gegessen. Aber Hal wartet schon den ganzen Tag gespannt auf diese Fotos.”
Lasst uns suchen gehen.” Sagte er wieder. Auch, wenn Hal nicht in seinem Alter war, war er ein guter Freund. Elida empfand sicherlich genauso wie er.
“Ja. Wir wollen Hal nicht enttäuschen!”
Somit war es besiegelt.

Kapitel 4

Übersetzt von iFilio – Vielen Dank!
Sie konnten nicht über den Eingang auf den Hauptweg. Die Forscher hatten mit der Sanierung des Gebietes begonnen. Sie beschlossen einen Seitenweg zu nehmen. Sie konnten nicht sagen, ob es ein Seitenweg war, oder nicht, aber es sah aus wie einer.
“Wir werden es schaffen, wenn wir diesen Weg nehmen, oder?” Elida dreht sich um, sie klingt besorgt.
“Die Richtung stimmt. Wenn wir auf diesem Weg bleiben, sollten wir den Hauptweg finden”
Sie waren nur eine kurze Strecke vom Ufer entfernt, aber die Stimmen ihrer Klassenkameraden waren furchtbar weit weg. Hope dachte, dass dies vielleicht nicht der richtige Weg war.
“Wenn wir zurückgehen, sollten wir den Hauptweg nehmen.”
“Aber wenn sie uns am Eingang erwischen, werden sie wütend auf uns sein.”
“Keine Sorge, bis dahin sind sie mit dem Aufräumen fertig.”

“Aber die Lehrer könnten uns beobachten.”
Der Wald um sie herum war so leise, dass sie glaubten, laut über dumme Dinge zu sprechen. Wenn sie in einer großen Gruppe von Menschen waren, schien es nicht so schlimm, aber jetzt, wo nur die drei dort waren, war es beängstigend.
“Hey, guckt mal! Es sieht aus, wie eine Art Frucht”, sagte Elida fröhlich. Sie zeigte auf einen Ast, der sich unter der Last von mehreren gelblich, roten Früchten bog. Sie waren größer als jede Frucht, die sie jemals in Läden gesehen hatten.
“Ich frage mich, ob man die essen kann?”
“Wir können sie nicht pflücken. Wirklich, Elida, du willst immer alles anfassen.”
“Stimmt nicht!”
“Nun, es ist eine sehr schöne Farbe”

“Ich sagte, es ist nicht so!” Elida war wütend.
“Hey”Leute?” Kai unterbrach ihren Streit.”Die Farbe sieht bekannt aus, glaubt ihr nicht auch? Ihr wisst, dass sie essbar gesagt hat?”
Dann bemerkte es auch Hope. Dieses Monster in der Nähe des Rainbow Pass hatte eine sehr ähnliche Farbe. Hope erinnerte sich, dass das Monster nicht weit vom Hauptweg gewesen war.
Dann erhob sich die Erde vor ihnen, wie eine rote Wand. Es war das Monster. Sein rot transparenter Körper schwoll an. Ein Vegetapudding, dachte Hope verängstigt. Er rannte los, bevor er es bemerkte.
“Aaah! Es folgt uns”, schrie Elida den Tränen nahe. Hope war der Langsamste von den dreien und es war keine Zeit zurückzugucken. Er rannte, bewegte seine Beine so heftig wie er konnte. Wenn sie ihn zurücklassen würden, wäre er verloren. Er rannte so lange wie sein Atem hielt. Er konnte nicht sagen, wohin sie rannten. Sie fanden einen Felsen hinter dem sie sich verstecken konnten und hechteten in seinen schützenden Schatten. Sein Herz schlug so fest, dass er dachte es würde direkt aus seinem Mund springen.
“Es ist nicht mehr hinter uns” Kai schaute hinter dem Felsen hervor, dann setzte er sich erleichtert. Hope spürte, wie seine Beine weich wurden. Er konnte keinen einzigen Schritt mehr tun.
Die drei saßen und atmeten schwer. Hope fühlte, wie ihm ein Schauer den Rücken herunterlief. Wenn der Boden nun rutschig gewesen wäre, wie auf dem Hauptweg oder wenn einer von ihnen gestolpert wäre, wer weiß, was dann passiert wäre. Sie hatten Glück, dass es ihnen gelang zu entkommen.
“Hey, wo sind wir?”
Sie hatten geglaubt, sie gingen in Richtung des Hauptweges. Wenn es die falsche Richtung war, könnten sie einfach umkehren und einen anderen Weg nehmen. Aber sie konnten nicht mehr.
“Dieser Ort scheint ein wenig anders zu sein.”
Die düsteren Bäume, die sie vorher umgeben hatten, waren verschwunden und kahle Felsen erhoben sich auf beiden Seiten. Das Gras zu ihren Füßen war spärlich. Es war ein trockener und trostloser Ort.
“Woher sind wir gekommen?”
Sie waren so versessen darauf gewesen hinter den Felsen zu kommen, dass sie sich nicht bemerkt hatten, welchen Weg sie genommen hatten.
Alles, was sie jetzt sehen konnten, waren Felsen und Klippen überall.
“Der Pass müsste in der Richtung sein, in der die Regenbögen sind.”
Aber die Felsen blockierten ihre Sicht. Sie konnten kaum den Himmel sehen geschweige denn die Regenbögen.
“Ich glaub, es ist dieser Weg.”
“Nein, nein. Es ist dieser Weg.”

