Kapitel 1
Sie wusste, dass sie umzingelt war … dennoch war sie weder nervös noch panisch. Sie dachte nur daran, wieviel Zeit sie sparen könnte, wenn sie nicht nach “Ihnen” suchen müsste.
“Genau wie wir gehört haben”, murmelte Lightning, als sie ihr Schwert zog. Man sah mehrere Bloodbaths, ein Monster das aussah wie ein großer Fisch mit amphibischen Armen und Beinen, welches am Rand des Wassers lebt.
Am Rand der Küstenstadt “Bowdam” erscheint diese Art von Monstern sehr oft. Es sind anscheinend nicht nur Menschen, die dort wegen der Temperaturen leben möchten. Es gibt dort warme Gewässer, die die Stadt wie einen Urlaubsort erscheinen lassen.
Sie konnte vier der rötlich – grauen Monster in ihrer unmittelbaren Nähe erkennen. Zwei spürte sie hinter sich. Eines der Viecher fing an zu kriechen und machte sich bereit zu attackieren. Sie führte einen Schwerthieb nach rechts aus. Widerstand. Nun nach links. Ihr Schwert blitzte auf und machte ihrem Namen alle Ehre. Zwei waren besiegt. Sie spürte, wie etwas langsam auf ihren Rücken sprang. Sie stieß einen kleinen Seufzer aus…fuhr herum und durchschnitt es. Nun verblieb nur noch einer hinter ihr…
Plötzlich geschah es. Sie sprang zurück, hörte einen Schuss und sah, wie der Körper von einem der Bloodbath verletzt zu Boden ging und ein großer Teil seiner grünen Körperflüssigkeit in den Boden sickerte.
“Wir helfen!”
Sie hörte die Stimme eines Mädchens über den Lärm eines Airbikes hinweg.
Du kannst nicht helfen, du bist nur im Weg, dachte sie irritiert und senkte ihre Waffe.
Der Bloodbaths schenkte Lightning allerdings keine Aufmerksamkeit mehr.
Sie musste nicht aufschauen, um zu wissen, dass die Stimme einer Frau gehört, die zur Unterschicht gehört.
Der Klang des Bikes verriet ihr außerdem, dass es umgebaut war. Es war keines von den Bikes, welches unter dem Motto Sicherheit gebaut wurde und es war auch kein Airbike vom Militär, da diese so leise wie möglich liefen. Dieses Bike hatte dagegen einen ganz eigenen Sound. Die Frau auf dem Bike konnte demnach weder Zivilist noch Soldat sein.
Es war allerdings nicht die Frau, die eine Pistole in der einen Hand hielt und mit der anderen das Bike steuerte. Da saß ein junger Mann mit blauen Haaren. Er hatte überall Schmuck und Federdekorationen. Sogar aus dieser Distanz konnte man erkennen, dass er ein sehr auffälliger Typ war. Hinter ihm saß eine Frau mit schwarzen Haaren, welche eine riesige Pistole im Anschlag hielt.
Während das Airbike schnell an Höhe gewann, stand die Frau auf und feuerte ihre Waffe ab. Die übrigen zwei Bloodbaths flogen zurück und bewegten sich nicht mehr. Sie war kein schlechter Schütze (allerdings verschwendete sie bei der Aktion die Hälfte ihrer Munition).
Das Airbike flog langsam zu Lightning herunter. Es wurde von jemandem gesteuert, der sein Handwerk verstand.
“Hey Soldat, da warst du aber in einer schwierigen Situation, nicht wahr?”
Die schwarzhaarige Frau legte ihre Waffe nieder und lächelte. Der Ausschnitt ihres Hemds war groß und offen. Lightning konnte einen Schmetterling auf der Schulter der Frau erkennen.
Normalerweise trägt man mehr Kleidung, wenn man mit einer Pistole arbeitet, um Verbrennungen entgegen zu wirken.
Amateure, entschied sie für sich und fragte dann:
“Wer seid ihr?”
“Wir sind Nora.“
Auch wenn Lightning versuchte “cool” und “hart” zu klingen, fiel es der anderen Frau kaum auf. Ihre bernsteinfarbenen Augen funkelten, als sei sie amüsiert.
“Wenn du ein Soldat aus Bowdam bist, musst du doch etwas über uns gehört haben, oder?”
Selbstsicher. Lightning fand es interessant, wie diese Frau so selbstsicher sein konnte, hatte aber keine Zeit, danach zu fragen.
“Nein, noch nie gehört.”, sagte sie kurz angebunden und wandte sich um. Sie hörte die Stimme der Frau hinter sich.
“Aber…“
“Komisch. Ich hätte schwören können, wir wären berühmter.”
Sie ging schneller, um die Stimmen der beiden nicht mehr hören zu müssen. Nervig. Zuerst störten diese Typen sie bei ihrer Mission und dann dachten die auch noch ernsthaft, sie würden ihr helfen. Sie konnte es nicht ertragen, wie stolz die beiden auf sich waren, also log sie sie an und hasste sich selbst dafür. Ja, sie hatte gelogen. Sie log darüber, dass sie noch nie von Nora gehört hatte. Sie kannte sie. Sie wusste von deren Shop am Strand, welchen sie als Hauptquartier nutzten.
Der Shop war eigentlich ein Café für Touristen, wurde allerdings eher von Einheimischen genutzt. Definitiv keiner der Treffpunkte, die bei High-School Mädchen gut ankommt.
“Wir sind wie eine Nora-Katze, ein Streuner, deshalb unser Name.” Noch nerviger ist, sich jetzt gerade an sowas zu erinnern.
Lightning nahm ihr Funkgerät zur Hand. Denk nicht über unnötige Dinge nach, sagte sie zu sich selbst. Unterrichte den Feldwebel und teilte ihm mit, dass die Aufgabe erledigt ist. Das ist das Wichtigste, was jetzt zu tun ist.
Es sind bereits viele Soldaten am Treffpunkt angekommen. Die Bloodbaths waren nicht weit weg von dem Ort, an dem sie sich laut Augenzeugen aufhalten sollten. Es ist nicht so einfach, gegen schnell weiterziehende Monster vorzugehen. Monster hassen Menschen, deshalb sieht man sie nie in großen Wohn- oder Geschäftsgebieten … auf dem Land ist das aber eine ganz andere Geschichte. Für die Menschen in den ruhigen Viertel außerhalb der Stadt werden die vielen Monster langsam aber sicher zu einem immer größeren Problem.
Obwohl auch Leihen kleinere Monster besiegen können, nützt das den Bewohnern nicht viel, da diese Viecher zumeist in größeren Gruppen unterwegs sind. Einzig die großen und starken Monster sind Einzelgänger. Das Klügste, was man machen kann, wenn so ein Monster gesichtet wird, ist sofort mit der Armee in Kontakt zu treten. Diesen Job übernimmt dann normalerweise die Security-Force, Lightnings Einheit.
Soldaten kamen auf Lightning zu, beglückwünschten sie zu ihrer erledigten Aufgabe. Lightning jedoch suchte nach ihrem Vorgesetzten. Nein, eigentlich musste sie nicht wirklich nach ihm suchen. Feldwebel Amoda konnte man immer schon von weitem hören. Sein herzhaftes Lachen verriet ihn stets.
Lightning runzelte die Stirn. Ihr Sergeant sprach mit einer Gruppe, die sie noch nie zuvor gesehen hatte und neben ihm stand ein umgebautes Airbike. Es sah genauso aus, wie das, welches noch vor kurzem von dem blauhaarigen Mann geflogen wurde. Wer ist dieser Kerl, der so vertraut mit meinem Sergeant plaudert?
Er stand selbstsicher vor ihm, schien aber zumindest etwas zu schwitzen. Sie konnte nicht sagen, ob es an seiner Kleidung lag, oder an der Art, wie er sich bewegte. Eines konnte sie jedoch mit Sicherheit sagen, er war ihr Anführer.
Ihre Blicke trafen sich. Sie starrte ihn an. Sie wusste, dass es unfreundlich war, konnte aber nicht anders, da der Blick dieses Mannes verdächtig war.
“Hey Kommandant, willkommen zurück.”
Er macht es schon wieder, dachte Lightning und zuckte mit den Schultern. Er mag diese Art von Witzen.
“Commander? Welche Art von Witz ist das nun, Feldwebel?” Die Betonung lag auf “Feldwebel“. Anders als zu Beginn ihrer Arbeit in dieser Einheit war sie mittlerweile gut darin, seine Witze zu ignorieren. Natürlich ist es manchmal notwendig zurückzuschlagen.
“Naja, du bist unser Angriffs-Leader, richtig?” Wenn er so ist, kann man nicht wirklich mit ihm reden, also seufze sie und entschied sich, ihn einfach zu ignorieren.
“Also, wer ist das?” Sie sah den Mann neben ihr an. Es machte keinen Unterschied, ihn aus der Ferne oder direkt neben sich zu sehen. Er sah genau gleich aus. Er sah nach Ärger aus.
“Sie sind Nora, Sergeant.”, sagte ein junger Soldat, der die Unterhaltung verfolgt hatte.
“Haben Sie noch nichts von ihnen gehört?”
Nicht Nora schon wieder, dachte sie und zeigte fast ihre Irritation. Ich habe sie gerade aus meinem Kopf gehabt … und da sind sie wieder.
“Eine Bürgerwehr bestehend aus Jugendlichen der Stadt.” Er hatte Lightnings Schweigen anscheinend als Wissenslücke aufgefasst.
Amoda fügte hinzu: “Ihr Anführer ist Snow, neben uns.”
Sie fühlte eine Mischung aus Freude und Enttäuschung, da sie mal wieder Recht behielt.
