Kapitel 1
Geschrieben von Rena – Vielen Dank!
“Es ist wie ein… ein Wunder.” Lightning schaute in den Himmel, direkt zu Cocoon. Ihre Augen spiegelten Verwunderung wieder. Ist es… antwortete Vanille in einer Stimme, die sich nicht real anhörte. Um Cocoon vor dem herunterfallen zu bewahren… Wussten sie, dass sie es, egal was es kostete, tun mussten. So viele Menschen lebten dort. Es handelte sich um so viele Leben… In ihrem Herzen hatten sie es bemerkt. Sie hatten bemerkt, dass sie diese Menschen retten wollten.
Es war ein blitzartiger Moment für die Ewigkeit gewesen, als Vanille und Fang genau hier aufwachten. Es war anders. Anders, als sie in Fal’Cie Anima’s Tempel zu Kristallen geworden waren. Als dies passiert war, begann alles und jeder in einen Schlaf zu fallen. Einen so tiefen Schlaf, dass es keine Träume gab. Doch jetzt, auch wenn sie schliefen, konnten sie die Welt sehen. Sie konnten die wunderschöne und warme Welt Gran Pulse sehen und die Stimmen ihrer Freunde vernehmen.
Mehrere bewaffnete Soldaten rannten aus einem Flugschiff. Diese Uniformen hatten sie schon zuvor gesehen. Oh, natürlich. Es waren SIE. Wurden sie nicht PSIKOM genannt? Diese Männer waren nun nicht mehr ihre Feinde. Sie stellten nur sicher, dass die Menschen aus Cocoon zu einem sicheren Ort gebracht wurden. Diese Soldaten… Sie würden nie wieder ihre Waffen auf unschuldige Bewohner richten. Vanille hatte zwar keinen Beweis dafür… Aber sie glaubte daran. Ihre Stimmen, die ausriefen die Leute zu retten, stellten keine Lüge dar.
“Wir können sie vielleicht nie wieder sehen… Aber wir können Wunder geschehen lassen.” Sagte Hope. Er sah traurig aus, doch seine Worte beinhalteten Stärke und Entschlossenheit. Sie hatten die Bewohner Cocoons gerettet… Sicherlich konnten sie noch ein Wunder geschehen lassen. Sicherlich wären sie in der Lage, Vanille und Fang zu retten. Vielleicht war es das, was der kleine Junge dachte.
Danke, Hope, flüsterte Vanille. Aber das bedeutet nicht das Ende. Wir werden uns immer um euch kümmern. Selbst wenn ihr uns nicht sehen könnt, wir können euch hingegen sehen. Wir können alles auf Gran Pulse durch diesen Kristall Turm sehen. Jeder von euch muss glücklich werden. Lasst nicht die, die ihr liebt, von eurer Seite weichen.
Vanille beobachtete ihre Freunde dabei, wie sie sich mit ihren geliebten Personen wiedervereinigten. Ihr Herz füllte sich dabei mit Freude. Sie fühlte Frieden. Endlich war das Unglück, dass sie angerichtet hatte, beseitigt. Es war allein ihre Schuld gewesen, dass Serah und Dajh zu Kristallen wurden. Doch jetzt war wieder alles in Ordnung.
Nachdem die freudigen Gefühle der Wiedervereinigung verflogen waren, wendete Serah ihre Augen auf Cocoon. Ihre Augen füllten sich mit Schatten. So sah ich ebenfalls aus, vor langer Zeit, dachte Vanille. Unser Eingreifen brachte so vielen Leid… Wir verwickelten Leute, die nicht dazu gedacht waren involviert zu werden und änderten damit ihr Schicksal. Ich war vor unseren Verbrechen verängstigt. Sie waren zu schwer, Ich konnte den Konflikten nicht in die Augen sehen. Ich rannte. So sah ich aus, vor einer gar nicht allzu langen Zeit.
Ich kenne den Schmerz, der in ihr wirkt. Ich weiß wie sie sich fühlt, jetzt zu Cocoon zu schauen. Dann erinnerte sich Vanille. Einst auf dem Strand von Bodhum hatte Serah Vanille erzählt “Ich habe alle meine Freunde. Sie werden mir helfen, das zu überstehen.” Vanille erinnerte sich an den Blick in Serah’s Augen.
Auch wenn Vanille durch die Realisation ihrer Verbrechen und ihres Bereuens beinahe zum zerbarsten gebracht wurde, wusste sie, dass Serah stark genug war, diesen Bürden ins Gesicht zu sehen.
Vanille wandte sich zu Snow, der an Serah’s Seite stand. Bleibe immer bei ihr, sagte Vanille. Wenn du das tust, kann sie alles überstehen. Sie fühlt sich dann vielleicht verloren, aber sie wird ihren Weg finden. Ich weiß, dass du sagen wirst “Wir können Wunder geschehen lassen! Wir müssen einen Weg finden um Vanille und Fang zu retten!” Aber das kannst du nicht. Du musst an ihrer Seite bleiben.
Er konnte sie nicht gehört haben, dennoch drehte er sich um als hätte ihre Stimme ihn wirklich erreicht. Er sah so aus als ob er ein ‘Es tut mir leid’ geflüstert hätte.
Kapitel 2
Geschrieben von Rena – Vielen Dank!
Sein Gesicht war kreidebleich geworden als er sie endlich wieder in seinen Armen gehalten hatte. Als wäre dieser Moment in sein Gedächtnis gebrannt. Keine Vergangenheit, keine Zukunft. Nur das Gefühl, dass Serah endlich wieder bei ihm war, zählte. Er hatte keinen Platz in seinem Kopf für etwas anderes. Mein Verstand ist erbärmlich, dachte sich Snow. Das ist alles, was es aushält?