Kai und Elida zeigten in völlig verschiedene Richtungen. Hope konnte nicht sagen, wer Recht hatte. Sie hatten wirklich gar keine Idee, in welcher Richtung was war.
“Also, lasst uns einfach loslaufen.”
“Aber was ist, wenn ein anderes Monster angreift? Wir wären nicht in der Lage zu fliehen.”

Der Weg war zerklüftet und uneben. Sie könnten nichts tun, wenn ein schnelles Monster sie angreifen würde.
“Wenn wir einen Ort finden, von wo aus wir alles sehen können, sehen wir vielleicht den See. Dann wissen wir, wie wir zurückkommen.”
Genau. Wir sind nur ein bisschen vom Weg abgekommen. Wenn wir den See sehen würden, wäre alles wieder gut”, stimmte Kai zu. Elida nickte langsam, aber noch nicht überzeugt.
“Oh yeah, wartet kurz.” Hope griff nach einem scharfen Stein und ritzte ein “X” in den Felsen.“Lasst uns nach rechts gehen. Wenn wir uns irren, können jederzeit wieder hierhin zurück. Dann können wir versuchen nach links zu gehen.”
“Wow, Hope. Du bist so klug!”
“Mein Vater hat es mir beigebracht. Er sagte, wenn du an einem Ort, den du nicht kennst, verloren gegangen bist, sorg dafür, dass du weißt, wie du wieder dahin kommst, wo du herkamst.”

“Tja, dann ist dein Vater schlau”, lachte Elida. Das Elida seinem Vater ein Kompliment machte, machte Hope glücklicher, als wenn sie ihm eins gemacht hätte.
“Lasst uns beeilen. Sie werden wahrscheinlich bald losfliegen.”
Sie nickten und gingen gemeinsam los. Auch wenn es Mittag war, war das Licht in dem schmalen Durchgang zwischen den Felsen schummerig. Sie gingen ohne ein Geräusch. Sie waren besorgt, dass Monster in Hörweite ihre Stimmen hören könnten. Sie hielten sich also an den Händen ohne etwas zu sagen. Es machte sie irgendwie stärker, einen Weg zu gehen, den sie nicht kannten.
Teile der Felswand glitzerten blau. Wenn sie nicht verloren gewesen wären, würden sie das fahle Licht schön finden. Aber jetzt schien auch das Licht bedrohlich. Die Luft war warm und ein lauer Wind blies durch einen Spalt.
Hope wusste nicht, wie weit sie schon gegangen waren. Die Felswand setzte sich unerschütterlich fort. Dann, in der Ferne, sahen sie etwas, das aussah wie eine Maschine. Sie gucken sich an, nickten und rannten los. Sie dachten, sie könnten es verwenden, um Daten zu senden oder jemandem Bescheid zu geben. Wenn es so etwas ist, wie sie es zu Hause haben, würden sie damit ihre Lehrer kontaktieren können. Aber als sie näher kamen, erkannten sie, dass es keine dieser Haushaltsgeräte war. Es sah nicht wie etwas aus, dass Kinder benutzten könnten.
“Lasst und probieren die Knöpfe zu drücken.”
“Das sollten wir lieber nicht machen. Was ist, wenn wir es kaputt machen.” Aber bevor Hope sie aufhalten konnte, berührte Elida das Panel. Es leuchtete auf.
“Siehst du, wir können es bedienen”, sagte Elida stolz. Sobald sie das sagte, ging das Licht wieder aus und die Maschine wurde still.
“Huh? Das funktioniert nicht? Naja, dann versuche ich es so, wie Mama es mir beigebracht hat.” Elida ballte eine Faust. Hope und Kai packten ihre Arme auf beiden Seiten. Beide wussten wozu “es wie Mama machen” führte.
“Niemals! Wenn du es so machst, geht es kaputt!”
“Nur deine Mutter kann Sachen wieder zum Laufen bringen, wenn sie dagegen schlägt!”