“Hey.” Seine lässige Handbegrüßung machte sie noch gereizter. Kann er nicht ein wenig höflicher sein? dachte sie.
“Das ist unsere Angriffs-Leaderin. Sie mag jung sein, aber sie ist verdammt gut.” Wie zum Beweis berührte Amoda mit seinen Fingerspitzen das Schwert von Lightning. “Das ist das Schwert, das sie kürzlich bekam. Ein Blaze Edge … auch wenn ihr das nicht versteht, jeder Soldat würde wissen, was es damit auf sich hat. “
“Feldwebel, lasst uns nicht darüber…” Lightning wusste, was der Major als nächstes sagen wollte und versuchte, ihn zu stoppen, Amoda ignorierte ihre Einwände völlig und fuhr fort.
“Dieses Schwert wird nur den besten Soldaten verliehen. Das, was ich damit sagen möchte, ist, dass der Soldat, der dieses Schwert besitzt, außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Ist das nicht fabelhaft?”
Okay, das geht nun ein bisschen zu weit mit den Belobigungen, dachte sich Lightning. Sie wollte ihn stoppen, bevor er bei diesem Thema richtig Fahrt aufnehmen konnte, doch kam sie nicht mal ansatzweise zum Reden.
“… und ihr Blaze Edge ist etwas Besonderes. Es hat eine Gravur, was war es doch gleich? ‘White Flash … nehme meinen Namen an’, nicht wahr?” In ihrem Inneren korrigierte sie ihn: Ruft meinen Namen, aber sie konnte es nicht sagen, da es zu peinlich war.
“Lasst es uns einfach dabei belassen, okay?” Auch wenn er nur scherzte, war sie glücklich, solche Worte von ihrem Vorgesetzten zu hören. Es gibt bei jedem eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte. Ihr Vorgesetzter wusste, wo diese Grenze bei Lightning war.
Aber dieser Snow, der vor ihr stand und immer wieder “Ist das richtig?” und “Wow, das ist großartig” von sich gab, während er Lightning direkt ansah, war einfach unerträglich.
“Okay, okay.” Amoda schaute erst enttäuscht, lachte dann aber laut.
“Ah, naja. Das ist also der Grund, weshalb dein Sergeant hier so schnell aufgeräumt hat.”
“Ihr seid enttäuscht darüber, dass es hier nicht mehr zu holen gab, was?”
“Ne, es sind nicht nur Monster, die hier herumstreunen und gemeldet wurden, weißt du.“
“Echt?”
“Wenn wir sie ausräuchern, kommt einer nach dem anderen raus.”
“Hey, natürlich bin ich damit einverstanden, sie auszuräuchern, aber macht nicht zu viel Aufruhr dabei.”
“Natürlich, natürlich.”
Widerstandsgruppe? Bring mich nicht zum Lachen. Nur eine Gruppe von Amateuren mit Kanonen, die agieren, als seien sie eine Gerechtigkeitsliga, dachte Lightning. Sie wollte ihnen die Meinung sagen, aber das würde nichts ändern. Man sollte nur kritisieren, wenn man sich Besserung verspricht. Alles Andere ist Verschwendung von Atem.
“Ihr Jungs habt eine Menge Energie, oder? Wieso tretet ihr nicht der Armee bei?”
“Regeln und Uniformen passen einfach nicht zu unserer Persönlichkeit, verstehst du?” Wieso sagt der Typ immer Sachen, die anderen Menschen mit Sicherheit auf die Nerven gehen müssen?, dachte Lightning. Er bringt mich echt zur Weisglut.
Sergeant Major Amoda lachte nur und sagte, “Achte darauf, was du sagst”, während er Snow wie einem guten Freund auf den Rücken klopfte.
“Naja, nachdem die Monster nun alle besiegt sind, werden wir gehen.” Nachdem Snow seinen Satz beendet hatte, stiegen sie alle auf ihre Airbikes.
“Ihr Jungs solltet auf euch aufpassen, damit euch nichts passiert”, schrie der Soldat von vorhin hinter ihnen her. Er war in deren Alter und schien ihnen gegenüber freundlich gestimmt zu sein.
“PSICOM ist nicht wie wir, sie werden euch nicht tolerieren.”
PSICOM: Puplic Safety and Information. Ein geheimer Service in der Armee. Sie nehmen nur die besten Soldaten.
Die Sicherheits-Einheit arbeitet mit den Leuten vor Ort eng zusammen, deshalb könnte man sagen, sie sind “warm” miteinander.
Die PSICOM jedoch nicht. Sie würden nie mit Nora zusammenarbeiten. Sie würden nicht mal erlauben, dass diese existieren. Eine Gruppe von Widerstandskämpfern kann das nicht wissen, sonst würden sie die nett gemeinten Worte des Soldaten nicht so leichtfertig abtun.
“Wir sind okay. Wir sind stärker als jede Armee”.
Der Leader bleibt der Leader, die Mitglieder die Mitglieder.
Der junge Soldat schien sich an der Aussage der Nora nicht zu stören und sagte “Ein bisschen zu Übermütig, ne?”, während er lachte.
Lightning dachte, das die Nora – Typen nicht nur wenig guten Menschenverstand besaßen, sondern auch nicht merkten, was jeder normale Mensch merken müsste. So beschloss sie für die Zukunft, die Gruppe zu ignorieren und sie aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Das währe eigentlich das Beste, aber… “Warte.” Bevor sie auch nur wusste, was sie tat, war sie den Leuten schon gefolgt und stoppte ihren Anführer. Sie hatte eine Sache zu sagen, nur eine.
“Dein Name ist Snow, richtig?”
“Ja?” Snow war gerade dabei, aufzubrechen und drehte sich zu ihr um.
“Du bist derjenige, der meiner kleinen Schwester hinterherläuft.”
“Kleine Schwester?”
“Serah Farron.” Sie hatte nicht einmal Serahs Namen zu Ende ausgesprochen, bevor Snow sagte:
“Ah!”, er stieg von seinem Bike und rannte sofort zu Lightning.
“Du bist also Serahs Schwester, eh? Dein Gesicht ähnelt ihrem, aber ihr beide scheint sehr verschieden zu sein.” Er sah so glücklich aus, was Lightning völlig verwirrte. Er sah aus, als hätte er Süßigkeiten gefunden.
“Serah sagte, dass ihre Schwester ein Soldat sei. Als wir uns vorhin trafen, dachte ich mir, dass du das sein könntest, aber du bist wirklich ihre Schwester!” Er sagte Serahs Namen so vertraut, dass Lightning schon kurz davor war, ihn anzuschreien, als er plötzlich seine rechte Hand nach ihr ausstreckte.
“Mein Name ist Snow Villiers. Nett dich kennen zu lernen!” Seine Hand war groß. Sie vermutete, dass es an den Lederhandschuhen lag, die er trug und die seine Hand noch größer erscheinen ließ. Dieser Mann weiß wirklich nichts über Anstand.
“Komm meiner Schwester nicht zu nahe.” Sie ignorierte seine ausgestreckte Hand und dachte nicht einmal im Geringsten daran, nett zu ihm zu sein.
“Warum?” Snows Augen wanderten von seiner ausgestreckten Hand zu Lightnings Gesicht und wieder zurück. Er hatte wohl nicht verstanden, was sie ihm sagte.
“Ich sagte, komm meiner Schwester nicht zu nahe.”
Snow zog seine Hand zurück. Er verstand endlich, dass er zurückgewiesen wurde. Dennoch gab er nicht auf und sagte zögernd:
“Und wenn ich es doch täte?”
Ich muss ihm nicht antworten. Ich habe gesagt, was ich sagen wollte, dachte sie sich. Sie versuchte, sich von ihm wegzudrehen, doch etwas traf ihren Zeh.
Eine Kokosnuss. Es war die Art von Kokosnuss, welche von dem Bowdam Palmenbaum stammt. Diese Palmenart wächst sehr schnell, weshalb die Menschen in Bowdam sie sehr als Schattenspender am Strand schätzten.
Die Früchte sind anders als jene vom normalen Palmenbäumen … diese Kokosnüsse sind nicht zum Essen gedacht. Sie sind riesig und es ist völlig egal, ob man sie dämpft oder kocht, man kann sie einfach nicht essen. Ebenso wie diesen Mann, dachte Lightning.
“Also, wenn ich es doch tue? Dann was?” Sie setzte ihren Fuß auf die Kokosnuss.
“Tu es nicht.” Sie verschränkte langsam ihre Finger ineinander und knackte sie.
So hatte sie zwar nicht geplant, den Jungen von ihrer Schwester abzubringen, aber was soll’s.
Doch dann rutschte ihr Fuß von der Kokosnuss ab. Snow hatte die Nuss nach oben gekickt. Diese machte in der Luft einen Bogen und landete direkt in seiner Hand. Er war wie ein Kind, das gut im Ballspielen war.
“Tut mir leid, auch wenn du mich schlägst, wird es nicht funktionieren.” Will er damit sagen, dass der Schlag einer Frau nicht stark genug wäre, oder will er damit sagen, dass er nicht auf ihre Worte hören wird? Wahrscheinlich beides.
“Weil ich einen sturen Kopf habe.” Er lächelte, als er diese Worte sagte, was sie noch ärgerlicher machte. Sie drehte ihm den Rücken zu und lief davon. Ich mag ihn nicht, dachte sie. Er nimmt Kinder in seine Gruppe auf, agiert als deren Anführer, feuert die Schwachen an… ein schrecklicher Mann.
Warum findet ihn Serah so interessant? Natürlich, sie findet ihn nur interessant. Sie mag ihn nicht wirklich. Natürlich.
“Sergeant Farron, kennen Sie ihn?” Der junge Soldat schaute ängstlich, als er fragte.