Es tut mir leid, flüsterte Snow Vanille und Fang, die in ihrem Kristall Turm schliefen, zu. Er sah Serah, wie sie zu Cocoon blickte, und wurde wieder in die Realität zurückgezogen. Seine Erinnerungen kamen auf einen Schlag wieder zurück. Es gab zwei Menschen, die sie nicht gerettet hatten. Es war nicht die Zeit, alles vergessen zu dürfen.
In der Vision, die er in seinem kalten Kristallschlaf gehabt hatte, hatte er eine Zukunft gesehen. Eine Zukunft, in denen sie alle zusammen lachen konnten. Er wusste, er wusste es ganz genau, dass auch Vanille und Fang dazu zählten und bei ihnen gewesen waren. Was das bedeutete? Es bedeutete, dass die Reise noch nicht zu Ende war. Sie durfte noch nicht zu Ende sein.
“Es ist zerbrochen, oder? Besiegt…” ihre Stimme brachte Snow wieder in die Wirklichkeit zurück. “Ich bin gerettet… Ich bin wieder ein Mensch und kann dich und Lightning wiedersehen, aber…” Serah richtete ihren Blick nach oben – auf Cocoon. “Ich weiß, dass es etwas gibt das ich tun muss. Es ist nicht fair, dass ich gerettet wurde um glücklich zu werden und andere nicht. Aber… Ich weiß nicht, was ich tun soll…“
Serah hatte natürlich Recht. Jeder hatte sein zu Hause verloren. Jeder hatte das, was er sich selbst aufgebaut hatte, verloren. Es gab eine unzählige Menge an Bewohnern aus Cocoon, die noch gerettet werden mussten. Es war furchtbar viel Arbeit, die vor ihnen lag. Schon alleine der Gedanke daran brachte Snow einen kalten Schauer über den Rücken.
Das Einzige, was er dagegen unternehmen konnte war es, diese Gedanken zu verdrängen. Sein Gehirn war für solche Gedankengänge wahrhaftig nicht geschaffen worden.
“Wenn es zerbrochen ist müssen wir etwas Neues aus den Bruchstücken erschaffen.” Eine simple Antwort von einem simplen Mann.
“Ein neues Cocoon?” Serah’s Augen erweiterten sich.
“Nein, nein, auf keinen Fall. Ich meinte etwas anderes. Etwas Neues. Wir werden es hier erschaffen. Wir können eine neue Stadt auf Gran Pulse errichten. Wir alle. Gemeinsam.”
Snow hatte einfach stupide versucht etwas, irgendetwas zu sagen. Doch es stellte sich heraus, dass seine Idee nicht einmal so schlecht war. Zumindest dachte er, dass es keinen besseren Plan momentan gab.
“Wir könnten unsere eigenen Häuser bauen, unser eigenes Essen anpflanzen und züchten. Wir können es schaffen. Wir haben es doch schon in Bodhum geschafft, erinnerst du dich? Wir haben einen Gemüsegarten angelegt und Monster gejagt.“
“Einfach ein neues erschaffen? Das klingt ganz nach dir.” sagte Lightning, während sie ihren Blick auf Cocoon richtete. “Weißt du… Du hast Recht. Wir müssen nur ein neues Cocoon erschaffen.“
“Genau! Von diesem Tag an wird das hier unser neues zu Hause sein!”
“Momentan gibt es hier jedoch noch nichts.” konterte Lightning lachend. Serah entfuhr ebenfalls ein dumpfes Kichern.
“Oh… Oh klar. Auf Gran Pulse sind wir eine einzige, große Familie.“
Lightning linste zu Snow. Erinnerst du dich? Es schien, als wollte sie ihm das sagen. Snow nickte, natürlich erinnere ich mich daran, was Vanille gesagt hat.
“Dann soll Gran Pulse unser zu Hause sein. Es ist schon immer unser zu Hause gewesen.” bei diesen Worten drehte sich Lightning zu dem Kristall Turm und lächelte. “Weil es ihr zu Hause ist.“
Der Tag, an dem sie durch Gran Pulse in Richtung Oerba wanderten und dabei an ihrer kleinen Hoffnung anhielten… An diesem Tag waren sie Freunde, die zusammen gekämpft hatten. Sie waren eine Familie. Dies war der Zeitpunkt an dem dieser Ort zu ihrem zu Hause geworden war. Es war nicht die Hölle und es war auch nicht das Land ihrer Gegner. Es war die ganze Zeit ihr wahres zu Hause gewesen.
Sie hörten einen Atem hinter sich auftauchen. Es war Hope. Hinter ihm konnten sie eine Gruppe von Soldaten erkennen, die blaue Uniformen trugen.
“Hey… Sind die nicht… Das ist doch die Kavallerie.” Flüsterte Hope und rannte danach auch sofort los. Natürlich, den sie wussten nicht, ob sein Vater in Sicherheit gebracht worden war. Das letzte, dass sie von ihm gehört hatten war, dass er von der Kavallerie gerettet worden war. Vielleicht hatten sie ein paar Neuigkeiten über seine jetzige Situation.
“Los, folgen wir ihm.” Erwiderte Lightning, während sie ihm auch schon hinterher ging.
“Wenn ein Freund in der Klemme steckt…” sagte Sazh, während er Dajh auf seine Schultern hob.
“Was bedeutete ‘ in der Klemme stecken’, Papi?“
“Das ist eine Redewendung. Das bedeutet, dass jemand in Schwierigkeiten ist. Auch, wenn ich selbst eine ganze Weile in der Klemme gesteckt habe.”
Der Baby Chocobo auf Dajh’s Schultern drehte sich zu Snow um und tschilpte ihm zu, als würde es sagen wollen: Kommst du nicht mit uns mit?
In seinem Herzen schickte Snow eine weitere Entschuldigung zu Vanille und Fang. Wir werden euch bald genug retten. Diese Vision die ich hatte… Sie war nicht nur eine Illusion. Ich werde diese Illusion nicht zerbrechen lassen.