Elida sah unzufrieden aus, entspannte aber ihre Hände.
“Also was sollen wir tun?”
“Gehen wir ein Stück weiter. Wenn hier eine Maschine ist, heißt das, das in der Nähe Menschen sein müssen.”
Der Weg war immer noch schwierig, uneben und felsig, aber die Hoffnung, dass jemand in der Nähe sein könnte, gab ihnen die nötige Kraft.
“Hey, was denkst du, ist das?”
Sie waren gerade aus einem Tunnel gekommen, als Hope ein seltsames Ding vor seinem Gesicht schweben sah. Es war eine glühende Kugel, nur etwa die Größe eines menschlichen Kopfes. Es sah aus als wäre es aus Wasser gemacht und es wackelte in der Luft vor ihnen herum.
“Es ist schon mal kein Monster. Denn es greift uns nicht an.”
“Wir haben dir doch gesagt, du sollst nicht alles anfassen”
, schrien Hope und Kai fast zeitgleich. Aber es war zu spät. Elida berührte die Kugel mit ihrer Hand. Der Wind wehte kalt und der Himmel wurde dunkel. Erst tropften einzelne Regentropfen auf sie herab, die sich aber schnell zu einem strömenden Regen entwickelten. Nun wussten sie, was das für eine Kugel war. Es war ein Regenkotrollgerät.
Sie rannten zurück in den Tunnel. Es war der einzige Ort, an dem sie vor dem Regen fliehen konnten.
“Jetzt wissen wir zumindest, in welche Richtung wir gehen. Sie sagten, dass es in der Nähe des Rainbow Pass irgendein Regending geben würde, oder? Wir wissen also, dass der Pass auf der anderen Seite dieser Felsen ist.”
“Das ist schön und so, aber was machen wir mit dem Regen?”

Hope wollte die beiden beim Streiten stoppen, aber dann erinnerte er sich. Als sie am Rainbow Pass waren, hat die Forscherin etwas gesagt: “Es gibt auch Monster, die den Regen lieben”. Und dieser Ort ist für die Forschungen dieser Monster gemeint”.
Ich muss den Regen stoppen, dachte Hope und rann aus dem Tunnel. Aber weiter kam er nicht. Er stoppte, dann machte er einen Schritt zurück. Direkt vor ihm war ein Monster, das aussah wie ein gelber Frosch. Dahinter standen noch mehr in den verschiedensten Farben. Sie hatten scharfe Klauen an den mit Schwimmhäuten versehenen Vorderbeinen. Ihm wurde kalt, während er sie ansah.
Er versuchte wegzurennen, aber er stolperte über seine Füße und landete auf dem Rücken. Er wusste, dass er weglaufen musste, aber er schaffte es nicht aufzustehen. Hinter sich hörte er einen Schrei. Bei Elida waren auch Monster. Sie war die Lauteste in der Klasse und ihr Schrei war ohrenbetäubend. Hope dachte irgendwo in seinem Hinterkopf, dass die Monster vor Überraschung weglaufen würden.
Für einen Augenblick hörten die Monster auf sich zu bewegen. Aber kein Monster würde jemals wegen einem schreienden Kind weglaufen. Sie kamen schleichend näher. Er konnte scharfe Zähne in ihren offenen Mündern sehen. Die werden mich fressen, dachte er. Hope kniff die Augen zu und rollte in die Kugel. Aber ein Angriff mit scharfen Zähne und Klauen kam nicht. Zitternd öffnete er seine Augen. Der Regen hatte aufgehört. Die Monster bewegten sich langsam davon. Jemand hatte den Regen mit dem Kontrollgerät gestoppt.
“Der fal’Cie steuert hier den Regen.”
Vielleicht war es der fa’Cie, der sie gerettet hat. Dann hörte er Elida schreien.
“Schaut! Das Luftschiff!”
Kai schrie. Sie konnten das Luftschiff durch einen Spalt in den Felsen sehen. Vielleicht war es auf der Suche nach ihnen. Es blieb schwebend in der Luft stehen. Der fal’Cie musste auch das Luftschiff gerufen haben, dachte Hope. Kai stürzte, winkend und schreiend, aus dem Tunnel hervor.
“Kannst du stehen?” Elida nahm seine Hand und half ihm auf. Er sah sich um, sah aber keinen Forscher oder irgendetwas, das ein fal’Cie sein konnte.
“Hope, schnell!”
Er nickte und rann, winkend und schreiend, Kai und Elida hinterher.