Sie konnten nicht gehört haben, worüber sie geredet hatten, aber sie müssen gesehen haben, wie die beiden miteinander gerungen hatten.
“Nein, nicht wirklich.” Sie kannte Snow nicht. Sie plante nicht, dass sie je wieder etwas mit ihm zu tun haben würde. Nicht nur sie selbst, sondern auch Serah.
“Ich gehe zurück.” Lightning strich sich durchs Haar und Schritt davon.
Kapitel 2
Übersetzt von Wave – Vielen Dank!
Der Seewind fühlte sich gut an auf ihrer Haut. Serah spazierte ziellos die Promenade entlang und breitete ihre Arme weit aus. Das Wetter war herrlich und die Gegend um die Promenade ruhig. Zu dieser Jahreszeit waren die Touristen alle am Strand um im Meer zu baden. Das Team Nora Cafe war bereits seit den Morgenstunden gut besucht. Auch wenn es jetzt nicht Saison war, arbeitete Lebreau heute. Ihre Küche brachte es immer fertig auch die Einheimischen ins Lokal zu locken.
Das war es auch warum Snow wahrscheinlich spät dran war. Vielleicht sagte er “ich werde euch den Rest überlassen, Burschen.” und versuchte dann zu gehen. Aber einer der Regulären verwickelte ihn in ein Gespräch. Dieses Bild vor Augen brachte Serah zum lachen.
“Hey”, hörte sie eine Stimme sagen und sie drehte sich um. Aber es war nicht Snow . Es war ein Mitglied von Nora namens Gadot. Da er auf einem Airbike saß, kam er vermutlich gerade zurück von der Arbeit oder aber Lebrau hatte ihn gebeten einige Zutaten zu besorgen.
“So, er wird sich verspäten .. oder?”. Sie sah zu ihm hinauf als das Airbike bei ihr anhielt.
Obwohl er kleiner als Snow war ließen ihn seine Muskeln riesig erscheinen. Als Serah ihn das erste mal traf erschien er ihr ebenfalls groß und Furcht einflößend, aber jetzt natürlich dachte sie anders.
“Haben dich die Soldaten abgefangen?”
“Bingo, und es könnte noch eine Weile dauern” Serah fragte sich ob es einer dieser langatmigen Kunden war. Sie war sich nicht sicher ob Snow oder Lebreau Gadot baten als Kurier zu dienen.
“Ok, ich verstehe, Danke”.
“Passt schon, war ohnehin auf dem Weg hierher” .Und mit den Worten “man sieht sich” hob er mit seinem Airbike wieder ab. Serah winkte ihm zu und sah ihm nach.
Die Stille kehrte zurück, und Serah ging weiter. Da gab es einen Platz nahe der Promenade wo sich die Seevögel sammelten. Sie entschied sich dort auf Snow zu warten. Sie wurde nie müde den Seevögeln bei ihrem Spiel mit den Wellen zuzusehen. Serah wünschte sie hätte etwas zum Fütten mitgebracht.
“Ich liebe diese Stadt”, flüsterte Serah. Die Vögel, die im weiten Ozean spielten, die Farbe des Himmels, die Blätter die leise in den Bäumen raschelten, sogar die wunderschön erhaltene Promenade. Aber es war Serahs letztes High School Jahr und es war bereits entschieden, dass sie zur Universität in die Hauptstadt von Eden gehen würde. Es war der Weg für den sie sich selbst entschlossen hatte, aber allein der Gedanke die Stadt zu verlassen erfüllte sie mit Trauer. Snow sagte immer:
“Eden ist gleich dort drüben, wir können uns sehen wann immer wir wollen”. Und er lächelte dabei. Serah sagte sich auch immer, es ist nicht so, dass wir uns nicht mehr sehen, denn jemanden wirklich nie mehr zu sehen, das war etwas das sie nur zu gut verstand.
Der erste war ihr Vater gewesen, auch wenn sie zu jung war um das Thema Tod zu verstehen, wusste sie dass sie ihren Vater nie mehr sehen würde. Als ihre Mutter an einer Krankheit starb, fühlte sie sich stärker, doch der Schmerz jemanden zu verlieren blieb. Jemanden vor seinen Augen zu verlieren kannte auch Snow, er wurde von derselben Institution großgezogen wie Gadot, Lebreau und Yuge. Sie alle kannten diesen Schmer , deshalb begegneten sie Menschen mit einer ihnen ganz eigenen Liebenswürdigkeit, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst waren.
“Ich bin glücklich“, sagte sich Serah, “aber auch die kleinste Distanz zwischen uns schmerzt“. Sich jeden Tag zu treffen, über alltägliche Dinge zu reden auch banale, umgeben von netten Leuten, das alles zählt. Auch nur ein bisschen davon zu verlieren tut weh.
“Verwöhnte Göre, du bist gierig” Sie schlug sich leicht mit der Faust auf den Kopf, Eden ist nicht so nahe wie Snow meinte, aber sie konnten sich dennoch sehen wann immer sie wollten. “Ich sollte aufhören in Selbstmitleid zu ertrinken und die Zeit die mir hier bleibt besser nutzen.”
Sie hatte das gerade für sich entschieden als sie jemanden die Promenade herunter sprinten sah. Es war Snow, und er kam eher als sie gedacht hatte. Er hatte sicher sein bestes gegeben um das Gespräch so schnell wie möglich zu beenden.
“Hier rüber” Sie sprang auf und schwenkte ihre Hände.
“Hast du meine Schwester gesehen?” Sie konnte nicht anders als schreien. Snow war leicht außer Atem aber sobald er sich gefangen hatte sagte er “Jep, ich habe Lightning getroffen.”
“Gestern gerieten wir zufällig aufeinander.”, “Aha deshalb”, dachte sich Serah.
“Und, hat sie was über mich gesagt?”
“Nichts, aber sie war wirklich mies gelaunt, das war echt seltsam.”
Wenn Lightning schlechte Laune hatte, würde sie sich nie anders verhalten als normal. Sie trotze nie wie ein Kind wenn sie traurig war, immer zu stolz um zu zeigen wie es in ihr aussah. Aber Serah wusste wie es ihr ging, wie eine unsichtbare Aura die sie umgab und sich veränderte. Wenn überhaupt ließ es sich mit Elektrizität vergleichen, man kann es nicht sehen, aber einmal berührt schockt sie dich.
“Snow, anscheinend willst du dich schocken lassen”, dachte Serah mit einem bitteren Lächeln. Lightning und Snow waren die exakten Gegensätze. Snow der seinen Gefühlen freien Lauf lässt, seine Seele zeigte sich in seinem Gesicht und seinen Taten, in seinen Worten. Bei ihm waren Gefühle und Worte eng verbunden. Er würde nie lügen, nie tricksen. Deshalb fühlte sich Serah sicher ihm vertrauen zu können, aber ihre Schwester war völlig anders. Sie haben nichts gemeinsam, wie Öl und Wasser.
“Verdammt…”, Snow kratze sich an der Hand, ” Was sollen wir machen?“
Zuerst verstand Serah nicht aber dann machte es Klick bei ihr.
“Ist schon gut, du kannst trotzdem kommen.” Nächste Woche war Lightnings Geburtstag, Serah hatte sie gebeten sich frei zunehmen sodass sie zu dritt feiern konnten.
“Sagen wir ihr doch dass wir uns treffen”
“Ja es ist echt schlimm, dass dauernd verheimlichen zu müssen“
Serah hatte geplant Snow ihrer Schwester bei der Geburtstagsparty vorzustellen. Sie wollte nicht dass sich Lightning extra dafür freinehmen musste, das würde sie verärgern, wo sie doch so beschäftigt war…aber Serah wollte auch nicht mehr zulange damit zuwarten.
“Wenn wir mit ihr reden…wird sie verstehen, sie ist wirklich ne nette.” Lightning war nicht nur hart zu sich sondern auch zu anderen. Einmal für was entschieden, blieb sie dabei sodass viele dachten sie wäre stur. Aber das ermöglichte ihr Serah zu beschützen und für sie zu sorgen. Selbst noch ein Kind, das versorgt und beschützt werden wollte, ließ sie ihre Kindheit hinter sich und wurde stark für ihre kleinere Schwester. Beim Begräbnis ihres Vaters und bei dem ihrer Mutter hielt sie Serahs Hand. Es war als ob sie sagte, “was immer auch kommt, ich werde für dich da sein – ich bin für dich da”. Serah hatte die Wärme die von der Hand ihrer Schwester ausstrahlte nie vergessen.
Ahhhhh, jetzt hatte sie etwas gefunden dass Snow und Lightning doch gemeinsam hatten. Auch wenn ihre Persönlichkeiten total verschieden waren, gab es etwas. “Ich liebe sie beide”, flüsterte Serah tief in ihrem Herzen, “das ist es was sie verbindet”.
“Nein, es wird gut gehen, wir werden es ihr sagen. Sie wird uns akzeptieren müssen.”
“Aber wenn sie wütend wird, wird sie mich vermutlich killen” witzelte Snow. Serah versuchte nicht laut loszuprusten und ein ernstes Gesicht zu machen.
“Ach wenn das alles ist. Wenn sie wirklich mies drauf ist, macht sie ganz Cocoon platt.”
“Das würde sie nicht…oder doch?” Snow zog seine Augenbrauen zusammen. Das war jetzt zuviel, Serah brüllte vor Lachen und Snow warf seinen Kopf in den Nacken und stimmte ein.
“Ich hoffe dass wir drei eines Tages auch so gemeinsam lachen können. Nein, wir werden es, an ihrem Geburtstag.”
“Snow” hörten sie hinter sich. “Was ist los, Maqui?” brüllte Snow als das Airbike näher kam.