“Wir sollten auch gehen.“
“Natürlich sollten wir das!” Serah nickte. Sie wirkte nun ganz anders. Nicht so traurig wie in dem Moment, in dem sie Cocoon betrachtet hatte. Er schlang seinen Arm um sie und hielt sie noch einmal eng an sich gedrückt fest.
Kapitel 3
Geschrieben von Opheliac – Vielen Dank!
“Entschuldigung! Es tut mir leid, aber kennen Sie einen Mann namens Bartholomew Estheim?” schrie Hope den Männern in blauen Uniformen entgegen. Er dachte, dass einer von ihnen vielleicht Rygdea oder letztendlich einer seiner Männer war. Nach näherer Betrachtung konnte er jedoch kein bekanntes Gesicht ausmachen. Seine Truppe schien nicht dort zu sein.
“Ich weiß, dass er in Palumpolum gerettet wurde, hat denn niemand…” Hope fühlte wie sich eine Hand auf seine Schulter legte und drehte sich überrascht um. Dieser Mann war, entgegen dem was er dachte, keiner den er kannte, aber er schien Informationen zu besitzen.
“Dein Vater ist in Sicherheit. Ich habe ihn selbst gesehen.“
Hopes Beine zitterten, er war nahe daran vor Erleichterung auf den Boden zu sacken. Er hatte sich nie so sehr um seine Familie gesorgt. Er hatte dazu nie einen Grund gehabt. Seit dem Tag an dem Bodhum abgesperrt worden war, hatte er jeden Tag die Nachrichten angeschaut. Es war ihm nie in den Sinn gekommen, dass er wirklich gehofft hatte, um irgendeine Information über seinen Vater zu bekommen.
“Unglücklicherweise ist das wichtigste momentan, den Flüchtlingen zu helfen. Du wirst wahrscheinlich ein bisschen warten müssen, bis du deinen Vater sehen kannst.“
“Oh. Nein, das ist in Ordnung. Solange ich weiß, dass er in Sicherheit ist. Danke.“
Jede einzelne am Leben gelassene Person auf Cocoon musste in Sicherheit gebracht werden. Eine erstaunliche Anzahl. Sie einfach nur in Sicherheit zu bringen musste schon genug Arbeit sein, jedoch musste zudem auch Essen und Trinken für sie gefunden werden. Sich die Zeit zu nehmen um Hope zu sagen, dass sein Vater in Sicherheit war, das war genug.
Lightning klopfte ihm auf den Rücken und lächelte ihn an. Als er sich umdrehte sah er Sazh und Snow, wie sie ihm aufmunternd zunickten. Sie hatten sich Sorgen um ihn gemacht.
“Also, was ist der volle Schadensbericht von Cocoon?” fragte Lightning den Soldaten. Sein Gesicht wurde finster. Zwei Drittel waren, so wie es aussah, unbeschädigt geblieben. Was bedeutete, dass ein Drittel es nicht war. Menschen, Städte… ein Drittel war verloren gegangen.
“Es heißt, dass um Bodhum herum das Ausmaß an Zerstörung am größten sei. Aber so gut wie keine Leben gingen in dem Gebiet verloren. Die Purgation wie Sie wissen. Jeder war bereits schon weg.“
Hope wusste nicht ob dies Glück oder Ironie war. Aber Bodhum war Lightnings und Snows Zuhause. Wie mussten sie sich deswegen wohl fühlen?
“Du weißt, du hast recht. Wir müssen einfach nur ein neues machen.” dies waren Lightnings Worte einst zu gewesen. Vielleicht hatte sie bereits gewusst was Bodhum zugestoßen war, nachdem sie einen Blick auf die Schale von Cocoon geworfen hatte. Vielleicht war sie damit bereits auf ihre eigene Art klargekommen.
“Ähm… Also, bald wird hier ein Luftschiff landen. Eins mit Flüchtlingen.” sagte der Soldat langsam. “Vielleicht solltet ihr solange woanders hingehen. Menschen könnten es weiterhin fühlen, ihr wisst schon …“
“Dass wir Feinde von Cocoon sind.“
Sie hatten es fast vergessen. Die Menschen in Cocoon wussten nicht was aktuell geschehen war. Es war ein Pulse L’Cie gewesen, der Cocoon zerstört hatte. Es war der L’Cie gewesen, der sie von Paradise weggebracht hatte.
“Ja, sicherlich… Wenn sie gerade einen L’Cie vor sich sehen würden, wäre da nur eine Reaktion an die sie denken würden.“
Sie erinnerten sich an den einen Tag in Palumpolum. Sie erinnerten sich daran, wie sie behandelt worden waren. Wie Feinde.
“Alles klar, das werden wir tun. Wir wollen nicht in Schwierigkeiten geraten.“
“Tut mir leid wegen dem. Ihr müsst euch nur für eine kurze Zeit etwas verstecken. Wenn erst einmal jeder weiß, wer der wahre Feind ist, dann werden sie dazu in der Lage sein euch wieder zu vertrauen. Wartet einfach bis dahin.“
Hope fragte sich, ob das wirklich wahr war. Sie hatten Soldaten getötet. Sie hatten es zwar nur getan um zu überleben, aber trotzdem, sie hatten so viele der PSIKOM getötet. Diese Männer und Frauen der PSIKOM mussten Familie gehabt haben. Die Wahrheit würde am Ende nicht wichtig sein. Sie würden weiterhin fühlen, dass sie die Feinde waren. Er wollte nicht vergessen, was diese Soldaten ihm angetan hatten. Er wusste nicht ob er stark genug war um zu vergeben. Aber er würde nicht davon laufen. Er konnte nicht davon laufen.
Da war wahrscheinlich nichts was er für sie tun konnte. Was konnte er tun, nun da er seine L’Cie Kräfte verloren hatte, nun da er ein Mensch war? Aber er wollte nicht wieder zu dem werden was er gewesen war. Hilflos, immer am davon laufen vor seinen Problemen. Um sie am Ende zu verlieren.