Als sie wieder auf dem Luftschiff waren, wurden sie in einen separaten Raum gebracht und sie wurden gefragt, was passiert sei. Sie bekamen von ihrem Lehrer einen Vortrag darüber, dass die Monster, die sie in Sunleth trafen, sie hätten verletzten können. Sie hatten nichts anderes erwartet.
Nun, da sie wieder auf dem Schiff waren, bekam Kai wie durch ein Wunder sein Spielzeugkamera wieder. Ein Forscher hatte sie gefunden als der Weg aufgeräumt wurde und zum Schiff zurückgebracht. Sie hätten gar nicht losgehen müssen, um danach zu suchen. Sie hätten nur warten müssen bis die Freizeit zu Ende war.
Ich hätte niemals sagen sollen, dass wir nach ihr gucken gehen müssen, dachte Hope bereuend. Er wusste nicht, was Kai und Elida dachten, aber sie schienen nicht böse auf ihn zu sein.
“Hat der fal’Cie den Regen aufhören lassen?”, fragte Elida ihren Lehrer. Sie musste den gleichen Gedanken wie Hope gehabt haben. Der fal’Cie ist der einzige, der den Regen gestoppt haben könnte.
“Es war wohl ein Forscher, der von weit weg den Regen kontrolliert, aber wahrscheinlich war es ein fal’Cie, der die Entscheidung, den Regengenerator zu stoppen, traf.”
Es war auch nicht der fal’Cie, der das Luftschiff rief. Es war die Maschine, die Elida berührt hatte. Ein Forscher hatte seltsame Aktivitäten von dieser Maschine empfangen und erkannt, dass jemand in Rain Valley eingedrungen war.

“Sie haben gesagt, dass es wirklich schwierig sei dort zu landen. Und dass wenn der Pilot nicht so gut gewesen wäre, ihr immer noch in diesem Canyon herumirren würden. Wir sollten uns später bei ihm bedanken.”
Schließlich durften sie wieder zurück auf ihre Plätze.
“Kai! Es tut mir Leid, dass ich uns in Schwierigkeiten gebracht habe, wollte Hope sagen.
“Das war echt cool.” Kai lachte und schlug Hope auf den Rücken. Hope nickte und lächelte.
“Kai! Hol deine Kamera raus” Elida zeigte aus dem Fenster. Es war schon Abend. Viele Lichtpunkte waren unter ihnen im schwindenden Sonnenlicht zerstreut. Es war das Licht der Sunleth Valley Luftschifflandebahn. Kai beeilte sich das Bild aufzunehmen. Schließlich war der Speicherplatz der Kamera voll und das Licht, das anzeigte, dass die Daten gesendet werden, erschien. Das Bild, das Kai Hal versprochen hatte, dieses endgültigen Bild, war ein Blick in die Nacht in Sunleth.

Kapitel 5

Übersetzt von as2007 – Vielen Dank!