“Sie schwärmen aus, wir haben die Funksprüche der Armee aufgefangen. Scheint Monster in den Wäldern zu geben, Zeit für Team Nora.”
“Okay”, sagte Snow als das Airbike landete.
“Tut mir leid Serah, ich muss mir den General ausborgen.”
“Ist schon gut” Serah sah ihn lachend an. Maqui war ein Jahr jünger als sie und sie könnten Klassenkameraden sein.
“Tut mir leid zu stören”, entgegnete Maqui und grinste. “Bastard“, knirschte Snow und gab vor ihn zu boxen. Sie waren wie Brüder.
“Okay dann, ich werde dann heimgehen.”
“Warte, kannst du auf mich warten? Ich möchte mit dir einkaufen gehen.”
Snow kniff ein Auge zu, als er auf das Airbike sprang.
“Für was?”
“Geschenk für deine Schwester.”
Oh, ein Geburtstagsgeschenk.
“Ich möchte dass wir beide es aussuchen, du gehst schon mal vor zur Einkaufsstraße und siehst dich um.”
“Nein, ich warte hier. Ich werde zu den Strange Ruins gehen.”
“Na gut”, sagte Snow als sich das Airbike in die Luft erhob. “Wir werden die Sache schnell bereinigen.”
“Seid vorsichtig”, sagte Serah und winkte ihnen zu. Doch Snow und Maqui waren bereits hoch in der Luft. Sie lachte.
“Ihr seid wirklich verdammt schnell.“
Kapitel 3
Sie versuchte ihre schlechte Laune zu verstecken auch wenn es nicht funktionierte. Als sie gestern Abend heim kam hatte sie kaum mit Serah gesprochen. “Ich bin müde”, sagte sie und schloss sich in ihrem Zimmer ein. Sie wollte nichts sagen was sie später bereuen würde, denn wenn sie ihren Mund aufgemacht hätte, hätte sie wohl angefangen Serah anzuschreien, damit sie sich endlich von diesem Typen trennt. Sie wollte nicht, dass Serah merkt das sie gegen diese Verbindung ist. Sie kannte das Temperament ihrer Schwester…besser als jeder andere.
Wenn Serah gewusst hätte, das Lightning gegen diese Beziehung war nur weil sie diesen Typen nicht leiden konnte, würde sie versuchen Lightnings Meinung über ihn zu ändern. Sie wollte nicht durch diese Tortur gehen müssen.
Lightning seufzte und reinigte das Brett welches sie für das zubereiten ihres Frühstücks verwendete. An Tagen, an denen sie früh gehen musste, aß sie zusammen mit Serah. Aber an Tagen wie heute, an denen sie das Haus später verlassen musste, aß sie alleine.
Als Lightning aus dem Schlaf erwachte war Serah bereits unterwegs. Dennoch hatte sie Frühstück vorbereitet.
Lightnings Arbeitsplan wechselt ständig, weshalb sie immer früh zur Arbeit muss.
Deren Vater starb früh. Als dann auch noch deren Mutter starb, musste Lightning arbeiten um sich und ihre Schwester zu versorgen.
Lightnings Erfahrungen in Sachen Hausarbeit waren demzufolge viel größer als Serahs. Trotz allem war Serah eine bessere Köchin als Lightning.
“Serah ist nur besser darin köstliches Essen herauszusuchen.”
“Mm-hmm und ein besserer Koch bin ich auch.“
Sie erinnerte sich an die Gepräche welche sie und Serah mit ihrer Mutter hatten. Sie war glücklich und lächelte. Dann wurde ihre Mutter krank.
Kurz bevor sie starb geschah folgendes:
Nach der Schule gingen Lightning und Serah zusammen in das Krankenhaus um ihre Mutter zu besuchen. Serah versuchte immer wieder zu rennen, doch Lightning hielt sie mit den Worten “Nicht rennen, das ist gefährlich” immer wieder zurück.
Wenn es wie immer gewesen wäre, hätte Lightning selbst versucht zu rennen. Doch an diesem Tag war es anders.
Als Lightning gestern nach der Schule heim kam teilte ihr der Doktor mit, dass sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtert hatte. “Das nächste Mal wenn sie einen Anfall bekäme könnte es kritisch werden”, sagte er.
Es gab keine anderen Familienmitgieder die der Arzt kontaktieren konnte, deshalb konnte der Doktor nichts anderes tun als der 15-jährigen Lightning die Details zur Krankheit ihrer Mutter zu erzählen.
“Sollte irgendwas passieren”, sagte der Doktor, “würde ich euch gerne einer Sozialbetreuerin vorstellen”.
Er erzählte ihr von vielen Orten in denen sie Hilfe erhalten könnte. “Es gibt Programme in denen Kinder ohne Eltern frei leben können. Du musst dir keine Sorgen machen. Du musst nur an dich und an deine Schwester denken”. Das ist was der Doktor ihr sagte.
Mit der Bedeutung der Worte die er sagte, merkte Lightning das sie nun Verantwortung tragen muss. Sah man es ihr an? Sie wunderte sich. Als sie zurück schaute fühlte sie sich als ob ihre Mutter wüsste was sie dachte.
“Ich fühle mich heute gut. Ja, ich denke ich möchte ein paar Früchte essen. Serah, würdest du gehen und mir welche holen?”
“Ich gehe.”, sagte Lightning. Ihre Mutter lächelte.
“Serah ist besser darin köstliches Essen herauszusuchen.”
“Mm-hmm, und eine bessere Köchin bin ich auch.”, sagte Serah mit großem Stolz und verließ das Krankenzimmer.
“Es werden eine Menge Dinge auf dich zukommen, nicht nur Kochen.”, sagte ihre Mutter.
Serah war kaum noch zu hören. Lightnings Mutter lächelte sie an. Ja, sie versteht es, dachte Lightning. Deshalb fragte sie Serah nach den Früchten. “Sie wird mir nun erklären was ich genau zu tun habe”…doch sie tat es nicht.
“Weißt du, du musst nicht alle Dinge alleine machen. Es gibt viele Sachen in denen Serah dir eine Hilfe sein kann.”
“Aber, Mutter…” Sie konnte nichts anderes sagen. Ihre Mutter streckte ihr die Hand entgegen, hielt sie fest und streichelte ihr Haar als sei Lightning ein kleines Kind. Sie fühlte sich als müsste sie weinen.
“Süßes kleines verwöhntes Mädchen. So nannten wir dich bevor Serah geboren wurde.”
“Ich erinnere mich nicht daran.”
“Als Serah geboren wurde, wurdest du zu einer großen Schwester, dabei warst du erst drei. Beide, dein Vater und ich, konnten dich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so nennen.” Die Stimme von Lightnings Mutter war lachender Natur…Lightning konnte den Schmerz darin hören. Die Hand die sie streichelte war so dünn…
“Nachdem dein Vater starb hast du mir immer geholfen. Du hast immer auf Serah aufgepasst. Du bist eine sehr gute Schwester, weshalb ich mich nicht um Serah sorgen muss. Du wirst für sie da sein…doch Serah wird ebenfalls für dich da sein. Sie wird dir helfen wenn es weh tut, sie wird dir Stärke geben. Vergiss das nicht.” Und dann sagte ihre Mutter, noch einmal, in einer dünnen Stimmlage, “Mein kleines verwöhntes Mädchen”…….
Ihr Krankheitszustand wechselte sich schlagartig. Sie hatte sich bereits darauf vorbereitet, so konnte sie es auch nur ohne ein Wort zu sagen akzeptieren.
Dieser Tag, der Tag an dem sie wie ein kleines Kind von ihrer Mutter gehalten wurde war vorbei, ihre Kindheit war Vergangenheit. Sie hatte niemanden mehr den sie Mutter nennen konnte. So war sie nicht länger ein Kind. Konnte kein Kind mehr sein.
“Du musst nicht alles alleine machen”, hatte ihre Mutter gesagt. Doch die einzige die Serah beschützen konnte war sie. “Natürlich. Ich muss es alleine machen. Ich möchte erwachsen sein”. Sie fühlte es. “Um meine kleine Schwester zu beschützen und sie glücklich zu machen muss ich so schnell wie möglich erwachsen werden”.
“Wenn ich nach dem Gesetz kein Erwachsener sein kann, muss ich den Namen den mir meine Eltern gaben los werden und selbst ein Erwachsener werden. Es ist doch okay wenn ich nicht mehr länger meiner Mutters Tochter bin. Im Gegenzug werde ich Serahs Leibwächter und ich werde sie beschützen”. Mit dieser Entscheidung trat sie vor das Grad ihrer Mutter und leistete den Schwur. Ab diesem Zeitpunkt nannte sie sich Lightning.
Sie erwachte aus ihren Gedanken als ihr Pistolenhalfter nachließ und zu Boden fiel. Das sie bereits angezogen war hatte sie nicht einmal bemerkt und lächelte aus diesem Grund humorlos vor sich hin.
Es war noch nicht einmal Zeit zu gehen. Sie ist heute früher aufgewacht als geplant…wahrscheinlich wegen dem gestrigen Ereignis, weshalb sie auch nicht gut geschlafen hatte.
Verständlich, sagte sie zu sich und seufzte. Es musste einfach dieser Typ sein. Sie war nicht der Typ von Schwester die jeden Jungen von Serah fernhalten wollte…sie wollte Serah einfach nur glücklich sehen…jemanden an Serahs Seite der sie vor allem Übel beschützt. Sie wollte niemanden neben ihr haben der dies nicht erfüllen kann.
Dieser Mann könnte sie nie beschützen, dachte Lightning. Er ist bloß ein Junge der den König der Berge spielt. Beim ersten Zeichen von Ärger würde er Serah verlassen und wegrennen.
Serah wird das bald selbst einsehen.