Der Soldat war schon wieder dazu übergegangen, seinen Aufgaben nachzukommen.
“Ähm.. Ist da irgendetwas das ich tun kann, um zu helfen?” rief er und rannte ihm nach.
Kapitel 4
Geschrieben von Rena – Vielen Dank!
“Hey, uh… Entschuldigt? Habt ihr Leute… genug Piloten?” fragte Sazh einen Soldaten. In dem Moment als Hope gefragte hatte, ob er bei irgendetwas helfen konnte, brachte das Sazh auf die Idee, dass er selbst etwas tun und nachfragen konnte.
“Je mehr Piloten, desto besser. Wir haben eine Menge an Bürgern zu evakuieren.“
Sazh schaute hinauf in den Himmel – auf Cocoon. Selbst bei einem kleinen Fleck von Cocoon, welchen er gerade betrachtete, fragte er sich, wie viele Flüge man brauchte um die ganze Bevölkerung von diesem Flecken zu evakuieren.
“Gut, das ist wahr, aber…“
“Alles klar. Solange du im Cockpit bleibst musst du dir keine Sorgen machen das jemand dein Gesicht sieht.”
Flugschiffe wurden nicht nur dazu benutzt von Cocoon nach Gran Pulse zu fliegen. Im Innern von Cocoon gab es seit neustem Felssturze und Gebäude, die umstürzten. Und in diesen Gebäuden gab es genug Leute, die gerettet werden mussten. Für diese Mission gab es die kleineren Flugschiffe, sodass man sie besser erreichen konnte. Und zu jedem Flugschiff gehört nun mal eben der Pilot.
“Eigentlich… Die Wahrheit ist, dass wir mehr Leute brauchen als wir momentan haben.”
“Zumindest hat die PSIKOM das ganze Kämpfen sein lassen. Ich vermute da ist etwas Gutes bei rausgekommen.” Unterhalb des Kristall Pfeilers arbeiteten blau uniformierte Soldat zusammen mit der PSIKOM. Die Verlegung von Cocoon auf Gran Pulse brauchte Helfer. Helfer die taten, was auch immer sie tun konnten. Alle hatten das gleiche Ziel: Sie wollten die Bewohner Cocoons an einen sicheren Ort bringen.
Und noch ein Wunder ist geschehen, dachte sich Sazh.
“Also… Wo ist deine Fluglizenz?“
“Nein, wenn jemand fliegen kann, dann nehmen wir jeden.“
Offiziell war er nur befugt Zivilflugschiffe zu fliegen, aber in einem Notfall wie diesem würde niemand so verbissen darauf sein, ihm vorzuwerfen gegen die Gesetze zu verstoßen in dem er ein Militärflugschiff steuern würde.
“Natürlich… Außerdem habe ich mein Kind bei mir. Ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir ein Schiff geben könnten das viel Platz im Cockpit hat.“
Sazh war nicht einmal der Gedanke gekommen, jemand anderen auf seinen Sohn Dajh aufpassen zu lassen. Wenn erst einmal alles wieder geregelt sein würde, würde er sich eine Arbeit suchen gehen und Dajh zum Kindergarten bringen, wie gewohnt. Doch gerade jetzt wollte er seinen Sohn nicht einen Moment aus den Augen lassen. Jetzt, wo er ihn endlich wieder zurück hatte.
Der Tag in Euride war der Beginn von allem gewesen. Nur für einen Moment hatte er Dajh nicht beobachtet. Er war achtlos gewesen. Er dachte sein Sohn wäre alt genug und er müsste sich nicht mehr jede Sekunde Sorgen wegen ihm machen. Was für eine Katastrophe. Das war der Grund, wieso er vorhatte, nie wieder auf Reisen zu gehen…
“Also Dajh…” sagte er, während er den Jungen vom Boden hochzog und sich neben ihn kniete. “Der Job deines Vaters ist Pilot. Was ist dein Job?“
“Um… viel zu essen, viel spielen, Nickerchen, in Probleme geraten, angeschrien werden, sich entschuldigen…” Jeden Morgen, bevor sie von zu Hause weggingen, hatten sie dieselben Gespräche. Wenn sie dann bei dem Kindergarten ankamen, sagte der Kleine ‘Schau, hier ist dein Arbeitsplatz’, und zog Sazh mit sich hinein.
“Das ist wahr, aber heute ist es anders.“
“Anders?“
“Heute ist es dein Job, deinen Vater bei seinem Job zu beobachten. Du wirst neben deinem Papi sitzen und ein braver Junge sein. Kannst du das für mich tun?“
Dajh’s Gesicht wurde hell und fröhlich. Er hatte seinen Vater noch nie Hautnahe bei der Arbeit beobachtet.
“Du kannst nicht aufstehen und herumtollen wenn wir dort oben sind. Verstanden? Es ist ein Job, bei dem man ruhig sein muss. Das heißt, dass du es auch sein musst.” Dann schaute er zu dem Chocobo Küken. “Und du. Du fliegst nicht herum, verstanden?” Das Baby Chocobo tschilpte. Das hieß wohl “Roger.”
Er nahm sich diesen Moment um Dajh noch einmal zu umarmen. Bald wäre er nicht mehr in der Lage, seinen Kleinen so leicht zu umarmen. Kinder wuchsen zu schnell. Es würde nicht einmal mehr zehn Jahre dauern bis Dajh das Alter von Hope erreichte. Jeder Moment von dieser Zeit wäre deswegen kostbar. Und sobald Dajh erwachsen werden würde, würde er Vanille und Fang erzählen “Seht ihr, er ist ein feiner junger Mann geworden. Alles was in der Vergangenheit geschehen ist, ist vergessen. Wen interessiert’s, dass er ein L’Cie gewesen ist, als er noch ein kleines Kind war?” Der Tag würde kommen, an dem sie in der Lage wären, über alles was geschehen war zu lachen. Egal wie fern diese Vorstellung in der Zukunft lag.