“Egal wie klein die Versprechungen sind, du sollst sie nicht brechen … huh…?”
Hope dachte über die Wörter nach, die in seinem Kopf rumspukten.
“Ich glaubte an diese Wörter”, dachte er. “Ich glaubte immer an sie.”
Dann vergaß sogar mein Vater, der Mann der sie mir beigebracht hatte, sie.
Nein, sein Vater schrieb sie sich sicher auf. Gerade wenn es die zwei, Hope oder seine Mutter, betraf.
Wenn es seine Arbeit betrifft, will er sofort aufbrechen. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit.
Er vergisst dabei sogar zu essen, vergräbt sich in seinem Studium.
Nichts war für seinen Vater wichtiger als seine Arbeit.
Er erinnerte sich nie an die Versprechungen, die er seiner Familie gemacht hatte.
Er hörte ihnen noch nicht einmal mehr zu.
Während der letzten Zeit war es schwierig für Hope mit ihm ins Gespräch zu kommen.
Vor einiger Zeit wollte Hope mit ihm reden. “Was wollte ich ihm nur erzählen?”, wunderte sich Hope. “Ich habe vergessen, was es war.”
Sein Vater hatte sowieso immer die gleiche Antwort parat. “Entschuldigung, ich kann jetzt nicht, wir reden später.”
So lief es immer. Hope erinnerte sich immer einzig daran, wie sein Vater ihn abgefertigt hatte.
Es kam ihm vor als wäre es erst gestern gewesen…
Als Hope’s Vater ging, realisierte er schließlich etwas.
Egal was er erwartete, was er sich erhoffte… Es gab nichts, dass er, der “kleine Junge”, tun konnte.
“Es ist so schade das alles geschlossen wurde…. Aber immerhin waren wir in der Lage, den fal’Cie Kujata zu sehen.”
Die Worte seiner Mutter rissen ihn aus seinen Gedanken.
Sie hatten gerade den fal’Cie der Energieplantage gesehen und machten sich auf den Weg zurück zum Eingang.
Hope konnte keinen Frieden in seinen Gedanken fassen, so entschloss er sich einfach desinteressiert wegzuschauen.
“Der Ausflug kam mir so kurz vor…”
“Die Hälfte der Anlage war geschlossen… Kann man nichts machen.”

Der Unfall, der sich in Ewleede ereignet hatte, war weit ernster als die Nachrichten verkündeten.
Das konnte man schon sofort bei dem Anblick, als man hierher kam, sehen.
“Ich frage mich ob der fal’Cie von Sunleth so wie dieser hier war.”
“Richtig! Du warst ja auf diesem Naturfeldtripp. Hast du den fal’Cie nicht getroffen?”
“Nee. Sie erzählten uns, wie dieser fal’Cie das Wetter beeinflussen konnte. Aber das Einzigste, dass wir gesehen haben waren Monster.”
“Oh ja. Ich erinnere mich… Du wurdest von einem Monster attackiert und hast Fieber bekommen. Ich war total besorgt um dich.”
Möglicherweise war es, weil er während seiner Zeit in Sunleth zweimal von Monstern angegriffen wurde, die Ursache dafür, dass er auf dem nach Hauseweg plötzlich erkrankte und Fieber bekam.
Als sie Palumpolum erreicht hatten wurde er sofort ins Krankenhaus gebracht.
Weil alles so schnell ging hatte er leider keine Möglichkeit mehr, dem Piloten des Flugschiffes zu danken.
Er erfuhr es aber auch erst drei Tage später von Kai und Elida.
“Er war super cool! Er sah aus wie einer dieser alten Kerle die ihre Haare wie ein Vogelnest tragen!”
“Er hat uns auch erzählt, dass sein kleiner Sohn erst vor kurzem auf die Welt gekommen ist.”
“Als ich ihm erzählt habe das ich Pilot werden will hat er mir viel Glück gewünscht.”
Kai konnte nicht aufhören über den Piloten des Luftschiffes zu sprechen.
Danach zweifelte Kai nicht mehr an seinem Traum, Pilot zu werden.
Das machte Hope ein wenig eifersüchtig.
Sogar Elida hatte einen Traum, was sie in Zukunft machen wollte. Sie sagte, dass sie eine Sängerin werden wollte. Diese Entscheidung stand fest als sie in eine Mädchenschule ging die einen speziellen Musikunterricht hatte.

Das war vor einem Jahr.