“Eine ehrliche High-School Studentin und ein nichtsnutziger, unbeschäftigter Mann können niemals zusammen glücklich werden.
Wenn Mutter am Leben wäre, könnten wir Serah dann zusammen stoppen?”
“Nein, wahrscheinlich nicht”. Lightning lies die Schultern fallen. “Vater war selbst eher der gefährlichere Typ. Er war locker und gutmütig, aber nicht sehr zuverlässig. Jetzt wo ich erwachsen bin verstehe ich das”, dachte Lightning. “Natürlich liebte ich meinen Vater als ich klein war. In meiner Erinnerung war er immer freundlich und lachte viel. Wenn er länger gelebte hätte, wäre ich dann kritischer in meiner Meinung über seine gutmütige Natur? Ich hätte wohl gegen ihn rebelliert.”
“Mutter hatte ihn dennoch gewählt. Sie wäre wahrscheinlich auch weich gegenüber Snow gewesen.”
Sie hätte wahrscheinlich gesagt, “Wenn es die Person ist die Serah liebt…” und hatte es akzeptiert. Ich werde es aber nicht. Niemals.
Sie zog ihre Lederhandschuhe an und öffnete die Tür ihres Zimmers. Sie hatte beschlossen heute früher zur Abreit zu gehen.
Kapitel 4
Übersetzt von Wave – Vielen Dank!
Alten Aufzeichnungen zufolge gab es die Strange Ruins von Bowdam schon seit Jahrhunderten. Die alten Gebäude und Herrschaftshäuser von Cocoon waren “historisch” doch die Bauten von Pulse wurden nur “strange (=seltsam) ruins” genannt.
Sie wurden wahrscheinlich während des War of Revelation (=Aufdeckung / Offenbarung) hier hergebracht, und diente als Material um die Häuser aufzubauen, die zerstört worden waren. Es war bekannt, dass die Fal´Cie Baumaterial von Pulse besorgten um die Gebäude von Cocoon zu erhalten. Aber das Seltsame an den Ruinen war, dass sie in all den hundert Jahren nie als Material herhalten mussten um Gebäude zu reparieren, sie wurden weder zum Wiederaufbau verwendet noch nach Pulse zurückgebracht. Sie waren einfach nur da, verblieben in Bowdam … als ob sie auf etwas warten würden.
Ob es Pläne dafür gab oder ob sie für etwas aufbewahrt wurden, dessen Zweck niemand wusste – keine Ahnung. Für die unsterblichen Fal´Cie hatten Jahrhunderte keine Bedeutung. Niemand verstand was in den Gedanken der Fal´Cie vorging.
Jedenfalls umgab sie ein Geheimnis. Es war wahrscheinlich, dass jene die der Regierung nahe standen mehr wussten, aber normale Bürger wie Serah wussten nichts.
“Wie oft ich sie auch schon gesehen habe, ich finde sie noch immer seltsam …” Serah schaute die hohen Ruinen empor die sich über ihr auftürmten. Wer konnte die erbaut haben?
Menschen wie du und ich können nicht auf Pulse leben. Häufige Naturkatastrophen und gefährliche Monster, die ungezügelt umher rannten, machten das unmöglich. Sie hatte gehört, dass die die es trotzdem schafften dort zu leben einfach nur unzivilisierte Barbaren waren. Es war außer ihren Möglichkeiten, dass sie so ein großes komplexes Gebäude wie die Ruinen errichten hätten können. Sie hatte auch davon gehört, dass es auf Pulse ebenfalls Fal´Cie gab, so wie auch auf Cocoon. Aber anders als die Fal´CIe auf Cocoon, die, wenn sie zu den Leuten “herabstiegen” nur Segen brachten, folgte den Fal`Cie auf Pulse nur Zerstörung.
Wenn das der Fall war, dann konnten es nicht die Fal`Cie von Pulse gewesen sein, die sie erbauten. Denn wenn sie von jemanden, der so mörderisch war wie diese, errichtet worden wären, dann würden sie eine Gefahr für Cocoon darstellen, und die Fal´Cie von Cocoon hätten sie zerstört und als Baumaterial benutzt.
Aber … wenn es nicht die Fal´Cie von Pulse gewesen waren, und auch nicht die Barbaren von dort, wer dann war ihr Baumeister?
Viele Bücher und Abhandlungen waren bereits zu diesem Thema verfasst worden, jeder wollte es wissen, niemand fand eine Antwort zu den Fragen. Es blieb eine alte Geschichte mit Fragen, zu denen es wohl nie eine logische Antwort geben würde.
Serahs Interesse an Geschichte wurde von Geheimnissen wie diesen geweckt. Und deshalb wurden ihre Noten in Geschichte auch immer besser. Manchmal dachte sie, wäre sie nicht bei den Strange Ruins von Bowdam aufgewachsen hätte sie sich vielleicht nie für Geschichte interessiert, aber ganz genau würde sie es nie wissen.
Es gab nichts was Serah so spannend fand wie ein ungelöstes Geheimnis. Auch wenn es keine richtige Antwort darauf gab, machte es ihr Spaß eine solche zu erfinden und sollte die dann tatsächlich sich als die richtige erweisen umso besser.
“Wenn ich nur hineingehen könnte”
Aber es gab keinen Eingang zu den Ruinen. Auch keine Informationen darüber, was innen in den Gebäuden war. Ob es nur riesige leere Räume waren wie in jedem anderem Gebäude war nicht bekannt. Serah berührte die alte Mauer, sie bestand nicht aus Stein oder Metall. Sie fühlte sich kühl an. Nein, sie bestand vielleicht doch aus einer Art Metall, keines das man tagtäglich sah, oder zumindest eines, das für Häuser verwendet wurde.
Wenn es von Pulse kam, vielleicht fühlte es sich deshalb anders an. Verwittert von Wind und Regen während der hunderten von Jahren auf Cocoon hatten vielleicht nicht nur die Oberfläche sondern auch die Form und Farbe verändert.
Serah sah zur Spitze der Ruinen auf, und umrundete die Gemäuer langsam, diese im Blick behaltend, und während sie das tat, hatte sie das Gefühl die Ruinen würden sich bewegen. Als sie klein war, hatte ihr das ihre Schwester gezeigt, und diese wiederum hatte es von ihrem Vater vorgeführt bekommen. Serah war dabei gewesen, aber sie konnte sich nicht mehr daran erinnern.
Nichts ändert sich hier, dachte sie, vor fünf Jahren, vor zehn, heute. in fünf oder zehn Jahren wird es immer noch dasselbe sein, sogar wenn ich tot bin, werden die Ruinen noch immer da stehen, unverändert…
Plötzlich fühlte sie etwas Seltsames an der Außenmauer, da war etwas unter ihren Fingerspitzen. Überrascht sah Serah die Mauer an, sie hatte sich bewegt, und der Spalt öffnete einen Weg ins Innere.
Verwundert schaute Serah hinein.
“Sie ist offen!”
Seit wann ? Als sie noch vor ein paar Tagen hier war, hatte sie keine Veränderung bemerkt. Sie kannte die Ruinen seit sie klein war, sie hätte niemals auch nur die kleinste Veränderung übersehen. Vor allem keine so große wie ein Tor.
Vielleicht hatte ein Forscherteam der Regierung es endlich geschafft sie zu öffnen. Serah ging hinein.
“Ist jemand…..da”
Keine Antwort, Wachen waren auch keine da, vielleicht war es doch keine offizielle Forschermission von der Regierung.
“Wird wohl nichts dabei sein, wenn ich mich ein wenig umschaue.”
Wenn es herauskam, dass sie ohne Erlaubnis eingedrungen war, dann würde sie in Schwierigkeiten stecken, aber am Ende gewann ihre Neugier.
Leise betrat sie die Ruinen, sie hoffte sie würde zumindest bis zum Zentrum gelangen, zum Zentrum der Ruinen von Pulse. Das war etwas das von außerhalb Cocoon kam, sie war aufgeregt und stellte sich vor dem Geheimnis der Ruinen ganz nah zu sein. Aber je weiter sie eindrang desto mehr beschlich die das Gefühl sie zu entweihen. Die Luft innerhalb der Gemäuer war kühl und ruhig.
Die Ruinen waren innen viel größer als sie von außen den Anschein hatten. Überall gab es Stufen und gewundene Treppen, und offensichtlich war keine Menschenseele hier. Weder sah sie jemanden noch hörte sie Stimmen, nicht einmal der kleinste Laut. Obwohl es in den Ruinen relativ hell war gab es Leuchten entlang des Weges. Als Serah weiter ging fragte sie sich, welcher Art sie waren, die Lichter wurden heller, als ob sie ihr den Weg zeigen würden.
“Oh, Wow …!”
Eigentlich flüsterte sie die Worte, aber ihr Echo klang laut in ihren Ohren. Sie presste die Hand auf ihren Mund. Sie seufzte und sah sich um. Die Architektur sah fremdartig aus, der Boden war aus Stein aber er unterschied sich so völlig von jenen die man in alten Häusern auf Cocoon fand. Der Boden, die Wände, die Wege alles war einfach von einer perfekten Geradlinigkeit. Es musste von jemand gemacht worden sein, der sein Handwerk verstand. Die Linien trafen sich in einer Kunstfertigkeit, die eine perfekte Harmonie erzeugte.
“Ich frage mich was das hier wohl ist.” Sie sah nach oben, und die Decke weit über ihr war hell genug sodass sie sogar von hier unten die Treppen sehen konnte, die nach oben führten. Dort war etwas.
Plötzlich leuchteten die Stufen auf, als wollten sie sagen “Wenn du mehr wissen willst, komm!” Serah zögerte keine Sekunde und setzte einen Fuß auf die Stufe. Ihre Fußtritte hallten wider. Irgendwie fand sie, dass diese Stufen eine andere Höhe hatten als die von Cocoon, aber doch nicht soviel, dass sie Mühe gehabt hätte sie empor steigen zu können.