“Alles klar, sollen wir gehen?” Sazh schaute hinauf zu dem Kristall Turm und beobachtete das Farbenspiel davon im Sonnenlicht. Dies war der Platz, an dem zwei seiner Freunde schliefen. “Wir werden uns eines Tages wieder treffen“, flüsterte er und folgte dem Soldaten, der ihm den Weg zu den Flugschiffen zeigte.
Kapitel 5
Geschrieben von Rena – Vielen Dank!
Sie fühlte sich als wäre eine sehr lange Zeit vergangen seitdem sie ein Kind je so gesehen hatte. Lachend, fröhlich. Es war merkwürdig. Nachdem sie auf Cocoon erwacht war, hätte sie eigentlich so viele fröhliche Kinder in der Bodhum Shopping Mall oder in Euride sehen können.
Fang dachte daran, dass sie es jetzt wahrscheinlich mehr wahrnahm, da sie sich selbst verändert hatte.
Oder eben nicht verändert. Sondern das sie zu ihrem alten Ich zurückgekehrt war. Zurück zu der Person, die sie in Oerba gewesen war. Wie sie Kindern dabei zugeschaut hatte, wie diese spielten und miteinander lachten.
Alle Kinder hatten denselben Gesichtsausdruck wenn sie lächelten. Egal ob es Kinder aus Cocoon oder Oerba waren. Es war eine seltsame Tatsache.
Natürlich, lachte Vanille. Kinder sind Kinder. Egal ob aus Cocoon oder Oerba. Es macht keinen Unterschied von wo sie herkommen.
Natürlich hast du Recht, antwortete Fang und schaute wieder zu Dajh’s Lächeln. Sie konnte einfach nicht genug von seinem Lächeln bekommen. Er war nun wieder ein Mensch, kein L’Cie und schon gar nicht an das Sanktum gebunden. Als sie gesehen hatte, wie das L’Cie Stigma von dem Kopfrücken des Kleinen verschwunden war, war es wie eine riesige Erlösung für Fang.
“Was Dajh passiert ist, war nicht deine Schuld. Es war meine Schuld, dass ich nicht auf ihn aufgepasst habe. Denke einfach auf diese Weise daran.” Als Sazh ihr das gesagt hatte, hatte sie nichts darauf erwidert. Diese Worte hatten sie gerettet. Damals war das Gewicht, das auf ihren Schultern gelastet hatte, ein wenig leichter geworden. Doch sie fühlte sich immer noch dafür schuldig. Sie hatten ein unschuldiges Kind in diese Sache hineingezogen. Diese Tatsache war unverzeihlich. Auch, wenn dieses Kind ein Kind von Cocoon gewesen war. Die Stimme in ihrem Kopf hörte und hörte einfach nicht auf, sie daran zu erinnern.
Sie hatte immer daran festgehalten das der einzige Weg, sich selbst zu vergeben, der wäre, dass nicht Sazh ihr vergeben sollte, sondern Dajh. Das war das was sie dachte. Doch es war nicht wahr. Es waren nicht seine Worte, die sie befreiten. Es war sein Lächeln, das ihr letztendlich erlaubte sich von ihren Verbrechen und ihren Schuldgefühlen zu befreien.
Fang betrachtete nun eine andere Person, von der sie sich wünschte, sie würde ihr vergeben. Serah.
“Ich werde Serah entscheiden lassen ob sie dir vergeben wird.” hatte Lightning zu ihr gesagt während sie sich in Palumpolum versteckt hatten.
Wird sie uns… vergeben? Fragte sich Fang.
Es ist in Ordnung, flüsterte Vanille. Serah ist gütig und stark. Sie wird uns vergeben.
Gut… Dann ist unser Job ja erledigt. Wir haben unseren beschissenen Fokus erfüllt und Cocoon zerstört. Jetzt sind alle L’Cie wieder normale Menschen.
Aber nein, es war noch nicht beendet. Sie mussten Cocoon weiterhin festhalten. Auch, wenn Fang das nicht als Job ansah. Sie würden nur einen tiefen Schlaf schlafen und eine sehr, sehr lange Zeit verschwenden. Das war genug für sie. Vanille war an ihrer Seite. Sie hatte keine Sorge mehr darüber, wann sie zu einem Cieth werden würde. Sie könnten für immer zusammen dahinschwinden.
Dann fühlte sie, wie jemand sie anlächelte.
Wer?
Vanille fragte nach, als Fang sich umdrehte. Sie kannten dieses Gefühl. Vor langer Zeit kannten sie es schon. Vielleicht irgendwo in ihren verlorenen Erinnerungen.
Vanille flüsterte den Namen der Göttin. Natürlich, denn Vanille hatte noch alle ihre Erinnerungen. Deswegen kannte sie die Besitzerin dieses Lächelns. Ja, natürlich. Jetzt wusste sie alles. Dies war das Wunder.
Sie fühlte sich, als hätte sich ein Knoten in ihr gelöst. Ihre Erinnerungen waren nicht zurückgekehrt, doch sie fühlte, dass sich ein Nebel in ihr gelichtet hatte.
Fang schaute einzeln zu allen ihren Freunden. Sazh würde beschäftigt damit sein, Dajh großzuziehen. Hope war noch nicht einmal erwachsen. Aber Snow und Lightning… Sie würden ein Problem sein.
Wehe ihr denkt daran, uns zu retten. Uns zurückzuholen. Denkt von jetzt an nur noch an euch. Oder sonst…
Vanille kicherte. Naja, du weißt doch wie sie sind.
Fang seufzte und lachte ihr raues Lachen.
Kapitel 6
Geschrieben von Purity – Vielen Dank!
Lightning konnte das Bild von Fang vor ihrem geistigen Auge sehen. Sie konnte sie schreien hören, dass sie sie bloß in Ruhe lassen sollten und es bloß nicht zu wagen hätten, sie zu retten.
Du weißt ganz genau, dass wir euch nicht zurück lassen können.