“Als ich jünger war, wollte ich wie mein Vater werden…”
Doch jetzt wollte er es nicht mehr. Selbstverständlich war die Vorbildfunktion seines Vaters total zerstört. Hope will nie so werden wie sein Vater.
Egal welchen Beruf er ausüben würde, er würde nie eine der Personen werden, die selbst die Menschen die ihm nahe sind ignoriert.
Er würde glücklich sein, solange er nie die Art von Person wurde, die sogar die kleinsten Versprechungen vergessen würde.
…. Richtig?”
Uh, was? Entschuldigung, ich habe nicht zugehört.
Er stoppte seine Gedanken und hörte endlich zu.
Anderen Leuten nicht zuzuhören wäre der erste Schritt um so zu werden wie sein Vater.
Die Leute, die gerade vorbei gegangen sind, haben gesagt das während des Unfalles ein kleiner Junge sehr schlimm verletzt wurde…
Sie sagten das es so traurig war, dass man nicht einmal zu seinem Vater sehen konnte, der bei dem Kleinen war.”
Ich verstehe…”
Ich hoffe, dass er nicht stirbt. Es gibt nichts das trauriger ist, als wenn ein Kind vor einem Elternteil stirbt…
Es macht keinen Unterschied ob ein Elternteil oder das Kind zuerst stirbt…”,dachte Hope “Es ist immer traurig, wenn ein Familienmitglied stirbt.
Zumindest für die, die zurückgelassen werden.”

Aber Hope sagte es nicht. Irgendwie konnte er nicht.
Hope… Bist du… wütend auf deinen Vater?”
Nicht wirklich.
“Er ist nunmal nicht sonderlich gut in solchen Dingen, weißt du… Aber in ihm steckt eine Menge Vertrauen. Er will einfach keinen schlechten Job machen.”
Als er in das Gesicht seiner Mutter schaute, entspannte sich sein Brustkorb. Er fühlte sich befreiter.
“Ich bin nicht wütend. Er ist doch hier wenn das Feuerfestival anfängt, stimmt’s? Dann ist es doch okay… Ich meine, dass Feuerwerkt ist schließlich die Hauptattraktion des Ausfluges.”
Seiner Mutters Lächeln wirkte so glücklich. “Möglicherweise sollte ich mit meinem Vater in der Festivalsnachts versuchen zu sprechen…”, dachte Hope. Selbstverständlich würde er nur sagen: “Wie war’s?” oder etwas in der Art. Aber wenn er sie wieder dadurch so zum Lächeln bringen könnte, würde ihm dieses “zähe” Gespräch auch nichts ausmachen.
Ein maskierter Soldat lief vor ihnen. Die Reperaturen und Aufräumarbeiten des Unfalls waren anscheinend schon erledigt und die üblichen Soldaten der Anlage waren nun wieder gewöhnliche Sicherheitskräfte.
Warum waren hier so viele PSICOM Soldaten?
Er fühlte sich als würde etwas Merkwürdiges und Schreckliches seine Beine hinaufkriechen.
Seine Mutter schaute besorgt, wärend sie immer näher zum Plaza kamen.
Hope hingegen versuchte dieses Gefühl zu überspielen und versuchte seine Stimme unbesorgt und fröhlich klingen zu lassen.
“Komm schon, lass uns zurück nach Bowdam gehen. Wir haben diesen fal’Cie ja jetzt gesehen.”
Möglicherweise wollte seine Mutter auch dieses merkwürdige Gefühl, was sie verspürte, wegrütteln und antwortete auf die gleiche Art und Weise.
Okay, lass uns zum Einkaufszentrum gehen!”
Schon wieder?”
Er wollte nicht mehr an die Soldaten und diese fal’Cie denken. Er wollte nur noch daran denken, Spaß zu haben.
“Hmm… Wenn ich nach Palumpolum zurückkehre kann ich möglicherweise wieder mit Kai und Elida reden…”, dachte Hope.
“Wenn ich ihm erkläre, das ich eine Tonne von Soldaten in Ewleede gesehen habe, rennt Kai bestimmt los.
Elida wünscht sich vermutlich mehr über das Feuerwerkfestival zu hören als über die Soldaten auf der Anlage. Es sind schon drei Jahre her, seitdem wir das letzte Mal zusammen waren…”
, dachte Hope an seine Freunde denkend.
Seine Schulferien hatten gerade erst begonnen.

Part II: Freunde ENDE