Sie ging noch höher hinauf und gelangte direkt zu einem kleinen Weg, der in eine Treppe mündete. Die Stiege war lang, aber sie wurde nicht müde. Alles hier war bei weitem interessanter als alles was sie bisher von Museen kannte. Die geometrischen Wände, die quadratischen Platten am Boden, wie in Trance stieg Serah weiter und weiter hinauf.
Die Wege und Treppen bildeten jetzt ein ziemlich verschlungenes und kompliziertes Muster aber sie verirrte sich nie. Wie vorhin, wurde der Weg heller, während sie voranschritt. Vielleicht zeigte man ihr den Weg jedenfalls half es ihr höher hinaufzusteigen.
Zu was diente dieser Ort, wunderte sie sich. Fragen über die sie in den vergangenen Jahren nachgedacht hatte fielen ihr ein. Es hatte nicht den Anschein, als ob dieser Ort für etwas Böses gemacht worden wäre, sie konnte nichts Bösartiges in der Luft um sie feststellen.
“Aber… ein wenig müde werde ich jetzt, ich glaube nicht, dass ich es bis zum Gipfel schaffe…”
Sie war bereits an Unmengen Stiegen, Wegen und kleinen Räumen vorbeigekommen, sie ruhte sich für einen Moment auf einer Stufe aus und blickte nach unten. Sie hatte noch nicht einmal die Hälfte des Weges geschafft. Natürlich das waren die gleichen Ruinen von denen sie immer gedacht hatte sie würden den Himmel berühren, klar war es nicht einfach da an die Spitze zu gelangen.
“Ein bisschen noch”
Sie dachte sich, wenn ich jetzt umkehre, kann ich genauso gut weiter bis zum Mittelpunkt gehen. Ihre Füße waren müde, aber sie hielt durch. Sie atmete schwer, während sie langsam die Stufen empor ging, als sie etwas sah.
“Wie wunderschön !”
Am nächsten Treppenabsatz war eine Lichtsäule, anders als die Lichter am Weg leuchtete sie in einem warmen Grün.
“Dort rast ich mich ein wenig aus, das Licht zeigt möglicherweise einen Rastplatz an.”
Als sie näher kam, sah sie, dass dort noch mehr Lichtsäulen waren. Das Licht umhüllte sie und ihre Müdigkeit schwand. Ja, das musste ein Rastplatz sein, dachte sie als sie sich gegen einen Sockel lehnte.
Plötzlich hörte sie ein Grollen und überrascht sprang sie auf. Der Boden, die Wände hatten begonnen sich zu bewegen. Sie stellte fest dass sie vielleicht doch etwas zu optimistisch gewesen war bezüglich der Säulen. Sie hatten keinen Rastplatz markiert sondern eine Art Transporter.
Alarmiert schaute sich Serah um, Die Stiegen waren verschwunden, eingeebnet, die Wege verwandelten sich in Wände, das gesamte Innere der Ruine veränderte sich. Ein riesiger Zylinder fiel mit einem knirschenden Geräusch auf die Ebene unter ihr, “Vielleicht ist das die Energiequelle?” dachte sie bei sich.
Von einem Moment zum anderen war die Treppe vor ihr weg, sie dachte sie würde zu einem Weg werden, wie die anderen, aber diese nicht. Sackgasse – nicht war mehr dort.
“Was soll ich jetzt tun…”
Das Grollen stoppte und die Stille kehrte zurück. Doch ihr blieb nur eine kurze Verschnaufpause bevor ein seltsames rotes Muster vor ihr auftauchte. Dasselbe Muster hatte sie auch auf den unteren Ebenen gesehen, und es schien ihr als hätte sie es auch bereits viel früher irgendwo gesehen, bevor sie hier herkam. “Wo, wo hab ich dich schon einmal gesehen?” überlegte sie.
Plötzlich kam aus dem roten Muster ein gleißender Lichtstrahl, Serah bedeckte ihr Gesicht. Eine Schalttafel erschien plötzlich in der Luft, nein eigentlich sah sie nicht wie eine Tafel aus eher wie ein Fußboden.
“Das ist ein Lift, oder? Ein antiker.”
Sie hatte alte Aufzüge gesehen, als sie die historischen Stätten Cocoons besichtigte. Aber dieser “Aufzug” war so anders als die die sie dort sah.
“Hmm, jetzt heißt es wohl einsteigen und abwarten.”
Serah sprang auf die Plattform, nicht eine Sekunde dachte sie, es könnte gefährlich sein. Wie die Lichter entlang der Wege und der Stiegen, leuchtete der Lift heller und führte sie. Sie hatte recht gehabt, der Aufzug bewegte sich langsam nach oben. Serah war froh, dass sie so direkt zur Spitze kam.
Die Decke kam näher und das Licht wurde so hell, das es schmerzte. Endlich stoppte der Lift.
“Habe ich die höchste Ebene erreicht?” , die Luft hier war kühler als unten.
“Sind dies Kristall Teile?” Millionen von kleinen funkelnden Lichtern schwebten in der kühlen Luft, und Serah dachte weniger daran wie schön sie waren, vielmehr fühlte sie tief in ihrem Inneren dass hier etwas Heiliges war. Sie richtete sich auf und ging durch die glitzernden Teilchen, wenn überhaupt dann wäre es jetzt Zeit für ein Gebet.
Die Türen schwangen auf, als ob sie ihr sagen würden, dass sie bald Antworten auf alle ihre Fragen bekommen würde. Sie trat ein, drinnen war es dunkel, und beunruhigt dachte sie daran, dass sie gar kein Recht hatte hier zu sein. Aber der Weg leuchtete, er war nicht so hell wie der zuvor aber auch nicht dunkel. Das muss der richtige sein, entschied sie.
Serah bewegte sich weiter vorwärts, und das Licht wurde wieder heller. Da war etwas vor ihr, etwas riesig Großes. Etwas … Lebendiges. Und es bewegte sich, und im Inneren glühte ein kaltes Licht.
“Ein Kristall !? Aber, warum ?”
Im nächsten Moment erstrahlte ein grelles gleißendes Licht, so rein und weiß, dass sie ihre Augen schließen musste. Aber ein Bild entstand in ihren Gedanken, groß und Furcht einflößend.
“Was… war… das..” Sie schrie, aber es kam kein Ton heraus, Dieses riesige, schreckliche Ding wand sich und dann ertönte ein Schrei, aber sie konnte ihn nicht hören, doch, nein ich kann ihn hören… Jemand singt… welches Lied.. was bedeutet es… dann konnte sie keinen Gedanken mehr fassen.. und um sie herum wurde alles schwarz.
Kapitel 5
Lightning dachte, sie würde einfach eine Weile ziellos zu Fuß herum laufen bevor sie zur Arbeit ging, fand sich aber im Einkaufszentrum wieder.
Jedes Jahr kommen zahlreiche Touristen von überall in die Stadt Bowdam um das Feuerwerk zu betrachten. Es gab zahlreiche Legenden um das Feuerwerk welche bis in die Antike reichten.
“Wenn du zu dem Feuerwerk betest, werden deine Wünsche war“, das war die populärste Legende. Man musste nur beten, sonst nichts. Wahrscheinlich gerade weil es so einfach war, wurde diese Legende von allen Menschen als Wahrheit angesehen und das wahrscheinlich schon seit Jahren wenn nicht länger.
Jeder hat wünsche, egal wie glücklich man auch ist … es wird immer etwas geben das eine Person noch glücklicher macht.
Deshalb gibt es in der Nacht des Festivals noch mehr Besucher in Bowdam als sonst üblich. Mit dieser großen Anzahl an Besuchern sind Unfälle unerlässlich, weshalb die Security-Force in Bowdam in dieser Nacht auf Patrouille ist. In dieser Nacht war Lightning für das Areal zwischen Einkaufszentrum und dem Strand verantwortlich.
Es ist sicherlich eine gute Idee die Gegend zuvor zu prüfen, dachte sich Lightning. So kann ich herausfinden wo jedes Geschäft ist um die Soldaten später besser platzieren zu können um Unfälle zu vermeiden.
Zum Beispiel sollte ich mehrere Soldaten zu diesem Accessory-Shop schicken oder ihnen zumindest sagen, dass sie in diesem Bereich vorsichtig sein sollten. Jeder Shop mit Juwelen könnte in die Gefahr eines Überfalls kommen.
Sie sah in eines der Fenster und ihr Blick wurde von etwas eingefangen. Sie sah einen großen Anhänger an einer feinen Kette hängen. Der Anhänger kam aus Cocoon und hatte eine ungewöhnliche Form. Lightning wusste nicht viel über Schmuck, doch sie wusste das diese Kette Serah gefallen könnte.
Als sie in die verschiedenen Fenster des Einkaufszentrums sah, wurde ihr bewusst wie lange es her war als sie die letzte Shopping-Tour gemacht hatte. Die letze war wohl zusammen mit Serah.
Es ist lange her, als wir zusammen Shoppen waren, dachte sich Lightning. Das letzte mal war wohl bevor ich der Armee beitrat.
Es überkam sie ein Gefühl von Schuld. Nach ihrem Beitritt in die Armee beschloss sie ihre Abwesenheit bei Serah wieder gut zu machen. Ein Jahr verging und sie bekam immer mehr Verantwortung und hatte immer mehr Arbeit vor sich. Bevor sie es selbst wusste, sprachen die beiden kaum noch miteinander.