Sie hatten lang genug gemeinsam gekämpft. Sie kannten die Gedanken der Anderen und auch das, was sie sagen wollten. Lightning war sich sicher, dass sie nicht die Einzige war, die ihre zwei Freunde wieder zurückhaben wollte. Doch es war normalen Sterblichen nicht möglich, kristallisierte l’Cie zurück ins Leben zu bringen. Und wenn sie den Pfeiler brechen würden, der Cocoon festhielt, dann…
Würde es einen Weg geben die beiden zu retten ohne den Pfeiler zu zerstören? Oder würden sie den Pfeiler zerstören können ohne Cocoon noch mehr Schaden hinzuzufügen? Egal welchen Weg sie wählen würden. Es wäre mit der jetzigen Technologie nicht möglich. Lightning musste wohl nach einer anderen Möglichkeit suchen.
Vielleicht gab es etwas, das ihr helfen würde. Etwas, das hier, in Gran Pulse, noch unentdeckt vor sich hin schlummerte. Oder zumindest ein Hinweis, der auf Gran Pulse hinterlassen worden war. Als sie das erste Mal auf dieser Welt ankamen hatten sie nach einem Weg gesucht, die Stigmata entfernen zu können. Jedoch kamen sie nach Cocoon zurück. Mit ihren Stigmata. Dennoch gab es noch eine Menge an Orten die sie noch nicht gesehen hatten. Geschweige denn bereist. Wenn sie genau an diesen Orten suchen würde, würde sie vielleicht das finden, wonach sie suchte. Das einzige Problem dabei war, dass es nun zu einem riskanten Tun wurde. Letztendlich war sie nun wieder ein Mensch und kein l’Cie mehr. Gran Pulse wimmelte nur vor gefährlichen Monstern aller Art. Sie zu besiegen wäre nicht das Problem, jedoch würde die Reise sehr lang und strapazierend werden. Jedenfalls konnte sie es nicht zulassen, dass Snow mit ihr mitging. Sein Job würde es sein, Serah so glücklich wie möglich zu machen. Lightnings Blick richtete sich nun auf das Paar, das vor ihr lief.
Es war nicht einmal so lange her das sie es als ihre Aufgabe ansah Serah zu beschützen. Sie erinnerte sich an die Zeit, als Beide Hand in Hand als kleine Mädchen von Ort zu Ort gelaufen waren. Nun war es wohl an der Zeit, ihren Beschützerinstinkt abzulegen und in die Hand eines anderen zu legen. Nein, diese Zeit war sogar schon sehr lange angebrochen. Snow hatte diese Aufgabe schon vor langer Zeit angenommen. Sie hatte es nur nie wirklich wahrhaben wollen oder können.
Als sie ihn das erste Mal getroffen hatte, hatte sie einen nicht besonders guten Eindruck von ihm. Es kam ihr so vor, als würde er große Reden schwingen – sonst nichts. Doch als sie verzweifelt war und kurz vor dem Aufgeben… Bauten sie seine Worte auf. Sie machten ihr neue Hoffnung und Mut. Und weil er mit seinen Worten die Wahrheit schilderte… Konnten seine Worte Leute bewegen und sie stärken. Er war der Einzige, den sie beruhigt an Serahs Seite lassen sein konnte. Jemand, dem sie wirklich vertrauen konnte. Sie würden in diesem grausamen und grenzenlosen Land überleben können.
Bitte sei glücklich, Serah, flüsterte Lightning lächelnd. Eine weitere Verpflichtung war somit erledigt. Und es fühlte sich gut an, beruhigend. Aber dennoch… irgendwie traurig. Aber sie war nun mal eben ein Nebeneffekt der Zufriedenheit.
Sazh ging mit den Soldaten zum Flugschifflandeplatz, er hielt Dajh an seiner Brust. Dajh drehte sich zu Lightning um und winkte ihr überschwänglich. So ein netter Junge. Sie winkte zurück und er lächelte.
Sazh hat wohl ziemlich viel zu tun um Dajh großzuziehen. Das war seine Pflicht. Es gab keinen Ersatz für die eigenen Eltern. Lightning wusste das, hatte sie doch selbst ihre Eltern verloren. Sie wollte, dass die beiden glücklich zusammen sind so lange es möglich sei.
Und Sazh hat auch viel als Pilot zu tun. Grand Pulse war größer als sich irgendwer von Cocoon vorstellen könnte und Flugschiffe würden einen großen Teil vom Leben der Leute darstellen. Sazh’ Fähigkeiten würden hier gefragt sein. Er würde nicht in der Lage sein, ihr bei ihrer Suche zu helfen.
Hope genauso. Er war zwar als L’Cie stark genug um Alexander zu beschwören, aber nun ist er ein normaler Junge.
Das Leben der Leute ist im Moment noch durcheinander, aber das würde nicht immer so bleiben. Die Schulen würden vielleicht wieder öffnen, er würde wieder zur Schule gehen und mit Freunden spielen… Das war das Leben, das ihn erwartete.
Sie wollte schnell erwachsen werden um Serah zu beschützen. Aber sie wollte auch, das Hope die kurze Zeit seiner Kindheit genießt.
Um den schmerzhaften Verlust seiner Mutter zu verarbeiten.
Dann ist es wohl so, dachte sie. Die einzige Person um einen Weg zu finden, sie zu retten, bin ich.
Sie hatte wirklich nicht einen Moment daran gedacht, dass, wenn sie Serah gerettet hatte, das das Ende sein würde. Natürlich hat sie am Anfang nur daran gedacht. Nur daran, dass sie Serah in Sicherheit bringen wollte.
Wann hat sich das geändert?
Vielleicht während sie auf Grand Pulse stand und nach Cocoon hoch sah. Als sie das erste Mal ihre Welt von außen sah. Die Welt, von der sie dachte, dass sie groß wäre, schien so klein zu sein, dass sie sie in ihrer Hand hätte halten können.
Im Vergleich zum weiten Himmel war Cocoon winzig. Aber da drinnen lebten viele Menschen, die Cocoon mit Freuden füllten.
Sie würde niemals vergessen, wie überrascht und verwundert sie an dem Tag war. Wahrscheinlich geschah es dann, dass sich etwas in ihr verändert hat.
Um Serah zu retten, um mit jedem anderen zu überleben. Nicht nur mit den anderen L’Cie, die ihre Freunde geworden waren, auch all die Menschen von Cocoon. Sie begann, von einem Tag zu träumen, an dem sie mit jedem zusammen leben konnte.
Das hat sich nicht geändert. Nein, nicht nur die Menschen von Cocoon. Auch Menschen, wie Vanille und Fang, könnten irgendwo auf Grand Pulse überlebt haben. Sie wünschte, sie könnte die Zukunft aller Menschen dieser Welt sichern.
Deswegen ist mein Kampf hier noch nicht zu ende…
Sie wusste, dass sie schnell verschwinden musste. Sie wusste nicht, warum. Sie hatte so ein Gefühl. Und plötzlich rannte sie.
Warum? Was treibt mich dermaßen voran? Was… was ist es?
Kapitel 7
Geschrieben von SilentVokativiusos – Vielen Dank!
Natürlich wusste ich es. Natürlich wusste ich bereits, was geschehen war. Aber als ich es mit eigenen Augen sah, fühlte ich mich… verwirrt. Verloren. Im Angesicht der Tatsache, dass dies die Realität war.
Aber weil es die Realität ist, kann ich Dinge tun. Ich kann Dinge beeinflussen, nicht einfach nur zusehen, wie sie passieren. Ich fühlte mich stark und mutig.
Serah hob ihren Kopf und sah auf Cocoon, zerfallen und zerfurchtet wie es war.
Was für Träume mag Vanille wohl jetzt haben? Beobachtet sie uns jetzt, so wie ich es als Kristall getan habe?
Ihre Erinnerungen nach der Zeit, als sie zu einem Kristall erstarrte, waren wirr, doch konnte sie sich an alles erinnern, was seit ihrem Aufenthalt am Bresha-See passiert war.
Snow war bei ihr gewesen. Sie hatte sich so hilflos gefühlt, aber Snow war da gewesen. Vielleicht war es, weil er diese Kristallträne bei sich getragen hatte, dass sie seine Stimme hatte hören können und sieht, was er sah.
Jeder, der zu Kristall erstarrte, hatte andere Träume. Es schien, als ob der Junge, Dajh, davon geträumt hatte, wie er mit vielen, vielen Chocobos spielte. Vielleicht hatte das Chocoboküken für diesen Traum gesorgt? Oder war es sein Vater, wie hieß er noch? Sazh? Sein Vater, der seinem Sohn so viele märchenhafte Träume zeigen wollte.
Vielleicht stimmte es. Sie hatte die Träume, die sie gesehen hatte nur gesehen, weil Snow sie so unbedingt bei sich haben wollte. Und wahrscheinlich auch ein wenig, weil sie es sich selbst wünschte… aber ehrlich gesagt wusste sie nicht, was wirklich dahinter steckte.
In ihren Träumen bei Snow zu sein hatte ihr geholfen, sie beruhigt.
Wenn sie schon so eine lange Zeit einfach nur einen einsamen und kalten Schlaf gehabt hätte, wäre ihr Herz zerbrochen, bevor sie eine Chance hatte, zu erwachen.
Sie hoffte, dass Vanille wundervolle Träume hatte. Auch wenn es nur in ihren Herzen war, sie hoffte dass sie alle zusammen sein konnten.
“Wir äh, haben einen langen Weg vor uns. Wir machen uns nun auf den Weg.“
Sazhs Stimme brachte Serah wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Dajh lachte und hielt Serahs Hand.
“Tschüss! Bis bald!“
“Auf Wiedersheen, Dajh. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“
Sie erinnerte sich, dass das Lächeln des Jungen das erste war, dass sie gesehen hatte und sein unschuldiges Geplapper das erste war, dass sie gehört hatte. Sie hatte seine Hand genommen und sie hatten beide ihre ersten Schritte auf dem Boden von Grand Pulse gemacht.
Zurück in die Wirklichkeit.
Danke dir, flüsterte Serah und lächelte.
Der Soldat mahnte Sazh, sich zu beeilen.
“Komm schon, Papi muss sich beeilen“, sagte Sazh und lief rasch.
“Da gehen sie…“, flüsterte Hope, der neben ihr stand. Dann kam ein weiterer Soldat, der zu ihnen lief.
“Hey, wir haben deinen Vater gefunden! Er wird mit dem nächsten Luftschiff ankommen, eins von den Versorgungsschiffen.“
“Mein Vater?“
“Ja, er wird in wenigen Minuten hier sein.“
Nicht viele wussten, dass Bartholomew Estheim – Hopes Vater – der Vater eines L’Cie war. Aber es gab Leute, die es wussten. Er wurde vermutlich auf ein Versorgungsschiff versetzt, damit er sich den Blicken derer, die ihn erkennen konnten, entziehen konnten.
“Sobald er landet, werden wir alles in die Wege leiten, damit ihr euch etwas abseits sehen könnt.“
“Danke…vielen Dank!“
“Du brauchst mir nicht zu danken, doch wir müssen uns beeilen. Wir müssen die Verwirrung an der Landezone nutzen, damit ihr beide entkommen könnt.“
Der Soldat verfiel in Eile und Hope verließ sie nun ebenfalls.
Er hatte keine Zeit für ein “Lebe wohl“, nur ihre Augen trafen sich und er schenkte ihnen ein kurzes Nicken.
“Sie alle verschwinden so plötzlich…“, sagte Snow und man hörte ein wenig Traurigkeit in seiner Stimme.
Er hatte es immer gehasst, allein zu sein.