Als sie der Armee beitrat war Serah noch in der Mittelschule. Sie war wahrscheinlich ratlos was sie nach der Schule tun sollte oder um ihre Freundschaften besorgt. Jeder in diesem Alter hat Probleme. Sie wollte Lightning wahrscheinlich über viele Ausfragen und ein paar Ratschläge einholen, doch Lightning war immer damit beschäftigt zu arbeiten als ihr zuzuhören.
Serah war sicherlich einsam, sie wollte sicherlich jemanden mit dem sie reden konnte … das ist wahrscheinlich der Grund weshalb sie an einen Typen wie Snow geriet.
Wenn das wirklich der Grund ist, dachte Lightning, dann ist das alles meine Schuld. Wenn ich nur für Serah da gewesen wäre. Auch wenn ich beschäftigt gewesen wäre, ich hätte mir Zeit für sie nehmen können. Warum tat ich es nicht? Ich habe vor dem Grab unserer Mutter geschworen das ich sie beschützen würde … aber ich habe sie nur dazu gebracht sich einsam zu fühlen … so arg das sie in die Arme dieses schrecklichen Mannes lief. Es ist alles meine Schuld …
“Oh, wie süß!”
Lightning drehte sich nach der Stimme um. Eine Mutter und ihr Sohn stoppten an einem Transportcontainer vor einem Tierladen.
“Du magst diese Art von Ding, Mutter?”
“Was? … Aber du mochtest diese doch auch. Du hast oft weinend vor dem Geschäft gestanden und gesagt ‘Ich möchte eins, ich möchte eins! ‘ “
“Wie viele Jahre ist das her?“
“Nicht lange … nur 10 Jahre.“
Mutter und Sohn schauten beide in den Container. Auch aus der Ferne konnte man sehen dass die beiden sich gut verstanden. Die Haare des Sohns waren kalt und silberfarben, während die Haarfarbe der Mutter viel wärmer war. Auch wenn die Haarfarbe der beiden sehr unterschiedlich war, sahen sich ihre Gesichter sehr ähnlich. Man sagt Jungen sehen meist aus wie ihre Mütter. Seine Größe verriet dass er um die 14 oder 15 Jahre alt war. Die helle orangene Jacke die er trug zeigte sein Alter noch deutlicher. Ich war im gleichen Alter als meine Mutter starb, dachte sie traurig.
“Diese können wirklich gut mit Kindern. Sie sind Clever und binden sich leicht an ihre Besitzer.” erzählte ihnen der Besitzer des Geschäfts als er einen kleinen Vogel aus dem Container in einen Käfig hob. Es war ein kleiner Baby Chocobo.
“Sie sind derzeit überall ausverkauft. Unser Geschäft in Ewleede hat erst gestern welche bekommen und sind schon ausverkauft. Wir müssen ihnen bald wieder welche schicken.“
Als wir Kinder waren, waren Chocobos nicht so populär wie sie es jetzt sind, dachte Lightning, dennoch hatten ein paar Leute in ihrer Klasse welche davon. Serah hatte eine Freundin, welche einen Chocobo besaß … ihre Augen funkelten jedes Mal wenn sie darüber sprach.
“Möchten Sie einen kaufen?”
“Oh, leider nein. Wir sind im Urlaub und nur für eine kurze Zeit hier. Es wäre ein zu langer Weg ihn bis nach Palumpolum zu bringen.“
Als sie das Wort “Urlaub” hörte kam Lightning eine Idee. Urlaub. Das könnte eine gute Idee sein.
Das wäre ein guter Weg um Serahs Einsamkeit entgegenzuwirken und diese Tatsache wieder bei ihr gut zu machen. Sie könnte Serah irgendwohin mitnehmen, es wäre zwar kein langer Urlaub, würde aber für einen kurzen Ausflug reichen.
Wenn das Fest vorüber ist wäre sie sicherlich flexibler und könnte sich ein paar Tage frei nehmen.
An meinem Geburtstag können wir darüber reden, dachte sie.
An Lightnings Geburtstag verbrachten sie immer Zeit zusammen und bereiteten ein Essen vor welches sie zusammen aßen. Serah gab ihr dann immer ihr Geschenk über welches immer gut durchdacht war. Dieses Mal konnte sie sich dafür indem sie mit ihr zusammen in den Urlaub fährt. Nur die beiden zusammen. Während sie im Urlaub sind, würde sie allem zuhören was Serah ihr zu sagen hatte. So könnte sie alles wieder gut machen. Sie hätten viel Spaß und würden zusammen köstliches Essen verputzen. Natürlich würde sie sich auch nach dem Urlaub genug Zeit für Serah nehmen. Sie wird nie wieder einsam sein.
Sobald sie nicht mehr einsam ist, wird sie ihre Augen öffnen und sehen dass sie von diesem schrecklichen Mann getäuscht wurde. Dann würde sie auf die Universität von Eden gehen.
Wenn sie dort neue Freunde findet, neue Orte sieht, wird sie Snow sicherlich komplett vergessen.
Lightning beschloss, das dass eine sehr gute Idee ist. Es war alles der Mutter und dem Sohn zu verdanken, welche sie erst auf diese Idee brachten. Sie drehte sich nach ihnen um, um ihnen zu danken, doch diese standen nicht mehr vor dem Tierladen. Sie sah sie in der Ferne zusammen in einer Menge von Menschen verschwinden. Sie sahen so glücklich aus. Das machte ihr ein innerliches warmes Gefühl.
Vielen Dank, dachte Lightning, ich hoffe ihr werdet den restlichen Urlaub genießen.
Kapitel 6
Übersetzt von Wave – Vielen Dank!
Sie hörte eine Stimme in der Dunkelheit. Sie sagte “l´Cie” , die Stimme klang als ob sie jeden Moment verklingen würde.
“Warum …”
Diese klang anders, klarer.
“Warum hast du jemanden von Cocoon gewählt?”
Wer sprach da, über was unterhielten sie sich? Sie wollte fragen wer sie waren, aber sie konnte nicht sprechen. Weder konnte sie ihre Augen öffnen noch ihre Finger bewegen, sie konnte sich überhaupt nicht rühren. Es fühlte sich an als würde sie schweben, was passierte hier? Gerade als sie das gedacht hatte, überkam sie wieder die Dunkelheit und ohne sich dagegen zu wehren sank sie wieder in eine tiefe Bewusstlosigkeit.
Sie fühlte die Wärme an ihren Augenlidern und öffnete sie und blickte in den blauen Himmel über ihr. Nicht nur den sah sie sondern auch die Ruinen. Wie kam, dass sie da draußen auf der Erde lag. Zitternd versuchte sie ihre rechte Hand zu heben, gut das ging, nun die linke. “Fein” sagte sie sich, es klappte mit beiden.
Langsam richtete sie sich auf und wurde prompt schwindlig. Mit beiden Händen stützte sie sich für ein paar Momente ab und blieb ruhig sitzen.
Was ist passiert, ich streifte durch die Ruinen, und dann? Sah ich den offenen Eingang, also ging ich hinein. Viele Stufen kletterte ich empor, immer weiter bis tief hinein in die Gemäuer… Ich … sah den großen Kristall, und das weiße, reine Licht, danach … kann ich mich an nichts erinnern. Als ob das Licht alles verbrannt hat, was ist passiert? Was für ein Licht war das?
“Warum hast du jemanden von Cocoon gewählt”
Sie erinnerte sich an diese Stimme, war das ein Traum gewesen? Wahrscheinlich, sie hatte immer wieder das Bewusstsein erlangt und wieder verloren, und nirgendwo gab es ein Zeichen, dass sich Menschen in den Ruinen befunden hatten. Aber, kurz bevor sie ohnmächtig wurde.. dieses seltsame Ding , das sie gesehen hatte…Schrecklich, widerwärtig , sein Name.. nein es musste ein Traum sein. ein Alptraum.
Aber sinnierte Serah fort, wenn ich nun hier bin, dann bedeutet das, dass jemand mich aus den Ruinen heraus getragen hat. Ich war bewusstlos, also jemand muss da gewesen sein. Verzweifelt durchstöberte sie ihre Erinnerungen.
Da war noch etwas. , das sie gehört hatte. L´Cie, jene L´Cie ? Nein, Serah schüttelte ihren Kopf, eine Legende, ein Märchen nicht mehr.
Sie fühlte einen dumpfen Schmerz in ihrem Kopf, sie hatte sich vermutlich irgendwo gestoßen als sie hinfiel. Sie fragte sich, ob sie noch andere Verletzungen davongetragen hatte und bewegte ihre Beine. Gut.. das tat nicht weh. Sie hob ihren Kopf und diesmal blieb der Schwindel aus. Sie stütze sich an der Mauer ab und zog sich hoch. Ihre Füße zitterten ein wenig aber wenigstens trugen sie sie.
Sie war nicht verletzt und erleichtert seufzte sie auf. Dann fiel ihr Blick auf einen schwarzen Fleck an ihrem linken Arm. Dreck ? hmmh… sie sah genauer hin.
“Was …ist … das?!”
Ein schwarzes Muster bedeckte ihren Arm, es sah zu kunstvoll aus um einfach nur so draufgekritzelt worden zu sein, und es unterschied sich von dem Tattoo, das Lebreau an ihrer Schulter hatte.
“Ich hoffe ich kann es abwaschen, wenn nicht, was dann?”
Sie berührte es vorsichtig mit den Fingerspitzen und hielt erschrocken inne. Sie kannte dieses Muster, eine komplexe Anordnung von Pfeilen. Das Muster an ihrem Arm war zwar nicht haargenau dasselbe, aber ähnlich. ja, sie hatte es in den Ruinen gesehen und das gleiche im roten Licht…..
“Ahhh” murmelte Serah , sie erinnerte sich, als sie es in den Ruinen sah, dachte sie es käme ihr bekannt vor. Sie hatte es definitiv bereits vorher wo gesehen, in einem Werk, das sie von der Bücherei ausgeborgt hatte.