“Ja, es ist traurig aber… sie werden bald alle wieder mit ihren Familien vereint sein.“
“Ja, ich weiß. Hurra – Hurra!“
Auch wenn jeder seiner eigenen Wege ging, konnte ihnen die gemeinsame Reise niemand mehr nehmen.
Egal wie weit sie voneinander entfernt waren, sie waren immer irgendwie verbunden. Wie Vanille und Fang in ihrem Kristallschlaf.
“Aber du weißt, es ist nicht das Ende.“
Nein, es war ein Anfang. Jeder würde seinen eigenen Weg gehen, die Hand derer, die ihm am wichtigsten waren, fest umschlossen, während sie den Weg in ihre eigene Zukunft bestritten.
Ja, sogar ich habe etwas, dass ich tun kann.
“Ähm, Snow…Ich habe nachgedacht. Ich denke…Ich will eine Lehrerin werden.“
“Du willst in einer Schule unterrichten?“
“Ja. Natürlich gibt es im Moment keine Schulen, nicht einmal irgendwelche Häuser… aber es gibt so viele Kinder. Wir werden Schulen und Lehrer brauchen.“
Sie hatte lange darüber nachgedacht, was sie tun konnte. Wenn sie überhaupt etwas tun konnte, was ihr verlorenes Paradies ersetzte. Das war ihr Ergebnis.
“Wenn ich sie unterrichte, muss ihnen erzählen können… wieso Cocoon gefallen ist, was genau passiert ist…“
Sie hatten gelebt und einfach akzeptiert, was die Fal’Cie ihnen gegeben hatten.
Sie hatten gelebt, ohne ihr Leben in Frage zu stellen, ohne ihr falsches Paradies in Frage zu stellen.
Das war ein Fehler. Serah wollte, dass diese Kinder, die nun auf Grand Pulse lebten, für sich selbst dachten und auf eigenen Füßen stehen konnten.
“Nach zehn oder zwanzig Jahren werden all diese Kinder erwachsen sein. Sie werden in der Lage sein, uns beim Aufbau unserer neuen Stadt zu unterstützen. Wir werden jetzt nur eine kleine bauen können, aber mit ihrer Hilfe wird sie wachsen.“
“Hm… Ich denke, das würde zu dir passen.“
Snow nickte und lächelte.
“Du willst die Zukunft selbst in die Hand nehmen.“
Zumindest ein paar der Kinder, die sie unterrichten würde, würden selber Lehrer werden. Sie würden ebenfalls Kinder unterrichten, von denen auch wieder welche zu Lehrern würden und so weiter.
“Okay! Ich bau dir eine riesige Schule. So groß!“
Snow hielt seine Arme weit auseinander.
“Eine Stadt mit einer großen Schule und vielen Häusern… das brauchen wir bald, nicht wahr?“
Wenn du stets daran glaubst, werden deine Träume wahr werden.
Serah träumte von einer großen Stadt, die sich aus diesem jetzt leeren Land erhob.
Lange nachdem sie tot war, würde vielleicht der Tag kommen, an dem man Grand Pulse das Paradies nannte.
Kein falsches, sondern ein richtiges, geschaffen von ihren eigenen Händen.
“Hey, Lightning…“
Serah fing mit ihrem Satz an und wollte wissen, ob sie ihr zustimmen würde. Aber dann beschlich sie ein komisches Gefühl. Als ob sie etwas, was sie noch nie zuvor gefühlt hatte, umgeben würde.
Doch direkt in dem Moment, als sie es richtig fühlen konnte, war es schon wieder verschwunden.
“Lightning?“
Lightning war nicht mehr da, wo sie vor wenigen Momenten noch gestanden hatten.
Serah hatte eine Vorahnung, nein, nein, ein böses Gefühl.
“Was?“
Serah sah nach hinten und öffnete ihre Augen.
“Ich…Was?“
Der Turm aus Kristall schien nun höher, als er zuvor gewesen war. Sie war wohl einfach näher herangegangen. Vielleicht hatte sie nur so ein seltsames Gefühl, weil sie gerade erst wiedererwacht war.
“Wo…bist du?“, fragte sie, ihre Stimme zitterte.
Verwirrt fühlte sie mit ihren Fingern über ihre Wangen.
Tränen…
Kapitel 8
Geschrieben von SilentVokativiusos – Vielen Dank!
Ein Schwarzes Meer breitete sich vor ihr aus.
Oder zumindest war es wie ein Meer. Die schwarzen Wellen verursachten keine Geräusche und rochen nicht nach Salz. Es war, als ob eine tiefe Finsternis durch die Nacht waberte.
Es war nicht wie ihr Meer.
Nicht nur das Meer, sondern all dies hier war mit nichts vergleichbar, was sie je gesehen hatte.
In der Ferne war etwas, vielleicht Monster. Aber keine Pflanzen, keine Tiere. Es gab kein Leben hier.
Es gab keine Geräusche, keine Farben. Entweder war dies einfach nur die stille Finsternis oder ihre fünf Sinne täuschten sie, sie wusste es nicht.
Die Zeit selbst schien zu verschwimmen. Es fühlte sich an, als ob Monate und Jahre vergingen, einfach so. Als ob sie die Ewigkeit in einem einzigen Moment erleben würde.
Oh, vielleicht liegt es daran.
Allmählich hatte sie begonnen, diesen Fleck zu akzeptieren, wie er war. Es war kein Platz, den sie bekämpfen konnte. Eine Welt mit Nichts und… allem. Um es in normalen Worten zu sagen… Nichts und Chaos.
Trotzdem ging sie immer weiter nach vorn. Vielleicht, weil es immer noch etwas gab, worauf sie Acht geben musste.
“Wohin? Wohin will ich?“
Es gab keine Antwort. Nur die Stille verschluckte ihre Worte. Für einen kurzen Moment und doch für immer.
Final Fantasy XIII: Episode i ENDE