Vor langer zeit als Feinde von Pulse Cocoon angriffen, verwandelten die fal`Cie von Cocoon Menschen in L´Cie. Sie wurden zu Dienern und sie bekamen bestimmte Kräfte. Die L`cie verteidigten Cocoon so war es geschrieben im Buch des War of Revelation.
Die fal´Cie von Pulse wiederum erschufen L´cie von den Barbaren und sandten sie zu Cocoon, es war die Stelle, an der Serah das Muster gesehen hatte. Jenes , das jetzt auf ihrem Arm prangte. darunter war geschrieben worden “Das Zeichen der l´cie — Pulse — Nachbildung.”
“ich bin eine L´cie ?”
Eine l´cie von Pulse.
“Nein, das konnte nicht sein.”
Das war ein grausamer Scherz, der Scherz von jemanden, dessen Stimme sie in den Ruinen gehört hatte.
“Warum hast du jemanden von Cocoon gewählt?”
Ihr Herzschlag stockte, diese Worte, als würde man sonst sagen “Normalerweise, nahm man keinen von Cocoon.” Und das bedeutet, dass es Leute außerhalb von Cocoon gab.
“Nämliche auf … Pulse…”
Natürlich, die Ruinen waren von dort, die Stimme hatte gemeint “Warum jemanden von Cocoon nehmen, wenn man auch Leute von Pulse haben konnte.” Die Stimme sah es als nichts außergewöhnliches an, jemanden zu “haben” oder “auszuwählen” , was hieß, sie wussten, dass das der Ort war wo L´cie auserkoren wurden. Und der, der die l´cie auswählte war ein fal´cie gewesen.
Das konnte nur eines heißen:
“Pulse fal´cie waren in den Ruinen”
Nun ergab alles einen Sinn, die Kristall Teilchen in der Luft, der große Kristall bevor sie umkippt war …. Wenn die fal´cie dort waren, ergab 1 plus 1 zwei. Serah hatte den fal´cie gesehen, der sie in eine l´cie verwandelte, ein fal´cie von Pulse .. derjenige der Unheil über die Menschen von Cocoon brachte.
Die l´cie, die von den Cocoon fal´cie auserwählt wurden waren “heilige Diener” aber die l´cie von Pulse waren “Pfandstücke des Teufels ” und Cocoons Feinde.
“Bin ich das… , neiiin , eine Lüge … das kann nicht sein…!”
Serah rieb ihren Arm bis er schmerzte, aber das Tattoo blieb.
“Ein grausamer Scherz … !”
Sie rieb noch fester, dann stockte sie, das schwarze Zeichen veränderte sich.. es verblasste nicht, aber änderte Form und Farbe.
“Verdammt…”
Es war nicht einfach nur gezeichnet sondern in ihre Haut gestochen worden,
“Ich…. will … das …. nicht..!”
Sie krümmte sich zusammen, Knie an ihrem Kinn, das durfte nicht sein, irgendein dummer Fehler, sie versuchte sich selbst zu überzeugen, aber jedes Mal wenn ihr Blick auf die Tätowierung fiel, schwand ihre Hoffnung. Sie konnte das was sie sah nicht abstreiten. Es wäre einfacher gewesen, wenn sie darüber nicht Bescheid gewusst hätte.
“Snow… Lightning … ich habe Angst”
Es war nicht kalt, aber ihre Schultern bebten und Tränen rannen über ihr schmales Gesicht.
“Hilf mir Snow…!”
Sie weinte nicht lange, Snow würde bald kommen, ich will nicht, dass er mich so sieht, dieses schreckliche Mal, nun bin ich eine Gefahr für Cocoon.
Sie versuchte ihre zitternden Füße ruhig zu halten und stand auf. Ich muss von hier weg, jetzt. Bevor Snow zurückkommt, nur dieser eine Gedanke war es, der sie in Bewegung hielt.
Kapitel 7
Übersetzt von Wave – Vielen Dank!
Wo würde Serah hingehen? fragte sich Lightning, und nur wenn sie daran dachte grinste sie. Während sie im Einkaufszentrum herumwanderte fühlte sie sich befreiter als sonst. Sie war das erste Mal in ihrem Leben in einem Reisebüro gewesen, und das Personal dort war sehr freundlich zu ihr gewesen. Sie hatten ihr jede Menge Orte gezeigt wo man, auch nur für einen kurzen Trip, hinreisen könnte. Sie hatten ihr sogar Informationsmaterial zu ihrer Heimadresse gemailt. Nun konnten Serah und sie an ihrem Geburtstag dieses gemeinsam durchsehen und Pläne machen. Es war ihr erster gemeinsamer Urlaub und Lightning war sich sicher, dass er Serah sehr glücklich machen würde.
Wenn sie an ihre Schwester dachte wurde ihr warm ums Herz, sie ist mein kleiner Schatz, dachte Lightning, für den ich alles tun würde. Sie schwor sich das tief in ihrem Innersten, es tut mir so leid Serah, dass ich so wenig für dich da sein konnte, aber du sollst dich nie mehr alleine fühlen. Mein Job wird nicht mehr für dumme Entschuldigungen herhalten müssen, das verspreche ich.
Seit dem Tod ihrer Mutter fühlte sie sich, als ob sie ständig vorwärts rannte, ich sollte nicht mehr so hasten, sondern mit mehr Zeit nehmen und entspannen, für Serah und für mich.
In der Menge entdeckte sie zwei seltsam aussehende Gestalten, eine schwarzhaarige Frau deren Kleidung zu dem auffällig und großspurigem Mann und der halbnackten Frau passte, die sie gestern getroffen hatte. Ich scheine schwarzhaarige in letzter Zeit magisch anzuziehen, sagte sie zu sich. Aber anders als die Frau gestern war diese Frau von einer wilden Unbekümmertheit. Vielleicht war es der Schnitt ihrer blauen Kleidung, die ihr diesen Look verpasste. Sie schien der letzte Schrei zu sein und die Frau die sie begleitete trug ähnliche Sachen. Vielleicht trugen sie dasselbe Label. Vielleicht waren sie von Eden.
“Ich verstehe nichts von Mode” sagte sie seufzend,
“Was verstehen Sie nicht?” sagte eine ihr nur zu gut bekannte Stimme hinter ihr. Sergeant Major Amoda, Lightning verbeugte sich leicht und zeigte in Richtung der zwei Frauen, die sie vorhin beobachtet hatte.
“Die Kleider , die zwei Frauen , die sie tragen….”
Doch die beiden Frauen von vorhin waren verschwunden, wahrscheinlich waren sie in ein Geschäft gegangen.
“Zwei Frauen ?”
“Ja, aber sie sind nicht mehr da, ich meinte nur, dass ich so gut wie gar nichts über Mode weiß.”
In dieser Beziehung lebe ich echt noch hinter dem Mond, genauso wie die zwei Gestalten von gestern.
“Naja, Sie vielleicht nicht, aber Ihre kleine Schwester, ist sie nicht an … der .. neuesten Mode interessiert?”
“Wenn sie das tragen wollen würde, dann…” — würde ich es nicht erlauben, wollte Lightning sagen, aber verkniff es sich.
Amoda zog sie wieder auf, Lightning lachte gezwungen, 1:0 für den Major.
“Gewöhnlich findet man Sie nicht in einem Einkaufszentrum vor der Arbeit, Sergeant, kaufen Sie gar ein wenig ein, vielleicht sogar ein paar … modische Sachen?”
“Sprechen wir von was andern.” sagte Lightning in einem so barschen Ton, dass Amoda mit einer beschwichtigenden Geste deutete, dass er nachgab.
“Ich bin dabei dieses Gebiet auszukundschaften, morgen während des Festes, liegt es in meinem Verantwortungsbereich. Wir müssen einige Veränderungen hier ums Einkaufszentrum machen.”
“Gut, und warum stehen Sie dann noch hier herum, Sergeant Major?” foppte ihn Lightning.
Sie entschloss es ihm heimzuzahlen, sie wusste wie, sie kannten sich bereits seit einer Ewigkeit.
“Aus demselben wie Sie.”
“Dann wird nicht viel übrig bleiben für Sie, das erledigt werden muss.”
“Ein alter Mann wie ich wird vergesslich, bis zum Fest wird alles weg sein.”
Sie sahen sich an und lachten.
“Ich hoffe alles läuft so glatt ab, wie letztes Jahr”
In acht Tagen würde der Himmel über Bowdam von den unzähligen Lichtern eines riesigen Feuerwerks erleuchtet werden. In dieser Nacht würden die Menschen sich versammeln und hoffen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gingen. Am nächsten Tag würde Lightning einundzwanzig Jahre alt sein, und es würde das erste Mal sein, dass sie richtig mit Serah reden konnte. Wenn sie nur daran dachte klopfte ihr Herz vor Aufregung.
“Naja, wir können hier nicht den ganzen Tag herumstehen, es wird Zeit, Packen wir´s an.“
Lightning glättete ihre Kleidung und blickte nach vorn. Zeit etwas zu tun, Zeit wieder Soldat zu sein.
“Verstanden, Sergeant Major”
Die Nachmittagssonne schien hell und warm, und die zwei schlängelten sich durch die Menschenmenge die ihre Einkäufe erledigten und über alltägliche Dinge sprachen. Alle waren gutgelaunt und glücklich und Lightning hörte ihr Lachen. Die Küstenstadt Bowdam war voll mit ihnen. Lightning sah ihnen zu, immer noch in dem Glauben, dass Serah auch irgendwo stand und es ihr gleich tat.
Teil I: Das Treffen ENDE















